23.02.2026 von SWYRL
Vor genau 30 Jahren schrieben die Chaoten aus "Trainspotting" Filmgeschichte. Doch was machen die Darsteller von Renton, Spud und Co. heute?
Mit seiner Rolle in "Trainspotting -Neue Helden" feierte Ewan McGregor seinen endgültigen Durchbruch. Ebenso wie seine Kollegen Ewen Bremner, Robert Carlyle und Jonny Lee Miller sowie Ausnahme-Regisseur Danny Boyle. Das ist nun genau 30 Jahre her, denn die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irvine Welsh erschien am 23. Februar 1996 in den britischen Kinos. Wir zeigen aus diesem Anlass, was aus den Stars des Kultfilms wurde.
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Ewan McGregor (Renton)
Ewan McGregors Mark Renton war das Aushängeschild von "Trainspotting - Neue Helden". Ihm gehörte auch die denkwürdigste Szene des Films: Als der Junkie Renton sein Opiumzäpfchen aus den Augen verliert, taucht er in der Untiefen einer verdreckten Kneipentoilette ab. Nach dem Erfolg der Tragikomödie ließen Angebote aus Hollywood nicht lange auf sich warten: McGregor war unter anderem in "Moulin Rouge" mit Kollegin Nicole Kidman, "Big Fish" von Tim Burton und Ridley Scotts "Black Hawk Down" zu sehen.
Der bisherige Höhepunkt seiner Karriere war aber seine Hauptrolle in den "Star Wars"-Episoden I bis III. Darin spielte McGregor den Yedi-Meister Obi-Wan Kenobi, der in der Originaltrilogie von Sir Alec Guinness verkörpert wurde. Auch in der Serie "Obi-Wan Kenobi" übernahm er 2022 die Rolle des Jedi-Meisters.
Sehenswerte Rollen hatte Ewan McGregor auch in anderen Produktionen: Mit Halbglatze und Schnauzer war er in einer Doppelrolle in der dritten Staffel der traditionell hochkarätig besetzten Krimiserie "Fargo" zu sehen. Zuletzt spielte er die Hauptrolle in der Paramount+-Serie "Ein Gentleman in Moskau".
2016 gab McGregor mit der Philip-Roth-Verfilmung "Amerikanisches Idyll" sein Regiedebüt. Bislang wurde allerdings kein zweites Standbein daraus. 2017 schlüpfte er erneut in seine Kultrolle: In der Fortsetzung "T2 Trainspotting" kehrt er als Renton zwei Jahrzehnte, nachdem er seine Freunde um ihr Drogengeld prellte, nach Edinburgh zurück. Seine alte Clique ist davon wenig begeistert.
Jonny Lee Miller (Sick Boy)
In "Trainspotting" machte Sick Boy seinem Namen noch alle Ehre - auch weil er seine Kumpels mit seinem ständigen James-Bond-Gequatsche "krank" macht. Durch die Rolle des drogenabhängigen Vielschwätzers wurde auch Jonny Lee Miller zum Star. Danach allerdings blieben die großen Rollen für den britischen Schauspieler aus.
Miller spielte jedoch Theater und machte sich als Serien-Darsteller einen Namen: als Bösewicht in "Dexter", als Anwalt im Comedy-Drama "Eli Stone" oder mit der Rolle des ehemaligen britischen Premierministers John Major in "The Crown". Außerdem ermittelte er von 2012 bis 2019 gemeinsam mit Lucy Liu in der Serie "Elementary" als Sherlock Holmes. Zuletzt war er an der Seite von Jake Gyllenhaal in Guy Ritchies Action-Thriller "Der Pakt" zu sehen.
Dass Miller privat zeitweise an der Seite eines späteren Hollywood-Megastars stand, ist fast in Vergessenheit geraten. Denn noch vor Brad Pitt und Billy Bob Thornton hatte Angelina Jolie ihm die ewige Treue geschworen: Ihre Ehe hielt von 1996 bis 1999. Von 2006 bis 2018 war Miller mit seiner Kollegin Michele Hicks ("The Shield - Gesetz der Gewalt") verheiratet, die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.
