22.04.2026 von SWYRL/Stefan Weber
Alles nur aus Gier? Antoine Fuqua, Regisseur des neuen Biopics über Michael Jackson, äußert Zweifel an den Missbrauchsvorwürfen gegen den Sänger.
Am Montagabend feierte "Michael" seine Weltpremiere, ab Donnerstag kommt das Biopic auch in deutsche Kinos. Nicht ohne bereits vorab kontrovers diskutiert zu werden: So äußerte sich nun der Regisseur der Filmbiografie über den "King of Pop" zu den Missbrauchsvorwürfen, die gegen den Sänger erhoben wurden. Antoine Fuqua machte dabei Zweifel an den Anschuldigungen deutlich, betonte jedoch zugleich, die Wahrheit nicht zu kennen.
Die Vorwürfe gab es bereits zu Lebzeiten der 2009 verstorbenen Pop-Ikone: 1993 hatte der Zahnarzt und Drehbuchautor Evan Chandler Jackson beschuldigt, dessen 13-jährigen Sohn Jordan sexuell missbraucht zu haben. Der Musiker wies die Vorwürfe zurück. Ein Jahr später einigten sich beide Seiten auf einen finanziellen Vergleich.
Weitere Anschuldigungen wurden Jahre später öffentlich: 2013 reichte der Choreograf Wade Robson Klage gegen Jacksons Nachlass ein. Er gab an, der Sänger habe ihn im Alter zwischen sieben und 14 Jahren sexuell missbraucht. Auch der ehemalige Kinderdarsteller James Safechuck erhob entsprechende Vorwürfe. Der Nachlass des Künstlers hat sämtliche Anschuldigungen stets zurückgewiesen.
Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.
Fuqua: "Macht mich stutzig"
Fuqua äußerte sich in einem Porträt im "New Yorker" zu seiner Einschätzung. Dort heißt es über den "Training Day"-Regisseur, dass dieser nicht davon überzeugt sei, "dass Jackson das getan hat, was ihm vorgeworfen wird, trotz der Anzahl der Ankläger (fünf) und der Tatsache, dass Jackson öffentlich davon sprach, sein Bett mit Jungen zu teilen". Der Regisseur selbst sagte: "Wenn ich Dinge über uns höre - insbesondere über Schwarze, vor allem in einer bestimmten Position -, macht mich das stutzig."
Dem Bericht zufolge zeigte er sich zudem skeptisch gegenüber einigen Eltern der Ankläger, insbesondere gegenüber Chandlers Vater, der auf einer Aufnahme damit gedroht habe, Jackson "unvorstellbar gedemütigt" zu sehen. Gleichzeitig schränkte Fuqua ein, keine abschließende Bewertung vornehmen zu können. Er betonte, dass er die Wahrheit hinter den Vorwürfen nicht kenne, und fügte hinzu, dass "manche Menschen für Geld manchmal üble Dinge tun".
Der Film "Michael", der am 22. April in die Kinos kommt, musste, wie "Variety" berichtete, noch umgeschrieben werden. Es seien kostspielige Nachdrehs notwendig gewesen, nachdem bekannt wurde, dass die Produktion rechtlich daran gehindert war, Jordan Chandler im Film darzustellen.
"Michael": Janet Jackson lehnte Mitwirkung ab, Paris Jackson kritisiert das Biopic
Auch innerhalb der Familie Jackson sorgt das Projekt für unterschiedliche Reaktionen. Während der Nachlass finanziell beteiligt ist und Jacksons Sohn Prince als ausführender Produzent fungiert, fehlen andere Familienmitglieder. So tritt etwa Janet Jackson im Film nicht auf. Ihre Schwester La Toya Jackson erklärte bei der Premiere im Dolby Theatre in Hollywood gegenüber "Variety": "Ich wünschte, alle wären in dem Film". Janet Jackson habe jedoch abgelehnt: "Sie wurde gefragt und hat freundlich abgelehnt, also muss man ihren Wunsch respektieren."
Fuqua betonte, es sei ihm "sehr wichtig" gewesen, die Familie einzubeziehen. "Wenn man das Leben eines Menschen erzählt, möchte man sichergehen, dass dieser damit zufrieden ist", sagte er.
Kritik kam hingegen von Jacksons Tochter Paris Jackson. Sie warf dem Film in einem Video, das sie in den sozialen Medien teilte, vor, dass der Film "viele Ungenauigkeiten" und "viele regelrechte Lügen" enthalte. "Der Film richtet sich an einen ganz bestimmten Teil der Fangemeinde meines Vaters, der immer noch in der Fantasiewelt lebt. Und die werden damit zufrieden sein."



