Kinostart von "Mercy"

"Der schlechteste Film, den ich je gesehen habe": So sah Chris Pratt in seiner ersten Rolle aus

22.01.2026 von SWYRL

Vom obdachlosen Kellner auf Hawaii zum Hollywood-Star: Chris Pratt hatte einen ungewöhnlichen Einstieg ins Filmgeschäft - mit einer Rolle, die heute kaum jemand kennt.

Hat er oder hat er nicht? In seinem aktuellen Science-Fiction-Thriller "Mercy" spielt Chris Pratt einen Polizisten, der angeklagt ist, seine Frau getötet zu haben. Allerdings hat er nur exakt 90 Minuten Zeit, um seine Unschuld zu beweisen, sonst wird er von einer gnadenlosen Justiz-KI exekutiert. Auch diese Hauptrolle zeigt: In den letzten zehn Jahren hat sich der Schauspieler zu einem der beliebtesten Actionhelden Hollywoods entwickelt. Doch kaum jemand weiß heute noch, dass Pratts Karriere überhaupt nur aufgrund eines Zufalls zustande kam - und er zunächst alles andere als der "Leading Man" war.

Als Chris Pratt Ende der 1990er-Jahre in Hawaii lebte, war an eine Schauspielkarriere kaum zu denken. Der 1979 in Virginia (Minnesota) geborene Pratt hatte nach dem Abschluss der Lake Stevens Highschool 1997 ein Community College begonnen, dieses jedoch nach einem Semester wieder verlassen. Stattdessen nahm er Gelegenheitsjobs an, reiste durch die USA und verdiente sich seinen Lebensunterhalt unter anderem als Kellner. Zeitweise war er obdachlos und schlief am Strand oder in seinem Van. Ernsthaft als Schauspieler zu arbeiten war eher eine vage Idee als ein konkretes Ziel: Er trat als Amateur-Komiker auf, imitierte Jim Carrey und sammelte erste Bühnenerfahrungen - aber ohne professionelle Ambitionen.

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Seine erste Rolle verdankt Pratt einer Zufallsbegegnung mit einem Hollywood-Star

In einem Interview mit "Vanity Fair" aus dem Jahr 2017 erzählte Chris Pratt, wie er schließlich zu seinem ersten Job kam. Während seiner Zeit als Kellner auf Maui begegnete er der Schauspielerin Rae Dawn Chong ("Die Farbe Lila"). Pratt schilderte das Gespräch später pointiert: "Ich bin Ihr Kellner." Chong sagte: "Ich bin Rae Dawn Chong." Er antwortete: "Sie sind ein Filmstar." Sie meinte: "Sie sind süß. Sind Sie Schauspieler?" Und er sagte: "Verdammt, ja, ich bin Schauspieler. Geben Sie mir eine Rolle in einem Film." Ob diese Begegnung exakt so verlief, ist nicht klar. Entscheidend war, dass Chong Interesse zeigte. Da Pratt kein eigenes Telefon besaß, gab er ihr die Nummer seines besten Freundes Michael. Chong meldete sich später tatsächlich und lud Pratt zu einem Vorsprechen nach Los Angeles ein.

Das Projekt trug den Titel "Cursed Part 3", ein satirischer Horror-Kurzfilm, den Rae Dawn Chong selbst geschrieben und inszeniert hatte. Der Film entstand im Jahr 2000, kurz nach dem Erfolg von "Blair Witch Project" und war eine Art ironischer Kommentar auf den damaligen Found-Footage-Trend. Eine reguläre Veröffentlichung gab es allerdings nie, erst Jahre später tauchte der 25-Minuten-Kurzfilm online auf. Für Pratt hätte "Cursed Part 3" auch verschollen bleiben dürfen: "Es war der schlechteste Film, den ich je gesehen habe", urteilte er im "Vanity Fair"-Interview über den Streifen.

Vom Serienstar zum Meme

Trotzdem war "Cursed Part 3" der Türöffner, schon kurz darauf erhielt Pratt weitere Angebote: 2002 wurde er als Bright Abbott in der Fernsehserie "Everwood" besetzt. Die Rolle verschaffte ihm erstmals größere Sichtbarkeit im US-Fernsehen und brachte ihm zwei Nominierungen für den Teen Choice Award ein. Nach dem Ende der Serie folgten weitere Fernsehauftritte, unter anderem in der letzten Staffel von "O.C., California" (2006). Parallel begann er, kleinere Filmrollen zu übernehmen, etwa im Actionfilm "Wanted" (2008) an der Seite von James McAvoy und Morgan Freeman.

Der entscheidende Schritt kam 2009 mit der Sitcom "Parks and Recreation". Als Andy Dwyer entwickelte Pratt über sechs Staffeln hinweg eine Figur, die wesentlich zu seiner Popularität beitrug. Die Rolle machte ihn einem breiten Publikum bekannt und prägte sein Image als komödiantischer Schauspieler. Gleichzeitig wurde er Teil der frühen Meme-Kultur im Internet, was seine Präsenz zusätzlich verstärkte.

Pratt hatte "holprigen Start" mit Marvel

2014 leitete Pratt bewusst einen Imagewechsel ein. Mit körperlicher Transformation und dem Wechsel ins Actionfach erhielt er die Hauptrolle in "Guardians of the Galaxy". Zuvor war er einige Male beim Comic-Riesen abgeblitzt: "Ich habe mich für alle Filme beworben. Ich hatte einen holprigen Start mit Marvel", erzählte Pratt in der Talkshow von Jimmy Kimmel. "Für alles, was einen Typen brauchte, der auch nur im Entferntesten wie ich aussah, habe ich auf die eine oder andere Weise vorgesprochen." Eine Zusage habe er jedoch nie bekommen: "Es kam zu dem Punkt, an dem ich nie wieder für Marvel vorsprechen wollte. Ich dachte mir: 'Das ist dumm, ich werde nie in einem Marvel-Film mitspielen.'"

Mit der Hauptrolle in "Guardians of the Galaxy" gelang ihm dann der Durchbruch in den Mainstream: Chris Pratt machte sich in der Rolle des selbstironischen, gutaussehenden und frechen Superhelden "Star Lord" unsterblich. Seitdem ist er ein Mann für die ganz großen Produktionen wie die "Jurassic World"-Reihe, die Amazon-Serie "The Terminal List" und die Netflix-Materialschlacht "The Electric State". Zudem ist er auch als Sprecher gefragt, etwa in "The Lego Movie", "Garfield" und als "Super Mario".

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