16.01.2026 von SWYRL/Michael Eichhammer
Zumindest die deutsche Games-Branche boomt. Die Zahl der Firmen hat sich seit 2018 fast verdoppelt, der Umsatz liegt bei über 3,7 Milliarden Euro.
Gaming boomt - auch als Wirtschaftszweig in Deutschland. Das Wachstum hierzulande zeigt sich laut Branchenverband game vor allem an der Anzahl der Firmen in der Spielebranche. Diese hat sich von 2018 bis 2024 nahezu verdoppelt - von 524 auf 948 Unternehmen. Auch deren Umsätze stiegen: Insgesamt haben diese Firmen 3,73 Milliarden Euro erwirtschaftet - ein Plus von 22 Prozent gegenüber 2018.
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Diese Firmen sorgen für digitales Wachstum in Deutschland
Und noch eine Zahl stimmt optimistisch: Die Anzahl der Meitarbeiter stieg im Vergleichszeitraum von acht Jahren ebenfalls um 20 Prozent auf 14.800. Der Frauenanteil in den deutschen Firmen kletterte dabei von 25 auf 30 Prozent.
Dabei punkten die deutschen Spielestudios und Publisher weniger mit AAA-Blockbustern. Stattdessen sind kleine Unternehmen Wachstumstreiber der Branche in Deutschland. Namentlich erwähnt wird als Beispiel unter anderem das 2021 gegründete Entwicklerstudio Neoludic. Mit nur acht Mitarbeitern entwickelte die Spieleschmiede aus Köln das preisgekrönte Rollen- und Simulations-Game "Tiny Bookshop".
Aber auf dem Weltmarkt sind deutsche Firmen vertreten. So arbeitete die deutsche Dependance von Ubisoft an dem Aufbau-Strategie-Hit "Anno 1800" sowie dem neuen Ableger "Anno 117", das die Römerzeit nachspielen lässt.
Keen Games aus Frankfurt hat sich einen Namen gemacht mit dem Action-Survival-Mix "Enshrouded."
Wachstum ja, aber auf niedrigem Niveau
Um den Games-Standort Deutschland zu fördern, sind steuerliche Erleichterungen für die Branche im Koalitionsvertrag formuliert. "Erst durch die Einführung der Bundesförderung - so die Studie - hat Deutschland aufgeholt", heißt es vom Branchenverband game. Der Verband tönt optimistisch: "Die im aktuellen Koalitionsvertrag angekündigte und international übliche zusätzliche steuerliche Games-Förderung könnte dabei zu einem echten Booster für den Games-Standort Deutschland werden." Die Studie "Die Games-Branche in Deutschland 2025" wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mitfinanziert.
Am Ende jedoch regelt der Markt das Geschehen. Die Studie von Goldmedia liest sich zwar auf den ersten Blick hoffnungsfroh, doch ist das Wachstum der deutschen Branchenanteile im internationalen Vergleich noch immer gering. Auch das lässt sich in konkreten Zahlen veranschaulichen: Von 100 Euro, die deutsche Spieler für Computer- oder Konsolen-Games ausgeben, werden durchschnittlich nur 5,50 Euro in Spiele aus Deutschland investiert. Immerhin: Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als in einer Schätzung aus dem Jahr 2020.
Während "Made in Germany" in anderen Branchen als Magnet wirkt, sind deutsche Games nach wie vor kein großer Exportschlager. Im Ausland werden deutsche Spiele noch weniger gekauft als im Herkunftsland. Blockbuster stammen vielmehr meist aus den USA, Großbritannien oder Kanada. Zunehmend wichtig werden auch China und Südkorea.


