22.01.2026 von SWYRL
Am Donnerstagmorgen war Schauspieler Oliver Wnuk im ZDF-Magazin "Volle Kanne" zu Gast. Dort übte er scharfe Kritik am deutschen Bildungssystem und erklärte, was seiner Auffassung nach an den Schulen hierzulande falsch laufe.
Oliver Wnuk (49) ist vielen noch heute als Ulf Steinke aus der Kult-Serie "Stromberg" bekannt. Mittlerweile ist er neben seiner Arbeit als Schauspieler ("Nord Nord Mord") unter anderem auch als Autor und Hörbuchsprecher aktiv. Und auch sozial engagiert sich Wnuk seit vielen Jahren. So ist er unter anderem Botschafter der gemeinnützigen Organisation "Mentor-Stiftung", gibt dort Workshops für Jugendliche und stellt dieses Jahr sogar ein gemeinsames Bühnenprojekt in Konstanz auf die Beine.
Wie sehr ihm die Förderung von Kindern am Herzen liegt, wurde auch bei seinem Besuch im ZDF-Magazin "Volle Kanne" deutlich. Denn dort arbeitete er sich am deutschen Bildungssystem ab.
Hintergrund war ein TV-Beitrag in der Sendung über die Otto-Schott-Gesamtschule in Witten. Dort findet seit einiger Zeit ein Projekt zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins von Schülerinnen und Schülern statt. Die Jugendlichen sollen dabei mithilfe von Coaches lernen, auf ihre Gesundheit zu achten, ihren Körper zu verstehen und ihre Selbstsicherheit und Eigenverantwortung zu stärken.
Nach dem Beitrag zeigt sich Wnuk beeindruckt: "Ja, ein Riesenthema. Ich habe da auch Respekt", betont er im Gespräch mit Moderatorin Nadine Krüger. Denn im deutschen Schul- und Bildungssystem sieht der Schauspieler noch einigen Verbesserungsbedarf: "Mich regt es auch wahnsinnig auf, wenn ich so was sehe", gesteht er und erklärt: "Ich arbeite ja viel mit Schülern zusammen - wie verspannt die sind, wie verängstigt die sind. Und wie die Wissen abspulen, auswendig lernen müssen, dann Noten bekommen und danach bewertet werden."
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Oliver Wnuk fordert "finanzielle Bildung" an Schulen
Der Vater von zwei Kindern (eines hat er mit Ex-Partnerin Yvonne Catterfeld) bemängelt, es gehe in der Schule ausschließlich darum, Leistung zu zeigen. Dabei solle man viel eher das Potenzial und die Leidenschaften der Jugendlichen erkennen und fördern. Er stellt außerdem klar: "Ich finde es verantwortungslos, dass keine finanzielle Bildung in den Schulen stattfindet. Ein so wichtiges Thema." So habe er während seiner Schulzeit gelernt, wie man "ein Auge beschriftet", aber habe nicht gewusst, wie eine "Krankenkasse, das Rentensystem oder Sparen funktioniert".
"Es wird viel getan, aber die Direktoren und Lehrer müssen auch ein bisschen am Schulsystem vorbeiarbeiten", findet Wnuk. Es gebe tolle Fächer und Schulsysteme, "aber das Gros des Bildungssystems wertet Erfolg nach Leistung, nach auswendig lernen und nicht nach Potenzial, weil natürlich auch gar nicht das System dafür da ist." Wnuk räumt ein, die Lehrkräfte hätten bei einer Klasse mit über 30 Schülerinnen und Schülern auch gar nicht die Zeit, sich "um den Einzelnen wirklich zu kümmern".
"Das ist das Problem", moniert Wnuk. Moderatorin Nadine Krüger stimmt zu, es gebe noch "viel Handlungsbedarf", zeigt sich dennoch optimistisch. So habe man vergangenes Jahr auf der Messe re:publica gesehen, dass man "eine Ministerin hat, die da sehr viel bewegen und tun wird".


