Nie allein - Fr. 08.05. - ARTE: 20.15 Uhr

Wie Nazi-freundlich war Finnland im Zweiten Weltkrieg?

03.05.2026 von SWYRL/Eric Leimann

Das finnische Historiendrama "Nie allein" erzählt von Abraham Stiller (Ville Virtanen), einer zentralen Stimme der jüdischen Gemeinde Finnlands in der Zeit des Dritten Reiches. Er wollte Juden im Deutschland-freundlichen Finnland helfen. Doch hat er sie stattdessen ans Messer geliefert?

Das finnische Historiendrama "Nie allein", nun im TV am 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes, erzählt eine in Deutschland bislang eher unbekannte Geschichte. Helsinki, 1942: Finnland steht an der Seite Nazi-Deutschlands, jüdische Geflüchtete geraten ins Visier der Staatspolizei. Der Unternehmer Abraham Stiller versucht, sie mit Arbeits- und Aufenthaltspapieren zu schützen - und liefert dabei unbeabsichtigt Material für eine Deportationsliste. Das finnische Drama von Klaus Härö entstand nach wahren Begebenheiten.

Jahrzehnte später sucht eine junge Journalistin (Satu Tuuli Karhu) nach der Wahrheit über Stillers Rolle und die Ereignisse jener Zeit. Der alte Mann ringt mit Erinnerungen und Schuld. Rückblenden führen ins Vorkriegs-Helsinki, wo jüdische Flüchtlinge kaum noch Aufnahme finden. Stiller, eine prägende Figur der jüdischen Gemeinde und Inhaber eines Textilhauses, bietet Arbeit, Unterkunft und Hoffnung - sehr zum Missfallen seiner Frau und vorsichtiger Gemeindemitglieder.

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Ein kaum bekanntes Kapitel finnischer Kriegsgeschichte

Mit dem Krieg verschärft sich die Lage: Antisemitismus dringt in den Alltag, Beamte prüfen Herkunft und Erlaubnisse, Geflüchtete wie Georg Kollmann (Rony Herman) geraten in Lebensgefahr. Im Norden schuften jüdische Männer unter deutschen Truppen, während in Helsinki bereits über "Lösungen" für ausländische Juden verhandelt wird. Stiller kämpft weiter, wird jedoch selbst zum Werkzeug eines Systems, das sein Vertrauen missbraucht.

Der kompakt erzählte Film "Nie allein" behandelt ein kaum bekanntes Kapitel finnischer Kriegsgeschichte - den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen und die Zusammenarbeit mit NS-Deutschland. Härö verknüpft Gegenwart und Vergangenheit in einer Interviewrahmenhandlung über Schuld, Zeugenschaft und nationale Erinnerung.

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