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"Zutiefst beunruhigend": Plácido Domingo reagiert auf Belästigungsvorwürfe

Weltberühmter Opernsänger
Plácido Domingo steht im Kreuzfeuer der Kritik: Er soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben. Nun meldete sich der Opernstar zu Wort.

Nach Bill Cosby, Harvey Weinstein und Kevin Spacey wird ein weiterer prominenter Name mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung in Verbindung gebracht. Wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP vermeldete, berichteten insgesamt neun Frauen von sexuellen Übergriffen des Opernstars Plácido Domingo. Er habe seine exponierte Position in der Opernwelt dazu ausgenutzt, sexuelle Gefälligkeiten einzufordern und sei aufdringlich gewesen. Wie unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wies Domingo die Vorwürfe in einem Statement von sich und nannte sie "zutiefst beunruhigend und unzutreffend".

Dennoch räumte der 78-Jährige ein: "Trotzdem tut es weh zu hören, dass ich jemandem Unwohlsein bereitet haben könnte. Ich habe geglaubt, dass alle Interaktionen und Beziehungen immer begrüßt wurden und einvernehmlich waren." Weiterhin betonte der Sänger, er würde "niemanden absichtlich verletzen, beleidigen oder in Verlegenheit bringen". Gleichwohl erkenne er an, "dass die Regeln und Standards, an denen wir uns heute messen - und messen sollten -, ganz andere sind als in der Vergangenheit".

"Es war, als ob er mich jagen würde"

Die Übergriffe sollen laut AP seit den späten 1980er-Jahren stattgefunden haben und in der Opernwelt ein offenes Geheimnis gewesen sein. Eine der Frauen berichtete von einem Vorfall bei einem Geschäftsessen. "Wenn jemand dabei versucht, deine Hand zu halten oder seine Hand auf dein Knie legt, dann ist das befremdlich. Er hat einen immer auf so eine gewisse Art angefasst, dich immer geküsst", erinnerte sie sich.

Ein anderes vermeintliches Opfer fügte an, sie habe sich wie eine "Beute" gefühlt: "Es war, als ob er mich jagen würde." Eine weitere Dame berichtete, sie habe den hartnäckigen Avancen Domingos irgendwann nicht mehr standgehalten und mit ihm Sex gehabt. Danach habe er zehn Dollar dagelassen und verlauten lassen: "Ich möchte nicht, dass du dich wie eine Prostituierte fühlst. Aber ich will auch nicht, dass du fürs Parken bezahlen musst."