Eis am Stiel
Sie waren die Gesichter einer der erfolgreichsten Komödienreihen der 70er- und 80er-Jahre: Die Stars aus "Eis am Stiel" wurden über Nacht berühmt. Doch was wurde aus Benny, Momo und Johnny? Unsere Bildergalerie zeigt, wie ihre Karrieren nach der Kultfilmreih weitergingen - zwischen Filmset, Theaterbühne und Reality-TV.
© ScotiaJohnny (Zachi Noy)
Er war nicht unbedingt immer der Mittelpunkt der Party: Zachi Noy sorgte in der Rolle des Johnny als gutmütiger, etwas einfältiger Freund mit Missverständnissen und ungeschickten Aktionen für viele der komischen Höhepunkte der "Eis am Stiel"-Filme.
© ScotiaZachi Noy
"Ich wünsche mir so sehr, dass am Ende in meiner Lebensbilanz nicht nur der dicke Johnny aus Eis am Stiel übrig bleibt", sagt Zachi Noy in der Dokumentation "Eskimo Limon. Eis am Stiel - Von Siegern und Verlierern". Ob das klappt? Noy konnte höchstens kleine Gastrollen (etwa in "Manta Manta - Zwoter Teil") ergattern und sorgte bei "Promi Big Brother" 2017 für einen Aufreger, als er in die Dusche urinierte. 2024 erschien seine Biografie "Ich hasse Eis am Stiel: Shalom du pralles Leben!".
© Andreas Rentz/Getty Images for Constantin FilmMomo / Bobby (Jonathan Sagall)
Seine Rolle hieß zunächst Momo, ab Teil 3 trägt er den Namen Bobby: Jonathan Sagall verkörperte den selbstbewussten Anführer der Clique. Seine Figur war Frauenheld, Strippenzieher und Initiator vieler Abenteuer. Aber auch derjenige, der seine Freunde häufig vor Eskalationen bewahrt.
© ScotiaJonathan Sagall
Schon während seiner "Eis am Stiel"-Zeit schaffte es Jonathan Sagall sich als ernstzunehmender Schauspieler zu etablieren: 1983 spielte er in "Nagu'a" unter der Regie seines Lebensgefährten Amos Guttman einen schwulen Regisseur in der Krise. Später wurde er Ensemblemitglied des Habima National Theatre, spielte eine kleine Rolle in "Schindlers Liste" und führte Regie bei "Lipstikka", mit dem er 2011 zur Berlinale eingeladen wurde.
© Sean Gallup/Getty ImagesBenny (Yiftach Katzur)
Während Bobby/Momo als Draufgänger auftrat und Johnny für Slapstick sorgte, prägte seine Figur vor allem die emotionaleren Momente der frühen Filme: Yiftach Katzur (Mitte) spielte in allen Filmen die Rolle des Benny - den schüchternen, romantischen Part des Trios. Seine Figur spiegelte dabei den Charakter und die Jugenderfahrungen von Regisseur und "Eis am Stiel"-Erfinder Boaz Davidson wider.
© ScotiaYiftach Katzur
Nach dem Ende der Filmreihe war Yiftach Katzur (links, mit Zachi Noy) noch in israelischen Produktionen zu sehen, zog sich aber bald weitgehend aus dem Schauspielgeschäft zurück. Seit den 90er-Jahren ist er in der Wirtschaft tätig, zuletzt leitete er seine eigene Unternehmensberatung. Auf seine "Eis am Stiel"-Zeit blickte auch er in der Doku "Eskimo Limon" (Bild) kritisch zurück - etwa auf die unsensibel gefilmten Liebesszenen: "Das war nicht schön, aber beim großen Publikum kam das offenbar gut an", sagt Katzur dort.
© ARD DegetoVictor (Avi Hadash)
Das vierte Rad am Wagen? Victor (Avi Hadash, links) ist ein Mitschüler der drei Hauptfiguren, der in mehreren Teilen auftaucht. Seine größte "Leistung" ist der Sieg bei einem pubertären "Längenvergleich". Ansonsten wird er von den anderen kaum ernst genommen und kassiert nicht selten Ohrfeigen - von Johnny ebenso wie von verschiedenen Frauen.
© ScotiaAvi Hadash
Nach seiner Mitwirkung an den "Eis am Stiel"-Filmen war Hadash weiterhin in israelischen Produktionen aktiv, allerdings ohne größere internationale Bekanntheit zu erlangen. Seit den 1990er-Jahren war er als Synchronsprecher für Zeichentrickfilme und Animationsfilme tätig, etwa bei "Toy Story 2", "Peter Pan" oder "Digimon".
© טוסברהינדי, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia CommonsDolly Dollar / Christine Zierl
Ab Teil drei der "Eis am Stiel"-Reihe waren bei den israelisch-deutschen Co-Produktionen auch deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler zu sehen: In "Eis am Stiel 5 - Die große Liebe" (1984) durfte Christine Zierl, damals bekannt unter ihrem Künstlernamen Dolly Dollar, Zachi Noy den Kopf verdrehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schauspielerin bereits in einigen Komödien ("Cola, Candy, Chocolate") und Serien ("Monaco Franze") mitgewirkt.
© ScotiaChristine Zierl
Später schaffte Zierl auch in den Sprung ins ernsthafte Fach ("Tatort", "Alarm für Cobra 11"). Seit einigen Jahren arbeitet sie als Bankangestellte und erklärte jüngst, dass sie eventuell nach China auswandern wolle: "Wenn ich in Rente gehe, was ja schon in knapp drei Jahren der Fall ist, kann ich mir das super vorstellen", so die 63-Jährige. Ihr ältester Sohn Alessio lebe bereits seit 17 Jahren in der chinesischen Stadt Shenzhen und führt dort zwei Restaurants.
© Hannes Magerstaedt/Getty ImagesEis am Stiel
Sibylle Rauch wurde 1979 als "Playmate des Monats" im deutschen Playboy bekannt und spielte ab 1980 in mehr als 20 Filmen mit. Ihre größten Rollen hatte die gebürtige Münchnerin aber in den "Eis am Stiel"-Filmen, ab 1981 war sie in vier Teilen in verschiedenen Rollen zu sehen.
© ScotiaSibylle Rauch
1987 wechselte Rauch in Erwachsenenfilm-Branche und wirkte in über 20 Produktionen mit, später wurde sie Werbegesicht der deutschen "Hustler"-Ausgabe. Nach persönlichen Krisen musste sie ihre Filmkarriere Ende der 90er-Jahre vorerst beenden und arbeitete zeitweise im Rotlichtmilieu. 2019 nahm sie an "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (Bild) teil, 2024 spielte sie im österreichischen Film "Der Soldat Monika" eine kleine Rolle.
© MG RTL D / Arya ShiraziBea Fiedler
Auch sie durfte in gleich drei Filmen den "Eis am Stiel"-Jungs den Kopf verdrehen: Bea Fiedler wurde 1977 als Playmate des Monats im deutschen "Playboy" bekannt und machte sich anschließend als leichtbekleidete Darstellerin in Klamotten wie "Hurra, die Schwedinnen sind da", "Die Insel der tausend Freuden" und "Die Pinups und ein heißer Typ" einen Namen.
© IMAGO / teutopressBea Fiedler
In den 90er-Jahren zog sich Fiedler weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück, sie arbeitete unter anderem in der Gastronomie und betrieb ein Nachtlokal auf Ibiza. 2021 nahm Fiedler an "Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow" (Bild) teil, 2024 musste sie "Das große Promi-Büßen" aufgrund rassistischer Äußerungen vorzeitig verlassen.
© RTL