08.04.2026 von SWYRL/Ina Dechant
Anstatt Frühlingsgefühlen leiden Sie unter Müdigkeit? Das muss nicht sein. Gegen Frühjahrsmüdigkeit können Sie etwas unternehmen, um den Frühling unbeschwert genießen.
Sie haben sich viel vorgenommen für den Frühling - vom Großputz über regelmäßiges Joggen bis hin zur Umgestaltung der Wohnung. Am Ende passiert aber nicht viel, denn kaum haben Kälte und Schnee sich verzogen, hat die Frühjahrsmüdigkeit Sie fest im Griff. Hilft nichts, dann müssen die Aufgaben eben warten? Nein, es gibt gegen die Frühjahrsmüdigkeit durchaus nützliche Maßnahmen.
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Antriebslosigkeit im Frühling
Woran liegt es eigentlich, dass wir im Frühjahr oft so antriebslos sind? Mit zunehmendem Tageslicht sinkt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Das aktivierende Serotonin steigt hingegen nur langsam an. Die Blutgefäße erweitern sich, was manchmal ein Sinken des Blutdrucks zur Folge hat. All das kostet den Körper Kraft, macht müde und führt bisweilen zu Kreislaufproblemen.
Was viele nun falsch machen: Der Frühjahrsmüdigkeit mit viel Ruhe und Schlaf begegnen. Anders als vermutet, führt das nicht zu Erholung, sondern macht nur noch müder. Der Kreislauf kommt nicht in Schwung, man ist abends nicht müde, kann nicht einschlafen und ist am nächsten Tag noch müder - ein Teufelskreis. Raffen Sie sich also trotz Müdigkeit auf, sich zu bewegen.
Anstatt den Tag auf dem Sofa zu verbringen, sollten Sie sich an der frischen Luft bewegen. Es muss nicht unbedingt ein intensives Training sein - schon ein Spaziergang, Walken, Radfahren oder leichtes Joggen bringen den Kreislauf in Schwung, fördern die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Körpers. Nach solchen Aktivitäten klappt es dann auch mit dem Einschlafen am Abend. Tageslicht signalisiert unserem Körper, dass die Produktion von Melatonin reduziert und die von Serotonin angekurbelt werden soll. Das Beste, was Sie gegen Frühjahrsmüdigkeit machen können, ist daher ein ausgiebiges Bad in der Sonne. Aber auch bei Bewölkung wirkt sich das Tageslicht im Freien noch immer positiv und aktivierend auf Ihren Hormonhaushalt aus.
Unser Körper braucht Sonnenlicht, um Vitamin D zu produzieren. Im Winter bekommt er oft über Monate hinweg zu wenig davon - der Speicher ist dann manchmal leer am Ende der kalten Periode. Sonnenbaden allein reicht oft nicht, um ihn wieder aufzufüllen, eine Ergänzung durch Vitamin-D-Tabletten ist daher sinnvoll. Ein Blutbild gibt Aufschluss über einen möglichen Mangel.
Auf die Ernährung achten
Vitamin D, Bewegung, frische Luft - all das hilft wenig, wenn Sie zu wenig trinken. Eine ausreichende Menge Flüssigkeit ist essenziell für Kreislauf, Konzentration und Leistungsfähigkeit des Körpers. Wer denkt, dass gegen Müdigkeit Kaffee hilft, liegt falsch. Kaffee dehydriert nur noch mehr und sollte nur in Maßen konsumiert werden. Meiden Sie auch zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks und Säfte.
Apropos Kaffee: Wir Deutschen mischen ganz weit oben mit beim Kaffeekonsum - und bekämpfen damit Müdigkeit, schlechte Laune und Langeweile. Oft hilft das zwar kurzfristig, aber eine wirklich nachhaltige Methode, der Frühjahrsmüdigkeit entgegenzuwirken, ist Kaffee nicht. Häufig kommt nach dem Kick durch das Koffein das Tief - oder die Einschlafprobleme am Abend.
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei Frühjahrsmüdigkeit. Schwere, fettige und zuckerhaltige Speisen verstärken Ihre Erschöpfung nur noch mehr. Besser sind leichte, frische Gerichte, die den Körper nicht zusätzlich belasten. Ihr Speiseplan sollte reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, ungesättigten Fettsäuren und Eiweißlieferanten sein.
