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Woody Allen verklagt Amazon auf 68 Millionen US-Dollar

Vertragsverletzung
Nach einer Vertragskündigung durch Amazon hat Regisseur Woody Allen Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Es geht um sehr viel Geld.

Das kann teuer werden für Amazon: Regisseur Woody Allen hat Klage wegen Vertragsverletzung eingereicht und fordert eine Entschädigung in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Das Unternehmen hatte im Sommer 2018 einen Vertrag mit ihm gekündigt, obwohl verschiedene Investoren, Allen und seine Produktionsfirma schon rund 20 Millionen US-Dollar in den Film "Rainy Day In New York" investiert hatten. Die versprochene Zahlung von Amazon sei jedoch ausgeblieben. Aus diesem Grund reichte der Hollywood-Star nun Klage wegen Vertragsverletzung ein und fordert 68 Millionen US-Dollar von Amazon.

Wie konnte es dazu kommen? Roy Price, der ehemalige Vorstand der Amazon Studios, erhoffte sich offenbar, die Zuschauerzahlen des Streamingdienstes mit einem hochkarätigen Namen wie Woody Allen ankurbeln zu können. Er bezeichnetet den Hollywood-Star als "dynamischen und fesselnden Filmemacher unserer Zeit" und setzte mit ihm die Serie "Crisis in Six Scenes" (2016) und ein Jahr später den Film "Café Society" um.

Vertrag garantierte Mindestfinanzierung durch Amazon

Nach dem Erfolg der zwei Projekte unterschrieb Allen einen Vertrag für vier weitere Filme - jeder mit einer garantierten Mindestfinanzierung von neun Millionen US-Dollar. Der erste davon, "A Rainy Day in New York", in dem Jude Law, Selena Gomez, Elle Fanning, Diego Luna und Liev Schreiber mitspielen, sollte bereits 2018 anlaufen. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse.

Price verließ die Amazon Studios, nachdem ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde. Auch Allens Name geriet im Rahmen der "#MeToo"-Bewegung wieder in die Negativschlagzeilen. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hatte ihm in der Vergangenheit mehrmals vorgeworfen, sie 1992 als Siebenjährige sexuell missbraucht zu haben. Zwar wies der Filmemacher die Anschuldigungen stets zurück, doch nachdem Allen nun erneut damit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt war, wollte sich Amazon offenbar von ihm distanzieren.

"Als Kündigungsgrund wurden die Beschuldigungen gegen Mr. Allen von vor 25 Jahren angegeben, die waren Amazon und der Öffentlichkeit jedoch bereits vor Vertragsabschluss bekannt. Das ist keine Grundlage einer Vertragskündigung", ließ Allens Anwalt John Quinn in seinem 28-seitigen Klageschreiben vor einem New Yorker Gericht verlauten. Vonseiten Amazons gibt es bisher noch keine offizielle Stellungnahme zu Allens Klage.