15.03.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog
Edward Zwick rückte mit einem packenden Abenteuerdrama die Leiden Afrikas ins Blickfeld - und erreichte mit dieser eher spröden Thematik kaum Kinozuschauer.
Heute schon ein Collier gekauft? In "Blood Diamond" (2006) wird scharf auf die Diamantenindustrie geschossen und gleichzeitig wirkungsvoll auf das Leiden in Afrikas Krisenregionen aufmerksam gemacht. Regisseur Edward Zwick richtete das Augenmerk auf das Sierra Leone der 90er-Jahre, wo Warlords ihre Landsleute der Freiheit beraubten, sie als Sklaven nach Diamanten graben ließen und ihre Kinder zu willenlosen Soldaten machten. ARTE wiederholt den fünfmal für einen Oscar nominierten Abenteuerfilmam Sonntag, 15. März, um 20. Doch eben dort, in den Kinos, blieb der Film, sicher auch aufgrund des spröden Themas, hinter den Erwartungen zurück.
Leonardo DiCaprio spielt den selbstständigen, weißen Diamantenschieber Danny Archer aus Simbabwe, der einen regen Handel mit den Ausbeutern vom Dienst treibt. Gewissensbisse hat er nicht, schließlich muss er ohnehin die meiste Zeit darauf achten, nicht selbst in die Schusslinie zu geraten. Als aber die attraktive Magazin-Journalistin Maddy (Jennifer Connelly) auftaucht, die einen publizistischen Knüller in der Lebensgeschichte des zynischen Überlebenskünstlers wittert, gerät sein Weltbild ins Wanken.
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Spannender Thriller - mit stereotypem Ende
Danny ist gerade dabei, einen äußerst seltenen Riesenrohdiamanten in seinen Besitz zu bringen. Dazu freundet er sich mit dem Einheimischen Solomon Vandy (Djimon Hounsou) an, der, von Rebellen entführt und von seiner Familie getrennt, als Sklave auf den wertvollen Brocken gestoßen ist und ihn sogleich vergraben konnte. Doch sein wahrer Schatz, seine Familie, scheint verschollen, sein Sohn wird zum Kindersoldaten umgepolt.
Auf ihrer gemeinsamen Reise müssen sich die drei Jäger und Gejagten gegen jede Menge Unwägbarkeiten zur Wehr setzen. Regisseur Edward Zwicks Aufarbeitung der Ausbeutungsproblematik, die den schwarzen Kontinent schon seit dem Aufkommen des Sklavenhandels mit Amerika verfolgt, ist trotz blutigem und ungeschöntem Realismus verblüffend massenkompatibel. Vor allem ist es eine wahre Freude, Leonardo DiCaprio in der Rolle des mehr und mehr auftauenden Einzelkämpfers zu sehen. Schon damals hätte er einen Oscar verdient, den er erst zehn Jahre später für "The Revenant" erhielt.
An seiner Seite empfahl sich der beninische Schauspieler Djimon Hounsou für gewichtigere Rollen in Hollywood. Auch Jennifer Connelly als Kriegsreporterin warf viel Verve in die Waagschale und überzeugte. Allein das stereotype Ende, das zum tränenreichen Finale nach altbewährtem Opfer-Dich-Muster avanciert, verkauft den Film zuletzt unter Wert.


