08.06.2026 von SWYRL/Eric Leimann
Autor Jan Mendelin begleitet Joshua Kimmich seit mehr als zehn Jahren. "Kapitän Kimmich" ist bereits der vierte Film über den Profi des FC Bayern München. Die Doku schafft eine verblüffend ehrliche und reflektierte Nahaufnahme eines Lebens als Fußballstar und des Geschäfts an sich.
Am späten Abend nach der "sportstudio live"-Übertragung des zweiten WM-Spiels des DFB-Teams gegen die Elfenbeinküste beleuchtet der Dokumentarfilm "Kapitän Kimmich" (bereits seit 9. Juni in der ZDF-Mediathek) noch einmal aus einer gänzlich anderen Perspektive. Autor Jan Mendelin begleitet Joshua Kimmich seit mehr als zehn Jahren. "Kapitän Kimmich" ist nach 2020 2021 und 2024 bereits der vierte Film über den Musterprofi des FC Bayern München, der mittlerweile auch Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist. Die WM 2026 ist sein sechstes großes Turnier. Der 31-Jährige ist Stratege, Führungsspieler und Antreiber in einem - und gleichzeitig, abseits des Rasens, Ehemann und Vater von vier Kindern. Für die Dokumentation "Kapitän Kimmich" hat Filmautor Jan Mendelin ihn fast zwei Jahre lang mit der Kamera begleitet.
Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Porträt: über sportliche Höhen und Tiefen, über Geld und Verantwortung - und über den Wunsch, nach mehr als 100 Länderspielen endlich auch mit der Nationalmannschaft einen großen Titel zu gewinnen. Die Mediatheken-Version von "Kapitän Kimmich" ist mit 102 Minuten gegenüber 75 Minuten in der linearen Ausstrahlung deutlich ausführlicher ausgefallen. Leider sind der älteren Dokumentationen Jan Mendelins ("Joshua Kimmich - Die Doku", "Sein Weg in die Weltklasse", "Anführer und Antreiber") aus Rechtegründen nicht mehr in der Mediethak zu sehen.
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Fast wie mit versteckter Kamera gefilmt
Einen breiten Raum nimmt im neuen Film Kimmichs Zukunftsplanung ein, die im Sommer 2024 zu einer echten Zerreißprobe wird. Kimmich fühlt sich beim FC Bayern nicht mehr wertgeschätzt, ein Abgang scheint wahrscheinlich. Paris Saint-Germain ist konkret interessiert, die Verhandlungen kommen weit voran. Dennoch entscheidet er sich Anfang 2025 für den Verbleib in München. Der Film lässt beide Seiten zu Wort kommen - Kimmichs Lager ebenso wie Bayern-Sportvorstand Max Eberl und Trainer Vincent Kompany.
Im Gegensatz zu so mancher Hochglanz-Doku über Fußballer und Fußball-Events, die in diesem Jahr geradezu boomen, ist "Kapitän Kimmisch" tatsächlich einer der analytischsten Filme über Psychologie und Leben eines Ausnahme-Fußballprofis, in der sich viele Interviewte - inklusive des Protagonisten und seiner Frau Lina - verblüffend ehrlich und reflektiert vor der Kamera äußern. Oft scheint es, es seien es private Situationen, in denen einfach eine (versteckte) Kamera mitgefilmt hätte - was den Film durchaus zu einem Besonderen macht.


