"Die Unvermittelbaren - Mit Martin Rütter"

Martin Rütter sieht "null Chance" für völlig verwahrloste Rüden - dann geschieht ein kleines Wunder

15.03.2026 von SWYRL/Simone Deckner

Zwei zwölf Jahre alte, schwer kranke Herdenschutzhunde warten im Tierheim auf ein kleines Wunder. Doch Martin Rütter hat wenig Hoffnung. Weil sie jahrelang unter miserablen Bedingungen leben mussten, brauchen die zwei Rüden bis heute täglich Pflege und Medikamente. Dann melden sich Interessenten.

Ein neuer, krasser Fall von Verwahrlosung erschüttert "Hundeprofi" Martin Rütter: In der aktuellen Folge von "Die Unvermittelbaren" (sonntags, 19.05 Uhr, RTL) geht es um den dramatische Schicksal von Bruno und Willi. Die beiden großen, alten Herdenschutzhunde landeten entkräftet und krank nach einer Beschlagnahmung im Tierheim Darmstadt.

"Hunde, die so verwahrlost sind, haben wir äußerst selten", erklärt Tierheimleiter Christian Zentgraf, der auch Tierarzt ist: "Die Hunde waren völlig abgemagert. Das Fell war mit altem Kot und Urin verklebt." Zudem litten der ungarische Kuwatsch-Mischling Willi und Neufundländer Bruno unter schlimmen Ohrentzündungen. "Die Hunde müssen jahrelang Entzündungen gehabt haben und es muss konsequent nichts gemacht worden sein", berichtet der Tierheimleiter. Hinzu kamen schwere Hüftprobleme, beide haben eine hochgradig fortgeschrittene Hüftdysplasie.

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Martin Rütter: "Wie kann es dazu kommen, ehrlich?"

Nach einem halben Jahr im Tierheim geht es den beiden Rüden mittlerweile deutlich besser. Anders als Lothar, der einst mit den anderen Hunden beschlagnahmt wurde: "Ihm ging es nach kurzer Zeit schlechter und schlechter", so Christian Zentgraf. Bei einer Untersuchung wurde ein Milztumor entdeckt. Der Hund wurde eingeschläfert.

Martin Rütter ist geschockt: "Wahnsinn! Katastrophe! Da fragst du dich immer: Wie kann es dazu kommen, ehrlich? Wirklich schlimm!", sagt der erfahrene Hundetrainer. Unter den Folgen ihrer miserablen Lebensbedingungen leiden die Hunde bis heute - beide brauchen tägliche Pflege und Medikamente. Martin Rütter macht sich Gedanken, ob er hier überhaupt helfen kann: "Die müssen täglich medizinisch versorgt werden. Die sind zwölf! Die Chance, dass da noch mal jemand kommt, und sagt: Ich befreie die, ist ehrlich gesagt bei null. Aber es nützt ja nichts!"

Doch dann gibt es doch Hoffnung: Tatjana und Thomas haben sich gemeldet und wollen die beiden alten, kranken Hunde kennenlernen. Marcel Wunderlich aus Martin Rütters Team ist bei dem Erstkontakt im Tierheim dabei. "Aber was ist denn, wenn die sich jetzt in nur einen von beiden verlieben?", fragt er Tierheimleiter Christian zuvor.

Paar mit Hunden möchte die beiden "Unvermittelbaren" kennenlernen

Dessen Antwort ist klar: "Wir würden auch einem eine Chance geben. Top wäre, wenn beide gemeinsam gleichzeitig gehen könnten - auch, wenn es verschiedene Stellen wären", sagt er. Auch Martin Rütter hofft, dass Bruno und Willi gemeinsam vermittelt werden können: "Ich fände das wirklich nicht schön, wenn die jetzt getrennt werden würden", bangt der 55-Jährige.

Tatjana und Thomas sind große Tierschutzfreunde, haben schon mehrere Hunde, die sonst niemand wollte, aus dem Tierheim geholt und ihnen ein neues Zuhause gegeben. Derzeit gehören zwei Hunde zu ihrem Rudel - beide müssen sich mit den potentiellen Neuzugängen verstehen.

Bei der Begrüßung bleiben sie jedoch erst mal draußen. Thomas steuert direkt auf Willi zu und macht dabei eigentlich alles falsch, wie Martin Rütter staunend kommentiert: "Oh mein Gott! Das Erste, was er macht ist: Er beugt sich volles Brett über den Hund und packt den an. Das wäre bei einem Hund, der das nicht leiden kann, sofort schon voll in die Hose gegangen", mahnt er.

Doch obwohl sich jahrelang niemand um sie kümmerte, zeigen sich die beiden Hunde-Senioren Menschen gegenüber weiterhin aufgeschlossen und freundlich.

Neues Zuhause für Willi - aber ohne Bruno

Jetzt müssen nur noch die beiden Althunde des Paars überzeugt werden. Ein erster gemeinsamer Gassigang verläuft jedoch friedlich. "Eure beiden Hunde haben kein Problem damit, dass ihr einen anderen Hund an der Leine habt", freut sich Hundetrainer Marcel Wunderlich. Tatjana ist optimistisch: "Ich kann mir gut vorstellen, dass das klappt. Ob da jemals eine innige Freundschaft werden würde, weiß ich nicht", sagt sie. Martin Rütter bestätigt diese Einschätzung: "Aus meiner Sicht reicht es, wenn die Hunde sich akzeptieren."

Dann ist der große Tag gekommen: Willi darf bei Tatjana und Thomas einziehen - allerdings ohne Bruno. "Es war ja erst die Frage, ob wir Willi und Bruno nehmen, aber mit vier Hunden war es uns dann doch zu viel, da haben wir so einen kleinen Rückzieher gemacht", sagt Thomas.

Martin Rütter zeigt dafür Verständnis: "Das ist wichtig, dass Menschen auch ehrlich zu sich selbst sind", sagt er, "es hilft uns ja auch nichts, wenn die sagen, wir nehmen beide und nach ein paar Wochen erkennen, dass das eine Fehlentscheidung war." Auf Anraten von Tierheimleiter Christian fiel die Wahl auf Willi. Wie sich der einst verwahrloste Hund in seinem neuen Zuhause fühlt, ist in den nächsten Folgen von "Die Unvermittelbaren" zu sehen.

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