"Bares für Rares"
In der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" war sich Horst Lichter beim Anblick eines seltenen Fundstücks sofort sicher: "Das muss jedem gefallen." Recht hatte er. Denn das Objekt mit "1.000 Schubladen" löste im Händlerraum ein hitziges Bietergefecht aus, das zwischen drei Händlern plötzlich zur "persönlichen Sache" wurde.
© ZDF"Bares für Rares"
"Ich liebe so Kästchen mit 1.000 Schubladen", gestand Lichter und war sofort hin und weg von dem Schränkchen, das Vanessa aus Essingen im Auftrag verkaufen wollte. Das Kleinmöbel hatte ihr Großvater vor vielen Jahren einer Wäscherei abgekauft. "Und das ist auch noch voll?", staunte Lichter weiter, als Bianca Berding die Schubladen öffnete.
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"Da sind alte Wäschezeichen drin", erklärte die Expertin und Lichter erinnerte sich plötzlich an einen Kuraufenthalt: "Ich war als Kind auf Quark-Kur in Bad Kissingen und da hatte jedes Kleidungsstück von mir so ein Zeichen mit meinem Namen drauf. Bis heute mag ich keinen Quark mehr" - dafür aber umso mehr hübsche Kästchen ...
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"Das muss eigentlich jedem gefallen", schien Lichter überzeugt und Expertin Berding nickte zustimmend. Sie datierte das Schränkchen in den Zweitraum ab 1910 bis in die 1930er-Jahre. "Ich habe sowas noch nie gesehen, das ist wirklich selten", denn alle Schubladen waren nahezu vollständig befüllt. "Das ist unfassbar", staunte Berding.
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"Sogar noch original verpackt", fügte Lichter hinzu, als Berding die unterschiedlichen Buchstaben und Schriftarten aus den Schubladen holte. Die alten Wäschezeichen waren aus Leinen, weil der Stoff "so gut wie alles aushält", laut Expertin. Leider hatten einige Schubladen keine Griffe mehr und der Zustand des Kästchens war "sehr gebraucht".
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Zudem konnte Berding keinen Hersteller des Möbels aus gebeiztem Pechkiefer ausfindig machen. "Das kann eine kleine Werkstatt gewesen oder auch industriell gefertigt worden sein", erläuterte die Expertin. Der fehlende Nachweis "ist aber auch gar nicht so wichtig", denn das Objekt war ein absoluter Hingucker - selbst mit den vielen Kratzern im Holz.
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"Das ist ein Kuriosum, sehr hübsch, sehr schön", fasste Lichter zusammen und fragte nach dem Wunschpreis. Vanessas Großvater würde sich über 500 Euro für sein Stück freuen. Auch Berding schätzte 500 bis 600 Euro, denn "diese Schränkchen sind begehrt". Lichter staunte nur noch mehr, denn: "Damit hätte ich nicht gerechnet, ich dachte an einen Hunni."
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Auch im Händlerraum sorgte das kleine Möbelstück für große Augen und jede Menge Interesse. Jan Cizek und Anaisio Guedes fanden vor allem den Inhalt der Schubladen spannend und nahmen die Wäschezeichen ganz genau unter die Lupe. "Das ist eine Rarität", bestätigte Daniel Meyer, denn auch er wusste: "Jeder sucht Schränkchen mit vielen Schubladen."
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Christian Vechtel startete mit einem ersten Gebot in Höhe von 100 Euro. Doch die wurden schnell überboten - denn alle im Händleraum mischten mit. Als Cizek 400 Euro erreichte, verabschiedete sich Vechtel jedoch und erklärte der Verkäuferin: "Jetzt ist es eine persönliche Sache zwischen diesen dreien" - Elke Velten, Jan Cizek und Anaisio Guedes.
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In Zehn-Euro-Schritten überboten sich die drei Interessierten bis auf 500 Euro. "Da bin ich raus", war Guedes der nächste, der das hitzige Bietergfecht verließ. Danach schloss sich Cizek an und jammerte: "Ich wollte das Kästchen unbedingt haben." So erhielt Händlerin Velten für das Höchstgebot von 500 Euro den Zuschlag.
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"Ich liebe solche Kästchen", freute sich Velten über ihren Neuzugang. Und auch Verkäuferin Vanessa war "überglücklich", dass sie für ihren Großvater die gewünschten 500 Euro erzielt hatte. Denn "als die Runde mit 100 Euro startete, habe ich echt nicht gedacht, dass der Preis am Ende noch so hoch geht", erzählte sie am Ende.
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Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine handgefertigte Spieluhr aus dem Erzgebirge von Detlev Kümmel zwischen 1972 und 1987 datiert. Der Entwurf für die "Engelwiegegruppe" von Grete Wendt war schon vor 1952. Der Wunschpreis lag bei 200 bis 250 Euro, auch der Experte taxierte 200 bis 250 Euro und Jan Cizek zahlte 250 Euro.
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Wendela Horz erkannte ein Konvolut aus 585er Gold als Friesenschmuck und datierte Brosche, Ring, Collier und Armband ab 1950 bis in die 1980er-Jahre. Der Wunschpreis lag bei 2.000 Euro, die Schätzung bei 2.200 bis 2.500 Euro und Daniel Meyer zahlte 2.200 Euro für den filigranen Traditionsschmuck.
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Bianca Berding datierte eine Arbeiter-Skulptur mit Eisengießer aus Zinn um die Jahrhundertwende. Gewünscht wurden 80 Euro. Die Expertin schätzte 100 bis 150 Euro, denn "die Darstellung zeigt einen historischen Moment". Daniel Meyer zahlte schließlich 100 Euro.
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Eine Mutteruhr aus Messing von Siemens & Halske (Berlin) datierte Detlev Kümmel um 1900. Der Wunschpreis lag bei 200 bis 250 Euro. Der Experte schätzte 500 bis 800 Euro, denn "solche Uhren gibt es nicht oft". Nach einigen Geboten zahlte Anaisio Guedes 440 Euro - denn "dafür muss man erst mal einen Käufer finden".
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