Rasen, Laub, Essensreste

Was darf auf den Kompost? Diese Fehler sollten Sie vermeiden

28.04.2026 von SWYRL/Natalie Cada

Kompost und Humus liefern einen hohen Nährstoffgehalt für Erde im Garten oder für Topfpflanzen und ist zudem sehr nachhaltig. Doch beim Anlegen eines eigenen Komposts können sich Fehler einschleichen.

Mit einem Komposthaufen startet ein nachhaltiger Kreislauf: aus organischen Abfällen wird fruchtbare Erde. Humus steckt dabei nicht nur voller Nährstoffe und liefert Nahrung für Regenwürmer, sondern spart auch etwa ein Drittel an Gartendünger. Denn Kompost ist locker, saugfähiger und idealer Speicher für Wasser und Dünger. Damit das klappt, sollten Sie typische Fehler vermeiden.

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Die Wahl des Standorts

Ein erster möglicher Fehler beim Anlegen eines Komposts: der falsche Standort. Denn nicht nur Pflanzen benötigen die richtigen Standortbedingungen, sondern eben auch der Komposthaufen. Er sollte nicht in der prallen Sonne stehen, denn hohe Temperaturen fördern Schimmel und unangenehme Geruchsbildung. Bessere Bedingungen für eine schnelle Verrottung sind Schatten oder Halbschatten.

Neben einem halbschattigen oder schattigen Standort ist der Zugang zum Kompost wichtig. Dieser sollte auch mit viel Gartenabfall von allen Seiten gut zu erreichen sein. Dadurch hat man nicht nur ausreichend Platz, um den Kompost zu befüllen, sondern auch, um fertigen Humus problemlos von unten zu entnehmen.

Ein offen zugänglicher Kompost muss außerdem gewährleisten, dass die Abfälle direkten Kontakt mit dem Gartenboden haben. Nur so können die wichtigen Regenwürmer und andere Lebewesen aus dem Boden zum Kompost gelangen. Auch faulige Staunässe wird so vermieden. Am besten wird der Lagerplatz luftdurchlässig gebaut, mit festen, aber flexiblen Holzplanken, um fertigen Humus schnell zu entnehmen.

Neben Kompostsystemen aus Holzlatten gibt es auch kleinere Modelle für Haushalte mit wenig Kompostgut. Diese Schnellkomposter funktionieren mit einem Mehrkammersystem und verrotten organische Küchenabfälle schneller als offene Kompostsysteme. Aber Vorsicht: Auch hierbei kann es bei falscher Schichtung und fehlender Lüftung schnell zu faulen beginnen.

Diese Dinge gehören nicht auf den Kompost

Bei jedem Kompostsystem kommt es auf die richtige Mischung der Abfälle an. Eine abgestimmte Schichtung kurbelt den Verrottungsprozess an und bringt fruchtbaren Humus anstatt schlammigen Matsch. Um die optimale Feuchtigkeit im Kompost zu erzielen, ist vor allem das Verhältnis zwischen trockenen und nassen Abfällen von Bedeutung.

Feuchter Rasenschnitt darf nicht in großen Mengen auf dem Kompost landen. Nasse Abfälle müssen immer mit trockenem Material gemischt werden. Dafür bieten sich trockene Hölzer, kleine Ästen oder Zeitungspapier als Mischmaterial an. Ein weiterer Fehler ist es, ähnliche Abfälle immer auf dieselbe Stelle zu werfen. Auch das wirkt hemmend auf den Verrottungsprozess.

Harte Abfälle wie etwa Eierschalen, große Äste oder sogar ganze Pflanzen, sollten vor dem Kompostieren zerkleinert oder zentral in den Kompost gesetzt werden. Dadurch wird der Zersetzungsprozess beschleunigt. Denn in der Mitte des Komposts ist mit bis zu über 60 Grad der wärmste Ort und die Zersetzungsgeschwindigkeit am schnellsten.

Ein häufiger Fehler beim Kompostieren: falsches Kompostgut. Zu den Abfällen, die nichts auf dem Kompost zu suchen haben und sogar Ungeziefer wie Ratten anlocken können, gehören gekochte Essensreste, Fleisch und Knochen. Ebenfalls nichts auf dem Kompost zu suchen haben gerbsäurehaltiges Eichen-, Birken- und Walnusslaub und Thujazweige, denn sie verrotten viel zu langsam. Im Herbst sammelt sich vor allem in größeren Gärten relativ viel Laub an. Doch diese Gartenabfälle sind nährstoffarm und sollten nicht in großen Mengen auf dem Kompost landen. Am besten mischt man das Laub mit stickstoffreichen Abfällen, wie Rasenschnitt oder Gemüse. Blätter von Obstbäumen, Hainbuche oder Ahorn verrotten sehr gut - noch schneller mit feuchtem Rasenschnitt.

