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"Ein Desaster" und "Trauerspiel": Michael "Bully" Herbig kritisiert Filmpreis-Verleihung

Glanzlose "Lola"-Verleihung
Michael "Bully" Herbig geht mit dem "Deutschen Filmpreis" hart ins Gericht: "Diese Show ist ein Imagekiller für den deutschen Film", meint der deutsche Erfolgsregisseur ("Der Schuh des Manitu"). "Die Veranstaltung ist komplett aus der Zeit gefallen."

"Die letzte Preisverleihung war ein Desaster." Michael Herbig, beim Kinopublikum vor allem als Gute-Laune-Bär ("Bullyparade", "T(R)aumschriff Surprise") beliebt, versteht keinen Spaß mehr, wenn es um den Deutschen Filmpreis geht. "Sowas hat der deutsche Kinofilm nicht verdient", zürnte das cineastische Multitalent (Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent) im Interview mit "Blickpunkt:Film".

Auslöser für die Kritik war die Verleihung der "Lola", wie der "Deutsche Filmpreis" genannt wird, am 24. April. Diese fand coronabedingt nicht im Rahmen einer großen Gala statt, sondern im menschenleeren, abgedunkelten Studio. Preisträger wurden digital zugeschaltet. "Es war ein Desaster", meint Herbig, das "durch nichts zu entschuldigen" sei, "auch nicht durch einen schlimmen Virus."

Herbig: Mitleid mit den Kollegen

"Filmpreisträger, die in ihrem Wohnzimmer sitzen, haben jede Form von Glanz und Glamour verloren. Sie haben mehr Würde verdient! Wie kann man so etwas zulassen? Dem TV-Publikum so etwas Armseliges vor die Nase zu setzen, ist verantwortungslos", fährt Herbig fort. Er habe "großes Mitleid" mit den Kollegen gehabt und sei "peinlich berührt" gewesen. "Sowas hat der deutsche Kinofilm nicht verdient."

Das "Trauerspiel" der letzten Preisverleihung war der Tropfen, der für ihn das Fass zum Überlaufen brachte: Herbig liegt schon länger nicht mehr auf einer Linie mit der Deutschen Filmakademie, die die "Lola"-Show im jährlichen Wechsel für ARD und ZDF produziert. Die Mitglieder der Akademie wählen die Preisträger im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die auch die Preisgelder vergibt.

Das moniert Herbig, der 14 Jahre lang Mitglied der 2003 gegründeten Akademie war: "Der Deutsche Filmpreis gehört der BKM." Herbig legt im Interview Wert darauf, dass er nicht die Entscheidungen kritisiere ("Es ist wie es ist"), es gehe ihm um das Ansehen des deutschen Films: "Anstatt das Publikum mit einer Show für den deutschen Film zu begeistern, werden die Zuschauer regelrecht verscheucht."

Sein Fazit: "Der 'Deutsche Filmpreis' in dieser Form schadet unserer Filmbranche. Er verunstaltet das Ansehen des deutschen Films beim Publikum."