So werden Sie fitter
Es kostet etwas Überwindung, aber Wechselduschen bewirkt wahre Wunder. Der Kalt-Warm-Wechsel kurbelt die Durchblutung an und macht wach. Wer so in den Tag startet, gibt der Frühjahrsmüdigkeit kaum eine Chance und stärkt zugleich die Abwehrkräfte. Vollbäder und lange, warme Duschen machen hingegen noch träger.
Für das Frühjahr nehmen wir uns oft besonders viel vor - vom Großputz bis zu ambitionierten Sportvorsätzen. Zwar sollten Sie sich der Müdigkeit nicht völlig hingeben und alle Pläne über den Haufen werfen - aber in Stress sollte es eben auch nicht ausarten, denn der verstärkt das Erschöpfungsgefühl nur noch mehr. Zu lange To-do-Listen können genauso für Erschöpfung sorgen wie Stress in Beziehungen.
Wer an Frühjahrsmüdigkeit leidet, sehnt sich oft sehr nach einem Schläfchen zwischendurch. Wird daraus aber ein ausgedehnter Mittagsschlaf inklusive Tiefschlafphase, so stört das den natürlichen Schlafrhythmus, was zu Ein- und Durchschlafproblemen führen kann. Ein kurzer Powernap von 10 bis 20 Minuten ist hingegen erlaubt und kann helfen, besser durch den Tag zu kommen.
Schlafstörungen sind zu einer Volkskrankheit geworden, was viel mit den Gewohnheiten in der heutigen Zeit zu tun hat. Immer mehr Tätigkeiten sind überwiegend im Sitzen und bedingen Bewegungsmangel. Auch lange Bildschirmzeiten, vor allem vor dem Schlafengehen, sorgen für Einschlafprobleme. Achten Sie bei Frühjahrsmüdigkeit auf eine gründliche Schlafhygiene, um Ihr Problem nicht noch zu verschärfen.
Setzen Sie die richtigen Prioritäten
Ganz wichtig bei Frühjahrsmüdigkeit: Soziale Interaktion. Wer mit anderen spricht, lacht und interagiert, merkt oft gar nichts mehr von seiner Müdigkeit. Der Kontakt zu Menschen regt nicht nur die Durchblutung an, sondern aktiviert auch das Nervensystem und fördert die Ausschüttung von Serotonin. Sich auf der Couch zu verstecken, ist also nicht die richtige Antwort auf Frühjahrsmüdigkeit.
Wer sich in Phasen der Müdigkeit zu viel vornimmt, kann nur scheitern. Denn das führt zu noch mehr Antriebslosigkeit. Das Erreichen der eigenen Ziele motiviert hingegen. Deshalb sollten Sie sich zwar Ziele setzen, aber eben nicht zu viele und zu große. Ein bis zwei wirklich wichtige Punkte pro Tag auf der To-do-Liste reichen.
Nicht zuletzt sind Geduld und Akzeptanz wichtige Begleiter beim Umgang mit Frühjahrsmüdigkeit. Man läuft nun mal nicht immer auf hundert Prozent und es gibt Phasen, in denen manches etwas langsamer geht. Ihre alte Leistungsfähigkeit wird bald zurückkommen. Bis dahin sollten Sie Prioritäten setzen: Was muss unbedingt erledigt werden? Was kann warten? Und was tut Ihnen gut?
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
Der Grund für Leistungseinbußen beim Sport muss nicht unbedingt die Frühjahrsmüdigkeit sein. Im Winter bewegen wir uns meist weniger, legen Wege eher mit dem Auto zurück und gehen seltener laufen. Das zeigt sich dann oft an der Kondition im Frühling. Steigern Sie sich langsam und akzeptieren Sie, wenn Ihr Körper nicht gleich hundert Prozent bringt.
Die Müdigkeit bleibt oder hat Ausmaße, die Ihre Lebensqualität deutlich einschränken? Vielleicht steckt mehr dahinter als nur eine Frühjahrsmüdigkeit. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Arzt durchchecken. Er kann herausfinden, ob die Ursache Ihrer Antriebslosigkeit womöglich ein Nährstoffmangel, hormonelle Veränderungen, Depressionen, Burn-out oder eine chronische Erkrankung sind.
Frühjahrsmüdigkeit ist nichts Schlimmes und geht vorüber. Dennoch sollten Sie die Antriebslosigkeit nicht einfach so hinnehmen, sondern ihr mit Bewegung, Sonnenbaden und gesunder Ernährung entgegenwirken. Das kann den Anpassungsprozess des Körpers an höhere Temperaturen und mehr Tageslicht unterstützen und beschleunigen.