Ein Komposthaufen ist kein Mülleimer. Es dürfen dort nur Rohstoffe landen, die sich auf natürliche Weise zersetzen. Organische Abfälle werden mithilfe von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen sowie Regenwürmern zu Humus zersetzt. Anderes Material wie zum Beispiel Steine oder Holzkohle dürfen nicht auf dem Kompost. Ebenfalls tabu sind mit Pestiziden gespritzte Obst- und Gemüsereste sowie andere chemisch belastete Pflanzen, bunt gedrucktes Papier oder Karton. Diese Art von Materialien haben nichts auf dem Kompost zu suchen, denn sie verrotten entweder gar nicht oder schaden dem Nährstoffgehalt des Bodens.

Obwohl ganze Unkrautpflanzen verrotten würden, sollte man davon absehen, sie auf den Kompost zu geben. Denn Unkraut könnte dem Endprodukt Humus schaden und somit auch dem Garten, in dem er verteilt wird. Oft überleben Wurzelunkräuter im Verrottungsprozess und würden im neuen Humus wieder im Garten sprießen. Auch die Erreger bei kranken Pflanzen können sich im Kompost weiterentwickeln und als widerstandsfähige Dauersporen zurück in den Garten und Pflanzenkreislauf gelangen. Pflanzen mit Krankheitszeichen oder Fäule vor allem im Wurzel- oder Stängelbereich haben daher nichts auf dem Kompost zu suchen.

Das darf auf den Kompost

Doch keine Panik, das bedeutet nicht, dass Sie jede Pflanze genauestens unter die Lupe nehmen müssen, bevor sie auf dem Kompost landet. Die meisten Pflanzenabfälle sind unbedenklich und schaden nicht. Selbst Pflanzen mit Krankheiten wie Mehltau, Blattflecken oder mit Blattlausbefall können kompostiert werden, ohne den Humus zu belasten. Organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste sind wertvolle Zugaben für den Kompost. Dabei sollte man aber unbedingt auf Bio-Qualität achten. Auch Abfälle aus dem Garten wie Laub, Stauden- und Heckenreste, Rasenschnitt, weitere Küchenabfälle pflanzlicher Art sowie Eierschalen, Holzhäcksel, reine Holzasche sowie Teebeutel und Kaffee dürfen kompostiert werden.

Doch auch bei den zugelassenen Abfällen auf dem Kompost gilt es, eine gewisse Abwechslung und Schichtung einzuhalten. Denn nur mit ausreichender Durchmischung werden die Reste aus Küche und Garten optimal zersetzt. Dabei gilt: nicht immer die gleichen Abfälle auf dieselbe Stelle auf den Kompost werfen. Vor allem gehaltvolle Abfälle wie Kaffeefilter oder Kartoffelschalen sollten nicht stets auf derselben Stelle im Komposthaufen landen. Das Problem: Die enthaltenen Bitterstoffe hemmen in großen Mengen die Verrottung. Durchgemischt mit anderen organischen Abfällen sind Kartoffelschalen und Kaffeefilter aber kein Problem auf dem Kompost.

Wie bereits erwähnt führen zu viel Feuchtigkeit und Staunässe zu Schimmel und Geruchsbildung im Kompost. Doch auch das Gegenteil ist ein Problem. So behindert andauernde Trockenheit einen optimalen Verrottungsprozess. Deshalb ist es wichtig, dem Kompost vor allem an heißen Tagen Feuchtigkeit zu liefern, um die Mikroorganismen beim Verrotten zu unterstützen.

Kompostieren lohnt sich

Trotz der zu beachtenden Regeln lohnt sich der Aufwand eines eigenen Komposts. Nach zehn bis zwölf Monaten erhält man fruchtbaren Humus - und das nachhaltig und preiswert. Nachdem der Humus noch mithilfe eines Kompostsiebs von Steinen, kleinen Ästen und anderem Unrat gereinigt wurde, kann er im Garten verteilt oder für Topfpflanzen eingesetzt werden.

Auch für Menschen ohne eigenen Garten lohnt sich das Kompostieren. Denn fruchtbarer Humus kann als hochwertiger Dünger für ein Hochbeet auf dem Balkon oder auch für Wohnungspflanzen benutzt werden. Dafür eignen sich Wurmkisten oder Bokashi-Eimer, die man in der Küche oder auf den Balkon stellen kann, um Abfälle und Essensreste direkt aus der Küche zu verarbeiten.

Wichtig bei diesen Kisten ist, dass die Temperatur konstant zwischen 15 und 25 Grad gehalten wird. Denn bei hohen Temperaturen bis zu 30 Grad sterben die Würmer, wenn das Klima zu kalt ist, arbeitet der Kompost nicht zuverlässig. Ein weiteres mögliches Problem: unerwünschte Fruchtfliegen in der Wohnung. Dagegen hilft, die Küchenabfälle vor dem Kompostieren in Zeitungspapier zu wickeln.

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