Monty-Python-Abend bei RTLZWEI

Wie ein Ex-Beatle den schönsten Monty-Python-Film rettete

05.04.2026 von SWYRL/Wilhelm Flemmer

"Das Leben des Brian" ist eine der schönsten Komödien, die je gedreht wurden. Bissig, schräg und absurd ist hier einmal mehr der Humor der britischen Komiker-Truppe Monty Python. Doch der Film wäre wohl nie entstanden, wenn nicht ein Ex-Beatle nicht rettend zur Stelle gewesen wäre.

Es sind zwei Welten mit scheinbar Riesenabstand zwischen sich. Auf der einen Seite die britische Komikertruppe Monty Python mit ihrem anarchisch-surrealem, groteskem Witz. Auf der anderen George Harrison, der Stille unter den Beatles, dessen Songs von zarten Melodien und klangvollen Harmonien getragen werden und dabei nicht selten über den Dingen des Lebens schweben. Und doch gab es eine Zeit, als sich diese beiden Welten einmal kurz berührten. Und es dabei keineswegs knallte, sondern im Gegenteil eine großartige geistige Schöpfung zur Folge hatte. Es war die Zeit, als Harrison ein Filmprojekt der Pythons finanzierte und dadurch die schönste aller Komödien der legendären Komiker rettete: "Das Leben des Brian".

Als die Pythons - Michael Palin, Terry Jones, John Cleese, Graham Chapman, Eric Idle, Terry Gilliam - ihre deftige Religionssatire Mitte der 1970er-Jahre in Angriff nahmen, war die Zeit ihrer TV-Erfolge durch die Sketch-Serie "Monty Python's Flying Circus" gerade vorbei. Ihr erster Spielfilm "Die Ritter der Kokosnuss" - der auf der Kultserie basierende Spielfilm "Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft" darf ausgeklammert bleiben - kam 1975 in die Kinos, und nun sollte mit einer weiteren Komödie an die Python-Erfolge angeknüpft werden. Dass "Das Leben des Brian" aber nicht nur erfolgreich, sondern auch für heftige Kontroversen sorgen würde, machte sich schon in den ersten Schritten seiner Entstehung bemerkbar. Immerhin sollte es ein Film über Jesus Christus werden, und der thematische Kern sollte sein: "Gier nach Ruhm".

"Ich bin fast vom Stuhl gefallen", erinnerte sich Terry Gilliam später an den Moment, als Eric Idle mit dieser Idee in Amsterdam bei einer ihrer "betrunkenen Kneipentouren" vorgeprescht war. Beinahe vom Hocker gefallen, weil der Gedanke "so skandalös" gewesen sei, so Gilliam weiter, aber auch "so wunderbar und so auf den Punkt gebracht". Ein Skandal wurde "Das Leben des Brian" denn auch wirklich, als die Komödie am 17. August in den USA Weltpremiere feierte. Vertreter christlicher und jüdischer Institutionen sahen in dem Film mehr als nur eine Satire auf religiöse Lehren und Dogmen. Man warf den Machern Respektlosigkeit bis hin zu Gotteslästerung vor und wollte sich auch dadurch nicht milde stimmen lassen, dass "Brian" nicht eigentlich von Jesus erzählte, sondern von einem jungen Mann, der zu Jesu-Zeiten von einer Anhängerschar für einen Messias gehalten wird. Es kam, nichtsdestotrotz, zu Protesten und Boykottaufrufen. Den Erfolg des Films konnte die Aufregung indes nicht verhindern.

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"Er wollte so gerne den Film sehen"

Der Weitblick über den zu erwartenden Skandal hinaus fehlte den Geldgebern allerdings. Für die Produzenten war der Stoff zu heiß, und als ein sicher an Bord geglaubter Finanzier beinahe buchstäblich in letzter Minute sich aus dem Projekt zurückzog, hatten die Pythons zwar ein fertiges Drehbuch in der Hand, aber kein Geld, um einen Film daraus zu machen. Hier nun kam George Harrison ins Spiel, der Ex-Beatle, der zwar als der Stille unter den Fab Four galt, der aber lautes Gezerre um seine Person, seine Band, ihre Musik gewohnt war. Ja, selbst Erfahrungen mit vor Wut schäumenden Gläubigen hatten er und Paul und John und Ringo schon gesammelt. Stichwort Lennon-Äußerung: "Wir sind beliebter als Jesus".

Harrison sprang also in die Bresche und gab den Pythons das Geld, das sie für den Film benötigten. Warum aber tat er das? Einmal weil er und Eric Idle befreundet war. Und dann weil er mindestens Sympathien mit dem Humor der Komiker-Truppe hatte. Die Pythons sah er auf der gleichen Linie wie die Beatles. In der Comedy sei vor diesen Komikern alles "ziemlich fade" gewesen, sagte er einmal in einem TV-Interview. Und wie die Beatles zu ihrer Zeit hätten auch die Pythons für Aufbruch gen kreatives Neuland gestanden. Mit ihrem abseitigen, schrägen und umkrempelnden Humor, hätten sie, wie eben die Beatles, eine Alternative zum Üblichen und Bewährten geboten.

Kurzum: Harrisons Bewunderung für Monty Pythons kam ihm zu stehen. Geschlagene vier Millionen Dollar ließ der 2001 verstorbene Musiker aus eigenen Mitteln springen, damit "Das Leben des Brian" entstehen konnte. Was Terry Jones, den Hauptdarsteller, Co-Drehbuchautor und Regisseur des Films, zu einer pythonesken Bemerkung hinreißen ließ: Das sei die "teuerste Kinokarte" gewesen, für die jemals jemand bezahlt habe. Aber wenigstens bekam Harrison für seine Großzügigkeit einiges zurück. Zum einen schenkten ihm die Pythons einen winzigen Auftritt in der Komödie, die Rolle eines gewissen Mr. Papadopoulos, eines Bergbesitzers. Und dann durfte er immerhin das Resultat seiner doch riskanten finanziellen Entscheidung bewundern. Und darauf kam es ihm offenbar an. "Wieso", fragte John Cleese verblüfft, als Eric Idle ihm erzählte, dass Harrison die Finanzierung eingetütet habe. "Nun ja", antwortete dieser, "er wollte so gerne den Film sehen."

"Das Leben des Brian" läuft am 5. April, ab 20.15 Uhr auf RTL ZWEI. "Die Ritter der Kokosnuss" folgt im Anschluss, ab 22.05 Uhr.

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