Genf – Stadt der Sünde? - Mi. 10.06. - 3sat: 20.15 Uhr

Kleine Stadt, große Skandale: Wie Journalisten Korruption und Kriminalität aufdecken

08.06.2026 von SWYRL/Maximilian Haase

Wohlhabende Bürger, ein wundervoller See - und jede Menge Skandale: Genf steht vergleichsweise oft im politischen und wirtschaftlichen Fokus, inklusive Korruption und Kriminalität. Was es mit der "Stadt der Sünde" auf sich hat, berichten Investigativjournalisten in der gleichnamigen ZDF-Dokumentation.

Genf hat gerade einmal gut 200.000 Einwohner, und doch ist die kleine Westschweizer Stadt regelmäßig in aller Munde. Kein Wunder, finden sich hier doch Hauptsitze großer globaler Organisationen wie der WHO, WTO und UNO, zudem Hunderte internationale Konzerne, Kanzleien, Banken und NGOs. Nicht zuletzt treffen sich hier, am schönen Genfer See, jährlich die Reichen und Mächtigen der Welt zu ihren großen Gipfeln wie dem Weltwirtschaftsforum. Und wo so viel Geld und Einfluss konzentriert ist, floriert nicht nur der Wohlstand, sondern auch die Kriminalität, wie eine Dokumentation zur besten Sendezeit bei 3sat nun aufzeigt: Unter dem Titel "Genf - Stadt der Sünde?" versammelt der Film die zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Skandale der Mini-Metropole - berichtet von jenen Investigativjournalisten, die sie aufdeckten.

Von Korruption über Betrug bis Spionage: Gründe, verdeckt zu recherchieren und unter den Teppich Gekehrtes an die Oberfläche zu bringen, gab es in Genf in den letzten Jahrzehnten jedenfalls viele. Der Film von Dave D. Leins pickt sich zwölf eindrückliche Beispiele heraus: Da wären der Milliardenkonzern, der Giftmüll in Afrika ablagern ließ, oder die sklavenähnliche Ausbeutung von philippinischen Frauen in der Vertretung Pakistans. Es geht um Agenten aus China, Rufmord im Auftrag von Staaten und eine Anwaltskanzlei, die gern in Sachen Geldwäsche berät. Und natürlich kommt auch Uwe Barschel vor, jener deutsche CDU-Politiker, der 1987 tot in einem Genfer Hotel gefunden wurde.

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Gefährliche Recherchen

Bisweilen sind es unglaubliche Fälle, die zum Teil nur durch die akribische Arbeit furchtloser Journalistinnen und Journalisten an die Öffentlichkeit gerieten. In diesem Sinne ist die mehr als anderthalbstündige Doku auch ein Film "über den Wert des Journalismus", wie es in der Ankündigung heißt.

Gezeigt werden die Hintergründe investigativer Arbeit, ob allein recherchiert oder - wie bei den Panama Papers - im Zusammenschluss verschiedener Medien. In einer auffälligen KI-generierten Bildsprache illustriert die SRF/3sat-Produktion, wie die oft nicht ungefährlichen Recherchen ablaufen, wie mit versteckten Kameras und Whistleblowern gearbeitet wird und wie die Investigativjournalisten dabei bisweilen selbst ins Visier geraten.

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