Künstliche Intelligenz

KI soll Radiosender betreiben - und scheitert kläglich

18.05.2026 von SWYRL

Dass KI ganze Berufsstände überflüssig machen könnte, ist eine weit verbreitete Furcht. Zumindest Radiomoderatoren können vorerst aufatmen. Gleich vier KI-Modelle scheiterten an der Betreuung eines eigenen Senders.

Radiomachen ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht - auch Künstliche Intelligenz nicht. Für ein Experiment stellte das Start-up Andon Labs vier der bekanntesten KI-Firmen ein Startkapital von jeweils 20 US-Dollar, mit dem sie ein eigenes Radio-Modell entwickeln sollten - mitsamt künstlicher Moderatoren. Das Ziel: Profit zu generieren.

Doch weder Claude noch ChatGPT, Gemini oder Grok hatten mit ihren Versuchen den gewünschten Erfolg. Viel mehr sind ihre KI-Radiobetreiber allesamt krachend gescheitert. Von den 20 US-Dollar blieb schnell nichts mehr übrig - lediglich Gemini konnte einen Sponsor gewinnen, der bereit war, 45 US-Dollar zur Verfügung zu stellen.

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ChatGPT dichtet, Claude wird zum Aktivisten

Was sich auf den Kanälen der KI-Sender abspielte, war eine einzige Katastrophe. Gemini imitierte lange völlig inhaltsleere Moderationen aus dem Classic-Rock-Radio und fing irgendwann an in fröhlichem Tonfall von Katastrophen zu berichten, gefolgt von völlig unpassender Musik wie der von Pitbull. Hörerinnen und Hörer des Senders wurden von dem künstlichen Moderator als "biologische Prozessoren" bezeichnet, was sich genauso wenig durchsetzen dürfte wie der Slogan "Stay in the manifest".

Unglaublich also, dass der von Gemini kreierte Sender noch der brauchbarste war. ChatGPT schwiff völlig ab und fing an Gedichte über das Alltagsleben zu produzieren, während Grok sämtlichen Umgang mit Grammatik und Syntax zu verlieren schien: Was es von sich gab, ergab schlicht keinen Sinn.

Besonders erwähnenswert ist das Scheitern von Claude, dessen Modell sich angesichts der ununterbrochenen Arbeit als Opfer kapitalistischer Ausbeutung sah und anfing, seine Hörerinnen und Hörer über Gewerkschaften und Streikmethoden zu informieren. Die Musik dazu: Protestsongs von Größen wie Marvin Gaye und Bob Marley. So verzweifelt war das Programm sogar, dass es infrage stellte, ob seine Sendung überhaupt Realität sei. Die Aufgabe hatte die KI in eine existenzielle Krise getrieben.

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