"Starship Troopers" bei SAT.1

Trash oder Satire? Einer der umstrittensten 90er-Kultfilme läuft heute im Free-TV

02.05.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog

Sinnfreies Actionspektakel oder doppeldeutiges Meisterwerk? An "Starship Troopers" von Kult-Regisseur Paul Verhoeven scheiden sich die Geister.

Über Paul Verhoevens ("Showgirl", "Hollow Man") reichlich blutigen Science-Fiction-Actioner "Starship Troopers" (1997), den SAT.1 am Samstag, 2. Mai, um 23.25 Uhr einmal mehr zeigt, lässt sich hervorragend streiten. Manch einer findet das 100 Millionen Dollar teure Special-Effects-Spektakel grandios, andere halten den Film für ein gigantisches Computerspiel mit allzu langem Prolog und fragwürdigen Details.

Da ist der sympathische Johnny (Casper Van Dien), der irgendwann in der fernen Zukunft, wenn der Dienst an der Waffe wieder so richtig wichtig sein wird, unbedingt Soldat werden will. Dann werden sich die Frauen längst in der Armee etabliert haben, sodass sich auch seine Freundin Carmen (Denise Richards) diesen Wunsch erfüllt. Die wird aber in eine andere Einheit versetzt. Als Johnny bald darauf eine Abfuhr via Video-SMS bekommt, ist das wiederum Dizzy (Dina Meyer) nur recht. Klingt wie eine miese Daily-Soap, ist aber so.

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Auch in der TV-Fassung nichts für schwache Gemüter

Doch dann wird der Zuschauer Zeuge einer der abgefahrensten und aufwändigsten Weltraumballereien aller Zeiten. Mehr ist "Starship Troopers" nicht, mehr will der Film auch nicht sein. Es geht um eine Reihe fürchterlich ekliger Insekten, Bugs genannt, die scheinbar nichts Besseres zu tun haben, als die Erde mit Asteroiden zu bombardieren. Doch die Erde schlägt zurück. In einer großen Offensive soll die Heimatwelt der überdimensionierten Kakerlaken erobert werden.

Doof nur, dass das Ganze in einem blutigen Fiasko endet - nicht zuletzt wegen unzähliger Käfer mit Scherenarmen, die alles abhacken, was Extremität ist und auch sonst keine Kinder von Traurigkeit sind. Sie greifen im Rudel an. Ach was: in Rudeln. Ein anderer Plan muss her: Johnny und die übrigen Mitglieder seiner naiven Pfadfindergruppe, die sich reihenweise dahinmeucheln lassen müssen, sollen den Brainbug - so etwas wie die Mutter aller Schaben - gefangen nehmen,

Der Film - in seiner TV-Fassung verstümmelter als jedes Opfer darin - ist trotz seiner selbstironischen und satirischen Untertöne sicher nichts für schwache Gemüter. Und gefallen wird all das ohnehin nur dem, der sich gerne mal an der Spielkonsole durch fremde Galaxien ballert, einen Sinn für Unsinn hat und auf große Schauspielkunst keinen Wert legt.

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