Grünes Fliegen - Reisen in der Zukunft - Di. 18.06. - ARTE: 20.15 Uhr

Wer verhindert den CO2-Ausstoß?

14.06.2024 von SWYRL/Hans Czerny

Alles begann mit dem Hopser der Brüder Wright 1903: 37 Meter in zwölf Sekunden. Heute fliegt die ganze Welt. Doch es kann so nicht weitergehen, sagen Umweltschützer und die Flugzeugbauer selbst. An neuen Treibstoff-Typen und Flugzeugen wird gearbeitet. Ab wann ist grünes Fliegen für viele möglich?

Für die Nachfahren des sagenhaften Ikarus ist das Fliegen ohne Benzin und Kerosin ein Traum, dessen Erfüllung sie in nicht allzu ferner Zukunft sehen. Hunderte von Startups in aller Welt sind bereits unterwegs, um ihn dank neuer Solar- und Biotreibstoffe in die Tat umzusetzen. In New York üben sie per Lufttaxi schon mal schadstofffreie Stadtflüge zwischen der Freiheitsstatue und Manhattan. - Grüne Aktivisten treten Flugfirmen und ihren Kunden indessen mit dem Slogan "Stay grounded!", "Bleibt am Boden!" entgegen. Sie ketten sich an Privatjets oder kleben sich mit den Händen an Startbahnen fest. Im Film von Peter Bardehle (ARTE / ZDF, 2024) kommen beide Seiten ausführlich zu Wort. Stürzt Ikarus ab, oder wird grünes Fliegen in naher Zukunft Wirklichkeit?

Vor allem die sündteuren Privatjets sind Fluggegnern ein Dorn im Auge, sehen sie doch im Flugbetrieb von heute einen Hauptverursacher der Umweltverschmutzung. 22 Prozent aller CO2-Emissionen würden künftig von Flugzeugen ausgestoßen, so behaupten sie. Die Flugindustrie setzt dagegen, sie tüftelt an Technologien, die Fliegen ohne fossile Energien ermöglichen sollen und gehen Versprechen ein, die bis 2050 mit Solarenergie, Wasserstoff oder Biotreibstoff in die Tat umgesetzt werden sollen.

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Im Alleinflug über den Ozean

Umweltschützer glauben diese Story nicht, gerne würden sie so viele Flugzeuge wie nur möglich stillgelegt sehen. Für sie brennt die Welt schon heute. "Angst ist ein schlechter Ratgeber!", sagt dagegen ein grüner 68-er und behauptet: "Wir können ja nicht einfach aussteigen aus der Realität." Derweil freut sich der schwedische Umweltschützer Björn Paxling, ein Familienvater, der sich mit den Händen auf die Flugbahn klebte, darüber dass die ihm drohende Gefängnisstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde.

"Wer die Welt von oben sieht, will sie retten" - so lautet eine der Botschaften des Films, der sich letztlich auf die Seite der Technologien von morgen schlägt. Die Pioniere André Borschberg und Bertrand Piccard führten bereits vor Jahren vor, dass es gehen kann. Mit 17.000 Solarzellen reisten sie im Kleinflugzeug mit 70 Stundenkilometern um die Welt, fünf Tage und Nächte jeweils ganz allein- fast so wie Lindbergh bei seinem Ozeanflug 1927 im Nebel.

Ob die Welt der Pioniere - schon wird an einem Stratosphärenmodul gebastelt - auch den Passagieren von morgen nützt, ist gegenwärtig noch eine Zukunftswette. In Pfaffenhofen bei München wollen sie 2025 in die Serienproduktion mit Solarfliegern gehen, 10.000 Flugzeuge, tauglich für sechs Personen und einer Reichweite von 200 Kilometern wollen sie bauen. Regionales Fliegen, der Stadtverkehr mit Lufttaxis als ein "Tesla der Lüfte" wird wohl die nächstbeste Station für sauberes Fliegen sein.

Ob und wann das umweltfreundliche Flugzeug für die Massen kommt, steht gegenwärtig offensichtlich noch in den Sternen. Einerseits ist man ganz nah dran, andererseits rechnet die Flugindustrie selbst noch mit Jahrzehnten. Fazit, jedoch: Wer jetzt noch kein Flugfan ist, wird es nach diesen informativen Betrachtungen über die Zukunft des "grünes Fliegens" sein.

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