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Weihnachtlicher Hüttenkoller

Fortsetzung zum väterlichen Hahnenkampf von 2015, die streckenweise launige Unterhaltung bietet - aber nicht viel mehr.

Nach dem Hahnenkampf ist vor dem Hahnenkampf. Am Ende von "Daddy's Home" (2015) schlossen der brave Spießer Brad (Will Ferrell) und Obermacho Dusty (Mark Wahlberg) Frieden und einigten sich darauf, als "Co-Dads" zusammen für Dustys Kinder Megan (Scarlett Estevez) und Dylan (Owen Vaccaro) da zu sein. Ein Arrangement, das vor allem Brads Ehefrau Sara (Linda Cardellini), die früher mit Dusty verheiratet war, erfreut. Das anstehende Weihnachtsfest will die Patchwork-Familie, der auch Dustys neue Gattin Karen (Alessandra Ambrosio) und seine Stieftochter Adrianna (Didi Costine) angehören, gemeinsam verbringen. Doch weitere Gäste verkomplizieren das ganze Vorhaben. Das Papa-Sequel "Daddy's Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!" (2017) erweist sich zumindest phasenweise als annehmbarer, wenn auch wenig origineller Spaß, den immerhin rund 200.000 Menschen hierzulande in den Kinos sehen wollten.

Komplettiert wird das Feiertagstreffen von Brads Papa Don (John Lithgow) und Dustys Vater Kurt (Mel Gibson), die vollkommen unterschiedlich auf die "Co-Dad"-Situation reagieren. Anders als Don kann der kernige Ex-Astronaut Kurt mit der gemeinsamen Erziehungsarbeit wenig anfangen und lässt daher nichts unversucht, um Brad und Dusty gegeneinander aufzuhetzen. Dass die Familien in eine abgelegene Hütte fahren, macht die Sache nicht gerade einfacher.

Wie schon der Vorgänger schafft es "Daddy's Home 2 - Mehr Väter, mehr Probleme!" nur sehr selten, das in der Geschichte steckende satirische Potenzial richtig auszuschöpfen. Für einen cleveren, entlarvenden Blick auf heutige Familienkonstellationen und bestimmte Männlichkeitsbilder fehlt es der Festtagskomödie schlichtweg an Nuancen und hintersinnigen Pointen. Der zweite "Daddy's Home"-Film schreibt vor allem am Ende das weihnachtliche Wir-Gefühl groß, tut dies aber immerhin auf herrlich überzogene Weise und kriegt dadurch doch nochmal etwas Schwung.

Als zweischneidiges Schwert entpuppt sich der Auftritt Mel Gibsons, mit dessen Bad-Boy-Image der Film bewusst spielt. Als harter, Sprüche klopfender Knochen ist er durchaus überzeugend. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings schon zurück, wenn man Kurt im Wissen um Gibsons frühere Eskapaden dabei zusieht, wie er Frauen aufreißt. Vielleicht hätte die weihnachtliche Komödie jedoch gerade von solchen irritierenden Elementen mehr gebraucht, um ein eigenwilligeres Profil zu entwickeln.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.