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Flaute in Azeroth: Hat "World of Warcraft" nur noch zwei Millionen Abonnenten?

Blizzards Online-Rollenspiel-Opa
Befindet sich der ehemalige Online-Dauerbrenner "WoW" schon kurz nach Veröffentlichung von "Battle for Azeroth" auf einem kritischen Allzeit-Tief?

Vergangene Woche wurde bekannt, dass Blizzard seinen Finanzchef Spencer Neumann auf die Straße setzen will und teils drastische Maßnahmen zur Kostenersparnis ergreift. Daraufhin kursierten Gerüchte, dass sich der kalifornische Hersteller hinter Multiplayer-Hits wie "Overwatch" oder "Hearthstone" in finanzieller Schieflage befinden könnte.

Nun hat ein findiger Reddit-User namens Arkey mithilfe von Google Trends und Machine-Learning-Methoden die aktuellen Abonnenten-Zahlen von Blizzards langjährigem Dauerbrenner "World of Warcraft" errechnet. Das Ergebnis - eine reine Annäherung, weil nur Blizzard die wahren Zahlen kennt - ist so besorgniserregend, dass sie die Gerüchte über monetäre Schwierigkeiten zu bestätigen scheinen.

Der Analyse zufolge verfügen nur noch etwa zwei Millionen Gamer über einen "WoW"-Account. Wobei noch nicht gesichert ist, ob es sich in allen Fällen um aktive, also zahlende User oder um größtenteils ruhende Accounts handelt: Denn wie die meisten Premium-MMORPGs bietet auch "WoW" die Möglichkeit, das Konto stillzulegen. In diesem Fall bleiben die Charaktere und deren Fortschritte zwar auf den Blizzard-Servern gespeichert, können aber so lange nicht mehr aktiv ins Abenteuer geführt werden, bis der Spieler sie wieder aktiviert. Vorteil der Stilllegung: keine Abo-Gebühren.

Wie realistisch ist die Zahl?

Obwohl sich die von Arkey ermittelten Daten nur auf die aktuelle Erweiterung "Battle for Azeroth" beziehen, klingen sie nicht unwahrscheinlich: Das Add-On "Warlords of Draenor" von 2015 war der letzte Zusatz-Content, für den der Hersteller noch Abonnenten-Zahlen bekanntgegeben hat. Bereits zu diesem Zeitpunkt erreichte man einen Tiefpunkt von 5,5 Millionen "WoW"-Spielern, seitdem hüllt man sich in verdächtiges Schweigen. Seinen Höhepunkt hatte das 2004 veröffentlichte MMO zwischen 2010 und 2011 mit rund 12,5 Millionen Abonnenten. Zu diesem Zeitpunkt stürzten sich immer mehr Spieler auf die 2009 gestartete, zweite Spiel-Erweiterung - "Wrath of the Lich King".

Sollten tatsächlich nur noch etwa zwei Millionen Spieler das Online-Rollenspiel frequentieren, würde das für Blizzard massive Umsatz-Einbußen bedeuten. Bisher konnte sich der Publisher mit der Entwicklung neuer Projekt nur deshalb so viel Zeit lassen, weil "WoW" für einen steten Einkommens-Strom sorgte.