Vorsorge wird kaum wahrgenommen

Alarmierende Studie: Nur jeder zweite Deutsche fühlt sich wirklich gesund

23.02.2026 von SWYRL

Fast die Hälfte der Deutschen fühl sich nicht gesund, wie eine Umfrage im Auftrag der Krankenkasse mkk ergab. Trotzdem bleiben Vorsorgeangebote häufig ungenutzt. Die mkk fordert deshalb eine andere Präventionspolitik.

Beim Thema Gesundheit sind viele Deutsche zwiegespalten. Wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der mkk - meine krankenkasse herausfand, fühlt sich in Deutschland nur jeder Zweite (56 Prozent) gesund.

Doch obwohl viele ihren Gesundheitszustand nicht gut einordnen, bleiben Präventionsangebote oft ungenutzt. Nur jeder Fünfte hat in den letzten zwölf Monaten einen Präsenz- (10 Prozent) oder Onlinekurs (9 Prozent) seiner Krankenkasse wahrgenommen. Dabei kann Prävention nicht nur dazu beitragen, schwere Krankheiten frühzeitig zu erkennen und die Chance auf Genesung zu verbessern, sondern auch dazu, Kosten für das Gesundheitssystem zu reduzieren. Darum fordert die mkk von der Politik, bei der Gesundheitsförderung nachzubessern.

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Nur jeder Zehnte nutzt Vorsorgeangebote

Von den Befragten gaben 44 Prozent an, dass sie sich in Bezug auf ihre körperliche Gesundheit nur mäßig oder gar nicht fit fühlen. Auch was die psychische Gesundheit betrifft, fühlt sich ein Drittel der Deutschen nicht fit. Nur zwei Drittel der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer bewertet die eigene psychische Gesundheit mit gut (49 Prozent) oder sehr gut (17 Prozent).

Auf der anderen Seite bleiben die rund 115.000 Präventionskurse deutscher Krankenkassen oft ungenutzt. Nur zehn Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten an einem Präventionskurs vor Ort teilgenommen haben, neun Prozent haben einen solchen Kurs online genutzt. Dazu sagt Andrea Galle, Vorständin der mkk: "Die Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland ein enormes Gesundheitspotenzial ungenutzt lässt. Es braucht eine grundlegende Neuausrichtung der Präventionspolitik."

Fehlende Informationsangebote und wenig Zeit

Offenbar mangelt es in Deutschland an gesundheitsförderlichen Rahmenbedingungen. So kreiden etwa 32 Prozent der Befragten unzureichende Informationen über Präventionsangebote an, einem Viertel (25 Prozent) fehlt die Zeit. Auch seitens der Politik wird aus Sicht vieler Deutscher zu wenig für Prävention getan. 67 Prozent der Befragten sehen staatliche Institutionen wie etwa Gesundheitsministerien in besonderer Verantwortung, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 80 Prozent.

Um mehr Menschen zur Vorsorge zu bewegen, benötige es der Befragung zufolge vor allem kostenfreie Angebote, flexible Kurszeiten und eine persönliche Betreuung. Von den Befragten ließen sich 42 Prozent durch kostenlose Präventionskurse zur Vorsorge begeistern. 37 Prozent wünschen sich flexiblere Zeiten und jede oder jeder fünfte Befragte wünscht sich eine persönliche Betreuung.

Persönliche Daten für persönliche Vorsorge nutzen

Für eine persönlichere Betreuung bedarf es aber mehr Daten zum Gesundheitszustand der Kursteilnehmer. Über diese Daten verfügen die Krankenkassen oft nicht, da die individuelle Datennutzung bislang nur sehr eingeschränkt erlaubt ist und sich wenig auf die Gesundheitserhaltung und mehr auf bestehende Krankheiten fokussiert wird. Gut sieben von zehn Befragten wären jedoch bereit, ihre Daten dafür zu teilen, jeder Fünfte (20 Prozent) würde auch einen uneingeschränkten Zugriff bejahen.

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