Plötzlich kostet das Navi Geld

Navigations- und Infotainment-Dienste: ADAC warnt vor Abofalle im Auto

06.02.2026 von SWYRL

Viele Hersteller begrenzen die kostenlose Nutzung von Diensten mit Online-Verbindung im Auto. Der ADAC kritisiert, dass Navigation und Infotainment oft nach kurzer Zeit kostenpflichtig werden.

Das neue Auto fährt sich gut, doch nach einiger Zeit lässt sich das Navigationssystem nicht mehr nutzen. Um es wieder zu aktivieren ist ein digitales und kostenpflichtiges Abo beim Hersteller nötig. Viele komfort- und Datenfunktionen in neuen Autos sind Teil sogenannter Konnektivitätsdienste, für die eine Online-Verbindung nötig ist und die sich häufig nur für einen bestimmten Zeitraum nutzen lassen.

Der ADAC kritisiert, dass solche Dienste, die bisher im Kaufpreis enthalten waren, sich zu fortlaufenden Kostenpunkten entwickeln können, um zu einer zusätzlichen Einnahmequelle für die Hersteller zu werden. So verlangt Mercedes laut ADAC für die digitalen Dienste bis zu 328 Euro im Jahr. Zudem würden solche zusätzlichen Kosten beim Neuwagenkauf häufig nicht erwähnt.

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Smartphone-App wird kostenpflichtig

Der Automobilclub hat gemeinsam mit der Zeitschrift "c't" die Kosten solcher Konnektvititäsdienste bei zwölf verschiedenen Automobilherstellern erfragt. Diese bieten etwa eine Smartphone-App an, mit welcher sich das Auto klimatisieren und entriegeln lässt oder mit der der Akkustand oder der Ladevorgang bei Elektroautos überprüft werden kann.

Während Audi, Opel und VW diesen Dienst für zehn Jahre kostenlos arbeiten, kostet "Škoda Care Connect" bei Skoda schon nach drei Jahren 60 Euro pro Jahr. Die anderen Hersteller gaben die Preise nicht an. Für zehn Euro Aufpreis gibt es laut ADAC bei Skoda noch eine Ladestopp-Funktion, eine Online-Sprachsteuerung und eine Parkplatzsuche oben drauf.

Das kosten die Hersteller-Abos

Die Kosten für solche erweiterte Dienste wie Navigation, Verkehrsdaten, Parkplatzsuche und mehr variieren laut ADAC deutlich zwischen den einzelnen Herstellern. So ist die Nutzung von "Audi connect Navigation & Infotainment" drei Jahre kostenlos und kostet danach je Paket zwischen 12,90 Euro und 15,90 Euro im Monat. Bei BMW wird der Dienst "BMW Digital Premium" schon nach drei Monaten kostenpflichtig und kostet dann 9,98 Euro pro Monat. Volkswagen verlangt nach drei Jahren je nach Modell 4,99 Euro pro Monat oder bis zu 149 Euro pro Jahr.

Kostenlose Drittanbieter-Apps als Alternative nutzen

Der ADAC bemängelt, dass die Preise für diese Dienste nicht immer transparent seien. Hinzu kommt, dass die Dienste sich in den Leistungen unterscheiden oder nicht einsehbar sind, was einen Vergleich für Verbraucherinnen und Verbraucher erschwert. Deshalb fordert der ADAC von den Herstellern mehr Transparenz bei Preisen und Leistungsumfang. Außerdem müsse eine kostenlose Verfügbarkeit für sicherheitsrelevante Basisdienste (etwa Sicherheitsupdates) dauerhaft gegeben sein. Offene APIs sollten einen Datenzugang für Drittanbieter ermöglichen.

Denn Autofahrerinnen und Autofahrer sind nicht zwingend auf die Konnektivitätsdientste der Hersteller angewiesen. Über Android Auto und Apple CarPlay können Sie ihr Smartphone mit dem Fahrzeugbildschirm koppeln und so alternative Apps wie etwa Navigation, nutzen. Gerade für Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos ist es hilfreich, wenn sie mit alternativen, kostenlosen Apps den Ladefortschritt ihres Autos sowie Ruten- und Ladeplanung kontrollieren können. Jedoch weist der ADAC auch darauf hin, das wirkliche Alternativen zu vollständig integrierten Hersteller-Navigationssystemen auch bei Drittanbietern meist ebenfalls aus kostenpflichtigen Abos bestehen.

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