Debatte um Social-Media-Verbote

Wegen Social-Media-Verbot für Jugendliche: Elon Musk nennt Spaniens Ministerpräsident Sanchez einen "Tyrann"

04.02.2026 von SWYRL

Spaniens Regierung will Jugendliche aus sozialen Netzwerken fernhalten, Tech-Milliardär Elon Musk reagiert mit wüsten Beschimpfungen. Währenddessen laufen Ermittlungen gegen seine Plattform X.

Die Debatte um die Regulierung von sozialen Medien geht weiter: Wie jetzt bekannt wurde, will auch Spaniens Regierung Jugendlichen den Zugang zu Plattformen wie X, TikTok oder Instagram verbieten. Geplant ist eine Altersgrenze von 16 Jahren. Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht dringenden Handlungsbedarf. Soziale Netzwerke seien ein "digitaler Wilder Westen" und sogar ein "gescheiterter Staat", "in dem Gesetze ignoriert und Verbrechen toleriert werden", sagte der Regierungschef.

Die Antwort von Elon Musk auf die Pläne ließ nicht lange auf sich warten. Der X-Eigentümer nutzte seine Plattform für persönliche Angriffe auf den spanischen Regierungschef. Er schrieb wörtlich: "Der schmutzige Sánchez ist ein Tyrann und Verräter am spanischen Volk." Rund eineinhalb Stunden später verschärfte er seine Wortwahl und erklärte: "Sánchez ist der wahre faschistische Totalitarist." Zuvor hatte Sánchez Musk vorgeworfen, über X "Fehlinformationen zu verbreiten", unter anderem zur Legalisierung von 500.000 undokumentierten Arbeitern und Asylbewerbern. Sánchez verwies dabei auch darauf, dass Musk selbst Migrant sei.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

Zahlreiche europäische Länder beraten Social-Media-Verbote für Jugendliche

Sánchez hatte das Maßnahmenpaket beim Weltregierungsgipfel in Dubai angekündigt. Ziel sei es, Kinder besser zu schützen und Tech-Konzerne stärker in die Verantwortung zu nehmen. Vorgesehen sind neben dem Altersverbot auch Strafen für Plattformmanager, die Löschanordnungen nicht befolgen. Zudem soll ein System geschaffen werden, mit dem Hasskommentare zurückverfolgt werden können. Wie genau das umgesetzt werden soll, blieb offen.

Der spanische Vorstoß fügt sich in einen größeren europäischen Trend. Griechenland steht kurz davor, ein Verbot für unter 15-Jährige zu verkünden. In Frankreich wird ein entsprechender Gesetzentwurf im Parlament beraten. Großbritannien erwägt ähnliche Schritte. Australien ist bereits weiter: Dort dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit Dezember keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Auch Dänemark hat sich auf eine Altersgrenze von 15 Jahren verständigt.

Ermittlungen gegen X

Parallel wächst der Druck auf X in Frankreich. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat die Büroräume der Plattform durchsuchen lassen. Gegen Musk und die frühere X-Chefin Linda Yaccarino laufen Ermittlungen. Beide sollen am 20. April aussagen. Es geht um den Verdacht, dass Algorithmen rechtsextreme Inhalte begünstigt haben könnten. Neu hinzugekommen sind Vorwürfe zu Holocaustleugnung und zu sexualisierten KI-Bildern, darunter Deepfakes von Frauen und Kindern. X weist die Vorwürfe als "unbegründet" zurück und spricht von einer "politischen Attacke".

Auch die EU hat X im Visier. Die Kommission ließ interne Dokumente zur KI Grok sichern. Ein Sprecher betonte: "Wir haben beobachtet, wie Grok antisemitische Inhalte und in jüngerer Zeit auch sexuelle Darstellungen von Kindern generiert hat. Das ist illegal. Das ist inakzeptabel." Ähnliche Ermittlungen laufen in Großbritannien. Deutschland hält sich bislang zurück und verweist auf die Zuständigkeit Irlands und der EU-Kommission.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL