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Ohne Netz und doppelten Boden

"Free Solo"
"Free Solo" begleitet einen Freikletterer bei der Besteigung des Felsens El Capitan. Bei der Oscar-Verleihung wurde der bildgewaltige Film als beste Dokumentation ausgezeichnet.

Erst im letzten Sommer ist es wieder passiert: Da wollten zwei Amerikaner den Felsen El Capitan, ein Wahrzeichen des Yosemite-Nationalparks, in Rekordzeit besteigen - und stürzten dabei in den Tod. Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu tragischen Unglücken an dem steilen Felsvorsprung, wohl auch, weil ein Wettbewerb entbrannt ist um die schnellsten Aufstiege oder die waghalsigsten Routen. Der Kalifornier Alex Honnold wagte sich gar ganz ohne Sicherung an den Felsen - "Free Solo" nennt man diese halsbrecherische Art des Kletterns. "Free Solo" heißt auch der oscarprämierte Dokumentarfilm, der seinen Aufstieg dokumentiert - der erste übrigens, der gelang.

"El Capitan ist die beeindruckendste Wand der Welt", erklärt Kletterer Honnold seine Motivation zu der Wahnsinnstat. In atemberaubenden Bildern, die einen bisweilen schwindeln lassen, dokumentieren die Filmemacher Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi die Aktion, angefangen bei der akribischen Vorarbeit für das Unterfangen. "Free Solo" ist dabei nicht nur das filmische Zeugnis einer verrückten Kletteraktion, sondern zeigt auch, wie belastend Honnolds Leidenschaft für seine Liebsten ist - etwa für seine Freundin, die hilflos dabei zusehen muss, wie er ganz ohne Seil in der nackten Felswand hängt.