Bares für Rares
Bitte festhalten! Was an diesem Tag bei "Bares für Rares" auf den Tisch kam, war nichts für zarte Gemüter. Julian Schmitz-Avila konnte gar nicht hinsehen. Auch Horst Lichter (Mitte) erging es nicht besser.
© ZDFBares für Rares
Zu Beginn sah alles noch so unschuldig aus, als der Besitzer sein Objekt ins ZDF-Trödelstudio trug. Doch der erste Eindruck täuschte gewaltig. Schon bald entwickelte sich der vermeintliche Koffer zum perfekten Inventar für einen Gruselfilm. Heute ging es also nicht unter den Hammer - eher unter das Skalpell.
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Was mochte sich wohl in dem fein ausgekleideten Köfferchen mit Samt verbergen? Horst Lichters (rechts) Gesichtsausdruck beim Öffnen verriet alles. Ein knappes "Oh oh" entwich ihm, gefolgt von der klaren Erkenntnis: "Das hat nichts mit Kochen zu tun."
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Da lag der Gastgeber goldrichtig. Das Kästchen entstammte der Firma F. A. Eschbaum und gehörte eindeutig in den medizinischen Bereich.
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Mit spürbarer Vorahnung fragte Lichter den Verkäufer Matthias: "Sind sie zufälligerweise Chirurg von Beruf?" Zwar verneinte der, doch sein Schwiegervater war Mediziner.
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"Ich kann mir bildlich vorstellen, was man damit tun kann", sagte Lichter mit sichtbarem Unbehagen und übergab das Wort an den Experten. Der konnte die düsteren Vorstellungen nur bestätigen.
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Angeboten wurde ein vollständiges Amputationsbesteck. Das chirurgische Ensemble aus den Jahren 1880 bis 1890 befand sich in bemerkenswert gutem Zustand und umfasste Messer, Skalpelle, Nadeln und sogar Sägen - sicher verstaut in einer eleganten, abschließbaren Schatulle.
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Als Kümmel dann auch noch demonstrierte, wie mühelos die Klingen durch Papier glitten, war es um Horst Lichter geschehen: "Mir tut jetzt alles weh!" Das Set mit Ebenholzgriffen wurde auf 900 bis 1.100 Euro taxiert. Der Wunschpreis lag lediglich bei 400 bis 500 Euro.
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Kaum hatten die Händler die Sägen entdeckt, machten sich hörbar Schauder und Ekel breit. "Ich krieg ganz weiche Knie", klagte Lisa Nüdling.
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Vor allem Julian Schmitz-Avila zeigte sich erschüttert. Wegsehen war seine Strategie. "Die Kunden, die du damit ansprichst, sind auch ganz eigene Menschen." Fabian Kahl nickte zustimmend: "Das ist schon sehr gruselig."
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Trotzdem fand das makabre Konvolut für 750 Euro einen neuen Besitzer. Ob Daniel Meyer damit nun beruflich neue Wege einschlagen wird?
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Um die Stimmung zu lockern, konnte das nächste Objekt dienen. Verkäufer Heiko sammelt Vintage-Stücke und hatte den mundlosen Affen einst im Internet entdeckt. Aus Platzmangel musste das Tier nun weiterziehen.
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Die Plastik stammte von der belgischen Firma Kipling, bekannt für Taschen und Koffer. Der Affe ist das Markenzeichen des Unternehmens. Fun Fact: Die Gründer benannten die Firma nach dem "Dschungelbuch"-Autor Rudyard Kipling und erdachten ein passendes Logotier.
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"Ach, das ist gar kein Porzellan", stellte David Suppes überrascht fest. Für "Star Wars"-Fan Daniel Meyer spielte das keine Rolle: "Für mich ist das ein Stormtrooper-Affe." Mit 100 Euro eröffnete er das Rennen. Am Ende schnappte sich Suppes den Affen für 340 Euro - plus zehn Euro, weil das Wechselgeld fehlte.
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Legendär - und teuer - ging es weiter. Der Chronograf "Monaco" von Heuer (1969) wurde durch Steve McQueen und den Film "Le Mans" weltberühmt. Waren 12.000 Euro als Wunsch übertrieben? Nicht unbedingt. Die Expertin setzte 10.000 Euro an.
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Als eines der begehrtesten Heuer-Modelle überhaupt sorgte die Uhr für entsprechend hohe Gebote. Bei 9.000 Euro war Schluss. Julian Schmitz-Avila durfte sich über den Zuschlag freuen.
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Online ließ sich nichts über den Teppich finden. Konnte Colmar Schulte-Goltz (links) helfen? Ja: Das Werk trug den Titel "Blauer Reiter" und stammte von Siegfried Doege. Der Schurwoll-Teppich aus den frühen 1970er-Jahren wurde auf 350 bis 450 Euro geschätzt.
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Blieben die Händler auf dem Teppich oder hoben sie ab? Bei 200 Euro endete das Bieten und David Suppes griff zu.
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Die handgefertigte Brosche könnte einst als Verlobungsgeschenk gedient haben. Entstanden in den 1930er-Jahren, war sie mit 49 Diamanten im Rosenschliff besetzt und laut Expertin heute 800 bis 1.000 Euro wert.
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Das fast hundert Jahre alte Schmuckstück aus 585er-Gold erzielte 850 Euro. Neue Besitzerin wurde Lisa Nüdling.
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Um endlich einmal bei "Bares für Rares" dabei zu sein, durchforsteten Angelika (rechts) und Monika ihr Zuhause nach einem passenden Objekt. Fündig wurden sie bei einem Blumentopf vom Trödelmarkt. Die Majolika aus Böhmen (1900-1914) wurde auf 180 bis 220 Euro geschätzt.
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Das gut erhaltene Gefäß von Wilhelm Schiller & Sohn kam bei den Händlern gut an. Für 160 Euro sicherte sich Daniel Suppes den Zuschlag. Für ihn Deal Nummer drei an diesem Tag.
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