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Gratis-Games locken: Steam-Konkurrent Epic auf dem Vormarsch

Epic Store
Wöchentliche Gratis-Games als Lockmittel, aber auch jede Menge Probleme: Epics im "Fortnite"-Kielwasser fahrender Games-Store ist weiter erfolgreich, aber schon jetzt vielen Gamern ein Dorn im Auge.

Seit dem durchschlagenden Erfolg seines Multiplayer-Hits "Fortnite" ist Betreiber Epic Games aggressiv damit beschäftigt, seinen Online-Store und Games-Launcher - den "Epic Store" - als Alternative zu Valves Vertriebsplattform Steam zu etablieren. Letztere galt über viele Jahre als unangreifbarer Monopolist, aber durch Exklusiv-Angebote und Gratis-Spiele lockt Epic seit einiger Zeit immer mehr Gamer auf seine Seite: Neben Indie-Titeln wie "Hello Neighbor", "Journey" oder "Ashen" sind auch Spiele aus Blockbuster-Fabriken wie Ubisoft und Koch Media entweder zeitlich befristet oder ausschließlich bei Epic zu haben. Die Exklusivität von Remedys Action-Hit "Control" hat sich der Hersteller angeblich über neun Millionen Dollar kosten lassen - sehr zur Freude des schwedischen Entwickler-Studios, das nach der Trennung von Microsoft dringend auf andere Geldquellen angewiesen war.

Fast schon von selbst versteht sich, dass Epic eigene Hausmarken wie "Fortnite" oder "Unreal Tournament" ebenfalls an den Gebrauch des eigenen Launchers knüpft. Gut für alle, die sich Konkurrenz für Steam wünschen - schlecht für jene, die absolut keine Lust darauf haben, neben Accounts für Steam, Origin (Electronic Arts), Uplay (Ubisoft) & Co. noch ein weiteres User-Konto anlegen und eine weitere Games-Oberfläche installieren zu müssen.

Trotzdem geht Epics aggressive Politik bisher auf: Seit Start des Epic-Stores am 6. Dezember 2018 haben ganze 108 Millionen PC-Gamer ein Spiel gekauft oder ein kostenloses installiert. Die Anzahl der registrierten Kunden wiederum beziffert das Studio mit fast 300 Millionen - 192 Millionen davon sollen sich auf Konsolen oder mobilen Geräten tummeln. Durch den Verkauf von Drittanbieter-Spielen für den PC will man bisher Umsätze von 251 Millionen US-Dollar erzielt haben - laut Epic-Chef Tim Sweeney 60 Prozent mehr als erwartet. Rechnet man nun noch die mit den eigenen Produkten erzielten Umsätze wie zum Beispiel Ingame-Käufe für "Fornite" hinzu, sind es sogar stattliche 680 Millionen Dollar.

Steam schon in Reichweite?

Zugegeben: Im Vergleich zu den über eine Milliarde Mitglieder-Konten von Platzhirsch Steam wirkt das mager - aber der ist ja auch schon seit über 16 Jahren aktiv. Und Epic bleibt forsch, um die Vormachtstellung des Marktführers zu brechen: Auch in diesem Jahr will die Firma jede Woche ein Spiel verschenken, um weiter User zu locken - davon können die Nutzer von kostenpflichtigen Premium-Abos wie PlayStation Plus oder Xbox Gold nur träumen. Wer von Anfang an Epic-Store-Kunde ist, hat auf diese Weise bisher 73 Gratis-Games bekommen - Software in einem Gesamtwert von 1.455 Dollar, wie Epic vorrechnet.

Trotzdem sind die User der Plattform nicht mit allem zufrieden, was Epic ihnen da vorsetzt: Nach wie vor monieren viele, dass sich der Store noch immer zu unfertig anfühlen würde. Viele Funktionen wie User-Wertungen oder Wunschlisten fehlen nach wie vor.