Robert Carlyle (Begbie) und Ewen Bremner (Spud)
Robert Carlyle war schon 1996 ein bekannter Schauspieler. Nach seiner Proletenrolle als Begbie in "Trainspotting" landete er mit der Komödie "Ganz oder gar nicht" (1997) einen weiteren Erfolg. Begeistern konnte er auch als Bösewicht. Als glatzköpfiger Terrorist Viktor Zokas in "Die Welt ist nicht genug" (1999) machte der britische Schauspieler James Bond das Leben schwer. Was Sick Boy wohl dazu gesagt hätte?
Märchenfreunde kennen Carlyle hingegen als intrigantes Rumpelstilzchen aus der Serie "Once Upon A Time". In "T2: Trainspotting" zeigte er sich als Begbie bedrohlich wie eh und je. Vom Drehbuch der Fortsetzung war der Schauspieler hin und weg: "Es wird sehr emotional, denn der Film sagt dir, dass du über dich nachdenken solltest. Und du wirst denken: 'Verdammt! Was hab ich nur bislang mit meinem Leben angestellt?'" Zuletzt war Carlyle in dem britischen Mehrteiler "Toxic Town" zu sehen.
Der schrägste Typ der Drogen-Clique in "Trainspotting" war Spud, gespielt von Ewen Bremner. Liest man die Filmografie des britischen Schauspielers, könnte man meinen, es mit einem Hollywood-Hochkaräter zu tun zu haben. Doch in Filmen wie "Pearl Harbor", "Black Hawk Down" und "Exodus: Götter und Könige" spielte Bremner lediglich kleine Nebenrollen.
Auch er feierte sein Comeback: Spud hängt im "Trainspotting"-Sequel noch immer an der Nadel, entdeckt aber seine Qualitäten als Schriftsteller. Bremner war zuletzt mit einer prominenten Rolle in der US-Serie "Our Flag Means Death" zu sehen.
Kevin McKidd (Tommy) und Kelly Macdonald (Diane)
Nicht verwunderlich: Nachdem seine Figur Tommy in "Trainspotting" seiner Sucht zum Opfer fiel, war Kevin McKidd nicht im zweiten Teil dabei. Über mangelnde Rollenangebote konnte sich der Schotte im Anschluss an den Kultfilm jedoch nicht beklagen. Der schottisch-US-amerikanische Schauspieler spielte in Filmen wie "Nicholas Nickleby" (2002), "Königreich der Himmel" (2005) und "Hannibal Rising" (2007) mit und gehört seit 2008 zum Stammpersonal der Erfolgsserie "Grey's Anatomy".
Beim "Trainspotting"-Sequel mit von der Partie war hingegen Kelly Macdonald als Diane. Und obwohl sie im neuen Film "nur kurz Hallo" sagt, fühlte es sich an "wie ein Klassentreffen", gestand die Britin bei der Weltpremiere. Auch sie ist immer noch gut im Geschäft. Mittlerweile kann Macdonald Filme wie "Gosford Park" (2001), "No Country For Old Men" (2007) oder "Anna Karenina" (2012) von Joe Wright vorweisen. Für ihre Rolle in der TV-Serie "Boardwalk Empire" (Bild) erhielt sie zwei Golden-Globe-Nominierungen. Ihre Leistung im britischen Fernsehfilm "G8 auf Wolke Sieben" wurde mit einem Emmy belohnt.
Regisseur Danny Boyle
Danny Boyle hatte schon mit der schrägen Krimikomödie "Kleine Morde unter Freunden", ebenfalls mit Ewan McGregor besetzt, für Aufmerksamkeit gesorgt, doch erst mit "Trainspotting" gelang ihm der endgültige Durchbruch. Danach stand er unter anderem beim Kletterdrama "127 Hours", dem Horror-Thriller "28 Days Later" und dem Biopic "Steve Jobs" hinter der Kamera. Nebenbei konzipierte das Multitalent 2012 die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London und wurde für seine Theateradaption von "Frankenstein" mit Jonny Lee Miller und Benedict Cumberbatch gefeiert.
Nicht zuletzt steckt Boyle hinter einem der größten Oscar-Gewinner der letzten Jahrzehnte. Für sein großartiges Drama "Slumdog Millionär", das die Geschichte des Quiz-Kandidaten Jamal Malik erzählt, räumte er 2009 bei den Oscars ab. Der Film gewann acht Auszeichnungen, unter anderem für den "besten Film" und die "beste Regie". Seine bislang letzte Regiearbeit legte Boyle im Sommer 2025 mit dem Endzeit-Horror-Thriller "28 Years Later" vor, der zweiten Fortsetzung von "28 Days Later".



