Legendäre Wildwest-Filme

Ostern im TV: Warum "Winnetou" trotz "Verbots"-Aufregung weiter im ZDF reitet

28.03.2026 von SWYRL

Auch die Oster-Feiertage 2026 kommen nicht ohne "Winnetou"-Wiederholungen aus. Moment mal, wurden die nicht gecancelt? Hinter dem Mythos steckt in weiten Teilen eine irreführende Schlagzeile.

Im Kämpfen war der Apachen-Häuptling Winnetou geübt. In den Kulturkämpfen unserer Tage aber wäre der von Karl May erfundene Western-Held vermutlich verloren gewesen. Auch weil es da bisweilen undurchsichtiger zugeht als in jeder staubigen Boomtown-Gasse.

Am Karfreitag jedenfalls läuft "Winnetou 1. Teil" mal wieder im TV. Das ZDF zeigt Horst Wendlandts (Produktion) und Harald Reinls (Regie) Klassiker mit Pierre Brice in der Titelrolle im Vormittagsprogramm um 11.35 Uhr. So war es schon oft, und so wird es wohl auch noch länger geschehen. Auch wenn sich vermutlich viele wieder fragen werden: Gab es da nicht ein Verbot?

Kurz gesagt: nein. Dass sich der Mythos aber so hartnäckig hält, hat eine Geschichte. Und die begab sich so ...

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Irreführende Schlagzeile nährte Mythos um öffentlich-rechtliches "Winnetou"-Verbot

2022 kam mit "Der junge Häuptling Winnetou" eine Art Vorgeschichte nach Karl-May-Motiven mit jungen Darstellern in die Kinos. Schon als der erste Trailer der Karl-May-Adaption erschienen war, kritisierte manch einer, der Film bediene rassistische Stereotype der indigenen Bevölkerung Amerikas. Außerdem würden Kolonialisierung und Völkermord romantisiert.

Dabei richtete sich die Kritik nicht nur gegen den Film, sondern auch gegen zwei im Zuge der Kinopremiere veröffentlichte "Winnetou"-Bücher. Als der verantwortliche Ravensburger Verlag diese wieder vom Markt nahm, war die Debatte um angeblich wokes Winnetou-Canceln nicht mehr zu bremsen.

Ein Redakteur der "Bild" fragte nach bei der ARD, ob man angesichts der zeitgenössischen Vorbehalte die alten "Winnetou"-Filme noch zu zeigen gedenke. Dort gab man zu verstehen, dass man schon seit zwei Jahren gar nicht mehr im Besitz der Lizenzen sei. Die lagen zum fraglichen Zeitpunkt - wie auch heute - beim ZDF.

Die zugehörige Schlagzeile suggerierte etwas anderes: "Sender zieht Schlussstrich: ARD zeigt keine Winnetou-Filme mehr". Weiter hieß es: "'Winnetou' ist auch bei den Öffentlich-Rechtlichen erst mal abgemeldet!" Das aber entsprach nicht der Wahrheit. Beim Zweiten stand es laut Sender-Angaben nie zur Debatte, den Karl-May-Häuptling in die ewigen TV-Gründe zu verabschieden.

Pierre Brice hatte zunächst keine Lust auf die "Winnetou"-Rolle

Nun ist der Auftakt der berühmten "Winnetou"-Kino-Reihe also noch einmal zu sehen, für all jene, die ihn noch nicht kennen, und jene, die nicht genug bekommen vom wildwestromantischen Abenteuerstoff. Dabei war "Winnetou I" schon im Jahr seines Erscheinens (1963) alles andere als Avantgarde. Die 60-er waren die Zeiten des Aufbruchs. Auch im Kino. Doch bevor der Neue deutsche Film seinen Durchbruch hatte, bekam "Opas Kino" noch eine Chance, eine letzte, die erfolgreich genutzt wurde.

Der große Produzent der Zeit hieß Horst Wendlandt. Und Pierre Brice, 2015 gestorben, wurde als "Winnetou" zu seinem Star. Dabei hatte der Franzose zunächst gar keine Lust, die Rolle des Karl-May-Apachen zu spielen. Sie wurde zum Riesen-Erfolg. Jeweils etwa zehn Millionen Menschen sahen die Filme nach den berühmten Buchvorlagen im Kino.

Brice wurde vor allem von der jüngeren Generation gefeiert, und selbstverständlich interessierten sich auch die Medien für den attraktiven Schauspieler. Er bekam fünf Bambis und zwölf "Bravo"-Ottos, er wurde von der Jugendzeitschrift 56-mal auf den Titel gesetzt.

Am Ostersonntag, 10.15 Uhr, folgt im ZDF "Winnetou 2. Teil" und am Ostermontag, 11 Uhr, "Winnetou 3. Teil".

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