50 Jahre "Familiengrab"

Vor 50 Jahren erschien Alfred Hitchcocks letzter Film: Warum sein letztes geplantes Projekt nie zustande kam

09.04.2026 von SWYRL/Jan-Niklas Jäger

Vor 50 Jahren erschien mit "Familiengrab" der letzte Film von Regie-Legende Alfred Hitchcock. Eigentlich hatte der umtriebige Filmemacher noch ein weiteres Projekt geplant. "The Short Night" wurde aber nie verwirklicht.

Der 9. April 1976 war ein denkwürdiger Tag der Kino-Geschichte, auch wenn das damals niemandem wirklich klar gewesen sein dürfte. An diesem Tag feierte der letzte Film von Alfred Hitchcock Premiere. "Familiengrab" war ein würdiger Abschied, in dem der Meister der Suspense einerseits an der Tradition seiner zahlreichen klassischen Thriller anknüpfte - gleichzeitig nahm der schwarze Humor, der seinen großen Filmen zwar selten fehlte, aber noch seltener im Mittelpunkt stand, eine ungemein größere Rolle. "Familiengrab" war eigentlich schon eine halbe Komödie - bei der einem das Lachen aber im Halse stecken bleibt.

Es ist aber nicht so, dass Hitchcock den Film als Abschluss seiner Filmografie geplant hatte. Eigentlich hatte er einen weiteren Film geplant, der es jedoch nie über die Vorproduktion hinausgeschafft hat. "The Short Night" sollte auf zwei Büchern gleichzeitig basieren: einem Roman von Ronald Kirkbride und einer Biografie von George Black, einem britischen Doppelagenten. Genau diesem Beruf sollte auch Gavin Brand nachgehen, der Protagonist des zum Scheitern verurteilten Projekts.

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In den Hauptrollen: Sean Connery und Catherine Deneuve?

Hitchcock ließ zwei Drehbuchautoren mehrere Entwürfe für ein Skript des Films anfertigen. Der eine, James Costigan, war eine ungewöhnliche Wahl. Mit der Welt des Kinos hatte er wenig am Hut: Costigan schrieb vorrangig für Fernseh-Produktionen. In seiner Version sollte Gavin Brand am Ende sterben. Bei dem zweiten Autor handelte es sich um Ernest Lehman, der einige der größten Filme der Geschichte Hollywoods geschrieben hat, darunter "West Side Story" (1961), "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (1966) und Hitchcocks eigenen Film "Der unsichtbare Dritte" (1959). Ganz der Logik des alten Hollywood folgend, sollte der Protagonist in Lehmans Version zwar durch seine Verhaftung für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden, nicht aber sterben.

Ob Gavin Brand am Ende des Projekts nun sein Ende finden sollte oder nicht, sei dahingestellt. Fest steht aber, dass es Sterblichkeit war, die dafür sorgte, dass "The Short Night" nie gedreht werden sollte. Der Film, der bereits Ende der 1960er-Jahre angekündigt worden war, aber immer wieder aufgeschoben wurde, befand sich noch in der Vorproduktionsstufe. Gefilmt werden sollte in Finnland, für die Hauptrolle wurden Stars wie Walter Matthau, Sean Connery und Clint Eastwood gehandelt. Für die weibliche Hauptrolle - Brands Geliebte - waren mit der Französin Catherine Deneuve und der Schwedin Liv Ullmann internationale Filmstars im Gespräch.

1979 jedoch zog Universal Pictures den Stecker. Der Grund: Alfred Hitchcocks Gesundheitszustand. Der hatte sich dermaßen verschlechtert, dass es unrealistisch schien, dass er den Film vollenden können würde. Die tragische Entscheidung stellte sich als die richtige heraus: Hitchcock starb ein Jahr später, am 29. April 1980. Der Regisseur war 80 Jahre alt.

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