Roter Himmel - Fr. 29.08. - ARTE: 20.15 Uhr

Wenn Angst vom Scheitern die Freude am Leben raubt

27.08.2025 von SWYRL/Elisa Eberle

Ein junger Autor (Thomas Schubert) reist gemeinsam mit seinem besten Freund (Langston Uibel) an die Ostsee, um an seinem zweiten Roman zu schreiben. Doch während sein Umfeld das Leben genießt, wird er zunehmend unausstehlich. Mit "Roter Himmel" setzt Christian Petzold seine Trilogie, die 2020 mit "Undine" begann, fort.

Eigentlich sollte es ein arbeitsreicher Sommer werden: Gemeinsam mit Felix (Langston Uibel), seinem besten Freund aus Kindheitstagen, reist Leon (Thomas Schubert) an die Ostsee. Im kleinen Ferienhaus von Felix' Familie im Wald, unweit vom Strand, will der junge Autor an seinem zweiten Roman schreiben, während Felix an der Bewerbungsmappe für die Kunstakademie arbeitet. Doch Leons ehrgeiziger Plan wird in Christian Petzolds preisgekröntem Drama "Roter Himmel" (2023) bereits bei der Ankunft vom Leben überholt. ARTE zeigt den knapp 100-minütigen Spielfilm nun als Erstausstrahlung.

Bei ihrer Ankunft in dem kleinen Haus müssen Leon und Felix feststellen, dass sie anders als erwartet nicht allein sind: Nadja (Paula Beer), eine Saisonarbeiterin, wohnt bereits in einem der zwei kleinen Zimmer. Die Nächte vertreibt sie sich, zu Leons Unbehagen, lautstark mit dem Rettungsschwimmer Devid (Enno Trebs).

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Wenn Emotionen hochkochen

Es dauert nicht lange, da beginnen die Emotionen unter den vier jungen Erwachsenen hochzukochen. Vor allem, dass Felix so unbeschwert in den Tag hineinlebt, scheint Leon stark zu stören: "Lass uns mal die Sachen zu Ende bringen, die wirklich wichtig sind: Deine Bewerbungsmappe, mein Manuskript", sagt er, als Felix ihm eröffnet, dass das Dach ausgebessert werden muss. Doch Felix denkt erstmal gar nicht dran. Er verbringt seine Zeit lieber mit Dingen, die wirklich Spaß machen: Schwimmen zum Beispiel.

"Die Arbeit lässt es nicht zu", sagt Leon wieder und wieder, wenn die drei anderen ihn zu kleinen Freuden überreden wollen. Wirklich voran scheint er mit seinem Roman aber auch nicht zu kommen, dabei steht schon bald der Besuch seines Lektors (Matthias Brandt). Seine zunehmend schlechte Laune, die er an Felix, Nadja und Devid auslässt, ist eines der Hauptelemente in diesem über weitere Strecken sehr ruhigen, aber dennoch fesselnden Film. Auch geht es um Liebe, Eifersucht und sich verändernde Beziehungen.

Zweiter Teil einer Trilogie

"Roter Himmel" ist der zweite Teil von Petzolds geplanter Trilogie über Figuren der Romantik, die er 2020 mit "Undine" begann. Paula Beer spielte damals die titelgebende Historikerin, die denselben Namen trug wie die Wassernymphe aus der Mythologie, und wurde dafür mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. In "Roter Himmel" überzeugt die heute 30-Jährige nun als Literaturwissenschaftlerin, die gerade ihre Doktorarbeit über "Das Beben der Liebe in Heinrich Heines 'Romanzero'" schreibt. Wie "Undine" feierte auch "Roter Himmel" bei der Berlinale Premiere: 2023 wurde er hier mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Der titelgebende rote Himmel rührt im Film von den Waldbränden her, die in mehreren Kilometern Entfernung wüten. Ungefähr in der Mitte des Films betrachten Leon, Felix, Nadja und Devid das Naturschauspiel vom Vordach des Häuschens aus noch als eine Art ästhetisches Wunder, doch im Verlauf des Films wird sich das Feuer in eine tödliche Gefahr verwandeln. Zunächst schön und dann beängstigend ist auch die weiße Asche, die in einer Szene wie Schnee vom Himmel schwebt. So bekommt der Film letztlich auch noch eine brandaktuelle Note.

In der ARTE Mediathek ist "Roter Himmel" bereits am Donnerstag, 28. August, abrufbar.

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