Finale Staffel von "The Boys"

Besser als Marvel und DC: Diese Superheldenserien lohnen sich wirklich

08.04.2026 von SWYRL/Niels Tenhagen

Keine Lust mehr auf Marvel- und DC-Superhelden? Wir verraten, welche Serien sich wirklich lohnen.

Filmfans sind kaum mehr vor Superhelden zu retten, und auch in der Streamingwelt schicken Marvel und DC immer wieder (neue) Heroen auf Weltrettungsmission. Neben den "Blockbustern" aus den beiden Comic-Univesen gehen viele andere, oft interessantere Ansätze fast unter: Wir sagen Ihnen, welche Superheldenserien auf Ihrer Watchlist nicht fehlen sollten.

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"The Boys" (Amazon)

Mit einer absolut irren und alles andere als konventionellen Machart eroberte die Amazon-Serie "The Boys" die Herzen von Superheldenfans. Seit 2019 kommentiert die fulminante Produktion satirisch das Tagesgeschehen in den USA und auf der ganzen Welt. Superhelden außer Rand und Band, ohne Gnade und Skrupel - und Normalos, die ihnen die Stirn bieten: Verrückter geht's kaum! Dabei nimmt die Serie nicht nur das Genre selbst, sondern auch Phänomene wie Kapitalismus, Medienmacht und Personenkult gnadenlos aufs Korn. Angeführt vom charismatisch-furchteinflößenden Homelander geraten moralische Grenzen schnell ins Wanken. Zwischen schwarzem Humor, schockierenden Gewaltspitzen und überraschend emotionalen Momenten entwickelt sich ein bissiger Kommentar auf unsere Gegenwart. Die finale fünfte Staffel ist ab 8. April bei Amazon Prime Video zu sehen.

Auch im Spin-off "Generation V" (bei Prime Video) sollte das Publikum nicht zu zart besaitet sein. Explodierende Körper, herumwirbelnde Gliedmaßen und bildschirmfüllende männliche Geschlechtsteile gibt es hier zu sehen - obwohl die Geschichte an einem Superheldencollege unter jungen Erwachsenen spielt. Hinter der drastischen Fassade verbirgt sich jedoch eine Coming-of-Age-Story über Identität, Leistungsdruck und moralische Grauzonen. Die Nachwuchshelden kämpfen nicht nur um Ruhm und Anerkennung, sondern auch mit sich selbst - und mit einem System, das sie formt und ausnutzt.

"Watchmen" (HBO Max)

Die Polizistin Angela Abar (Regina King) versucht in "Watchmen" (bei HBO Max) ein anarchisches Amerika unter Kontrolle zu halten. Gar nicht so leicht - erst recht, weil die weiße rassistische Terrorgruppe "Siebte Kavallerie" das Sagen hat. Elf Emmys sprechen eine klare Sprache: Das Serien-Remake von Zack Snyders Actioner aus dem Jahr 2009 war ein voller Erfolg.

Doch die Serie, die den Kultcomic aus den 80er-Jahren intelligent fortsetzt, geht weit über ein klassisches Superheldenformat hinaus und verwebt alternative Geschichte mit brennend aktuellen Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und gesellschaftlicher Spaltung. In komplexen Erzählsträngen entfaltet sich ein düsteres Panorama, das Vergangenheit und Gegenwart untrennbar miteinander verknüpft.

"Extraordinary" (Disney+)

In einer Welt voller Superkräfte ist Normalo Jen (Máiréad Tyers) ein Sonderling. Doch so leicht gibt sie sich in der sympathisch-unterhaltsamen Comedyserie "Extraordinary" nicht geschlagen. Den amüsanten Trip durch die durchgeknallte Welt des Tollpatsches gibt es bei Disney+ zu sehen.

Zwischen schrägen Alltagsproblemen und kuriosen Superfähigkeiten entfaltet sich eine charmante Geschichte über Selbstfindung und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Während um sie herum scheinbar jeder mit spektakulären Gaben glänzt, kämpft Jen mit Selbstzweifeln, Orientierungslosigkeit und der Frage, ob sie jemals "normal" sein wird. Gerade daraus bezieht die Serie ihren besonderen Witz und ihre emotionale Tiefe - und zeigt mit viel Herz, dass es manchmal gar keine Superkraft braucht, um seinen Platz im Leben zu finden.

"The Umbrella Academy" (Netflix)

In "The Umbrella Academy" schickt Netflix verkorkste junge Helden auf Weltrettungsmission. Statt die außergewöhnlichen Kräfte der Hauptfiguren in den Vordergrund zu stellen, interessiert sich Showrunner Steve Blackman ("Fargo") vielmehr dafür, wer diese Figuren eigentlich sind: wie sie ticken, warum sie so geworden sind, wie sie zueinander stehen und warum. Trotzdem kommen Action und Spektakel nicht zu kurz.

Inmitten von Zeitreisen, Weltuntergangsszenarien und familiären Konflikten entsteht ein eigenwilliger Mix aus Melancholie, Humor und visuellem Wahnsinn. Gerade die kaputte Dynamik der ungleichen Geschwister macht den besonderen Reiz der Serie aus, denn alte Wunden, Rivalitäten und unerfüllte Erwartungen brechen immer wieder auf. So wird die Rettung der Welt fast zur Nebensache - im Zentrum steht eine dysfunktionale Familie, die verzweifelt versucht, zusammenzuhalten.

"I Am Not Okay With This" (Netflix)

Die 17-jährige Sydney (Sophia Lillis) bekämpft mit Superkräften ihre Teenager-Ängste. Weil ihre Wutausbrüche in telekinetische Zerstörungsarien ausarten, mutiert sie in der Netflix-Serie "I Am Not Okay With This" mit düsterer Komik zu einer modernen "Carrie". Obendrein bringen die Macher der Serienempfehlung sensibles Gespür für die Nöte einer Heranwachsenden auf.

Zwischen Highschool-Alltag, familiären Problemen und ersten Liebesgefühlen entfaltet sich ein intensives Porträt einer jungen Frau am Rande der Überforderung. Sydney ringt mit Trauer, Einsamkeit und der Angst vor sich selbst - Gefühle, die sich unkontrolliert in ihren Kräften entladen. Die Serie lebt von ihrer rohen Ehrlichkeit, ihrer dichten Atmosphäre und einem Soundtrack, der die innere Zerrissenheit der Hauptfigur eindrucksvoll unterstreicht.

"Legion" (Disney+)

Eigenwillig und unberechenbar hat sich Showrunner Noah Hawley in "Legion" (bei Disney+) ziemlich wenig um Konventionen und Vernunft geschert. Das durchgeknallte Filmkunstwerk entführt auf aberwitzige, völlig enthemmte Trips in die Psyche des vermeintlich Verrückten David Haller (Dan Stevens).

"Legion" ist eine verstörende Ode an die Verrücktheit, die permanent zwischen Wahn und Wirklichkeit oszilliert. Mit experimenteller Bildsprache, ungewöhnlicher Erzählstruktur und einem hypnotischen Soundtrack wird jede Folge zu einem audiovisuellen Erlebnis. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine radikal andere Superheldengeschichte, die mehr Fragen stellt als Antworten liefert - und genau darin ihre Faszination entfaltet.

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