28.03.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog
Ein moderner Filmklassiker vom nimmermüden Genie: Das einfühlsame Drama "Gran Torino" (2008) von und mit Clint Eastwood ist eine Parabel über Rassismus und Toleranz.
Clint Eastwood hat eine Menge zu sagen - und zwar deutlich und direkt. Er zählt zu den produktivsten Künstlern im Filmgeschäft und ist seit 70 Jahren in diesem Metier tätig. Auch mit mittlerweile 95 Jahren hat er sich, so behauptete zumindest Ende 2024 ein Insider gegenüber dem Magazin "Closer", immer noch nicht zur Ruhe gesetzt. Zuletzt lieferte er 2025 mit dem Gerichtsdrama "Juror No.2" bereits seinen 41. Film als Regisseur ab und erhielt gute Kritiken. Wie überhaupt sein Spätwerk äußerst gelungen ist: Im jungen Eastwood-Klassiker "Gran Torino" (2008), der jetzt bei RTLZWEI (Samstag, 28. März, 20.15 Uhr) zu sehen ist, mimt der Senior einen wortkargen Einzelgänger.
Der Koreakriegsveteran und ehemalige Ford-Mitarbeiter mit polnischen Wurzeln, Walt Kowalski (Clint Eastwood), wohnt in einem Vorort von Detroit. Eben ist seine Frau gestorben. Das Verhältnis zu den beiden Söhnen ist miserabel, und Kowalski brütet in selbst gewählter Isolation. Viele Nachbarn sind in bessere Wohngegenden gezogen. Walt sieht sein Amerika vor die Hunde gehen, insbesondere seit im Viertel immer stärker die zahlreich zugewanderten Asiaten das Sagen haben.
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Ziemlich beste Freunde
Eines Nachts versucht der Nachbarsjunge Thao (Bee Vang) im Rahmen des Initiationsritus einer Gang, Kowalskis Auto zu stehlen, einen 1972er Ford Gran Torino Sport. Der alte Mann verhindert den Raub und stellt den Dieb, doch ganz wider Erwarten lässt er ihn ziehen. Als die Gang Thao später für das Misslingen des Diebstahls "bestrafen" will, stellt sich Kowalski schützend vor den Buben. Damit avanciert der grantige Alte ungewollt zum Helden des Viertels. Nachbarn pilgern zu seinem Haus und lassen im Hauseingang Geschenke zurück. Kowalski wehrt sich zunächst vehement gegen diese Sympathiebekundungen - die Geschenke landen auf dem Müll. Doch allmählich lernen sich Kowalski und Thaos Familie näher kennen.
Dieser Film von Altmeister Eastwood ist vielleicht nicht ganz so aufwendig produziert wie "Der fremde Sohn" (2008) oder "American Sniper" (2014), aber doch ein gelungenes Stück - sensibel erzählt von Drehbuchautor Nick Schenk und mit dem notwendigen Funken Rohheit. Denn der Film bietet sowohl Einblicke in die tiefgreifende Krise eines Landes als auch eine Geschichte voller Menschlichkeit, die klischeehafter Sentimentalität und überzogener Dramatik entsagt.



