Von der Traumreise zum Betrugs-Alptraum...
Wofür Krisenstimmung ist die Reiselust der Deutschen ungebrochen. Das ruft leider auch Online-Betrüger auf den Plan. Traumhafte Bilder von weißen Sandstränden, eine scheinbar vertraute Buchungsplattform, ein Angebot, das so günstig ist, dass man es einfach nicht ausschlagen kann - oft ist es schnell geschehen um unsere Digitalkompetenz, wenn an den richtigen Hebeln gedreht wird.
© iStock/Liudmila ChernetskaSo geht Abzocke heute
Die folgenreichsten Betrugsfälle rund ums Reisen finden längst nicht mehr am Urlaubsort selbst statt, sondern bereits lange davor, im Netz. Statt Abzocke durch Taxifahrer geht es heute um gefälschte Angebote auf Social Media, Phishing über täuschend echte Fake-Seiten oder Betrugsversuche auf bekannten Buchungs-Plattformen. Plattformen.
© iStock/Yuliia KaveshnikovaFake-Angebote auf Social Media
Auf Social Media kursieren besonders viele Fake-Reiseangebote. Traumstrände, Infinity-Pools, Apartments mit Meerblick: Solche Bilder triggern sofort unser Fernweh. Wenn dann noch ein scheinbar unschlagbares Angebot winkt, ist die Buchung oft nur einen Klick entfernt. Doch genau hier ist Vorsicht geboten - denn hinter geschönten Bildern und Dumping-Preisen kann eine Betrugsmasche lauern.
© iStock/HStocksPhishing mit Fake-Seiten
Auch die digitale Reisewelt bleibt nicht von "Phishing" verschont. Betrüger kopieren die Websites bekannter Buchungsportale, Airlines oder Reiseveranstalter täuschend echt - und stehlen dann die Daten von ahnungslosen Nutzern, die glauben, gerade den nächsten Urlaub zu buchen. Ein fehlendes Impressum, ungewöhnliche URLs oder seltsame Formulierungen können Hinweise auf eine Betrugsmasche sein.
© iStock/Pattarisara SuvichanarakulBetrug auf einschlägigen Buchungsportalen
Selbst auf bekannten Buchungs-Plattformen wie Airbnb, Casamundo oder FeWo-direkt ist man nicht vor Betrug gefeit. Auch, wenn die Betreiber bemüht sind, Betrug zu unterbinden. Immer wieder tauchen dort gefälschte oder längst ausgebuchte Unterkünfte auf - mit professionellen Bildern, in scheinbaren Traumlagen. Schauen Sie deshalb immer genau hin! Passen Beschreibung, Preis und Bewertungen zusammen? Wachsamkeit sollte Ihr ständiger Begleiter sein.
© iStock/OhmZKontakt mit dem Vermieter aufnehmen
Klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Auch bei durchweg positiven Bewertungen lohnt sich ein zweiter Blick - besonders, wenn sie auffällig stereotypisch klingen oder das Angebot erst seit Kurzem online ist. Dann ist Spürsinn gefragt, denn auch Bewertungen lassen sich fälschen. Ein guter Tipp bei Unsicherheit: Kontaktieren Sie den Vermieter direkt - das gibt oft mehr Aufschluss als Bewertungen.
© iStock/Tero VesalainenAuf inoffiziellem Weg buchen
Angeblich nur gut gemeint: Ein Vermieter schlägt vor, die Buchung außerhalb der Plattform abzuwickeln - um Gebühren zu sparen. Klingt verlockend, ist aber riskant. Solche Angebote können der erste Schritt in eine Betrugsfalle sein. Denn wer "unter der Hand" bucht, verzichtet auf den umfassenden Schutz der Plattformen - und steht schlimmstenfalls ohne Unterkunft und ohne Rückerstattung da.
© iStock/Ralf LiebholdZahlungskonditionen
Wenn bei einer Pauschalreise ungewöhnlich früh hohe Anzahlungen fällig werden, sollten Sie misstrauisch werden. Laut Vorschrift dürfen bis 30 Tage vor Reisebeginn maximal 20 Prozent des Reisepreises verlangt werden. Auch wichtig: Zahlen Sie nur über sichere Wege - per Lastschrift, Kreditkarte oder seriöse Zahlungsdienste mit Käuferschutz. So haben Sie im Notfall die Chance, Ihr Geld zurückzubekommen.
© iStock/lakshmiprasad SWo Fehler teuer sind
Im Gegensatz zu Hotels oder Pauschalreisen lassen sich Flüge meist nicht stornieren. Ein kleiner Buchungsfehler, etwa beim Datum oder Namen, kann schnell teuer werden. Da ist selbst ohne Betrug der Verlust eines vierstelligen Betrags möglich. Auch bei extrem billigen Flügen ist Vorsicht geboten: Manchmal handelt es sich um "Error Fares", die hinterher wieder storniert werden von der Airline.
© iStock/Prostock-StudioGlücksspiel mit Error Fares
Zwar bekommt man sein Geld bei nachträglich stornierten Error Fares wieder zurück, manchmal fällt der Preisirrtum aber erst spät auf - und die Stornierung kommt dann auch dementsprechend spät, schlimmstenfalls erst am Gate. Auf den Kosten für Anschlussflüge oder Unterkünfte bleibt man dann sitzen. Manchmal hat man aber auch Glück mit Error Fares - und darf seinen super-günstigen Flug antreten.
© iStock/LadaniferVorsicht bei Super-Schnäppchen
Bei unschlagbar günstigen Angeboten ist Vorsicht geboten - auch wenn genau das oft schwerfällt. Denn wer auf ein Super-Schnäppchen stößt, denkt schnell: "Zuschlagen, bevor der Preis steigt!" Doch genau darauf spekulieren Betrüger: Sie setzen auf den Reflex, schnell zu buchen, ohne genauer hinzuschauen.
© iStock/AntonioGuillemAuf das Bauchgefühl hören
Oft ist das beste Warnsystem unser eigenes Bauchgefühl. Kommt Ihnen ein Angebot seltsam vor? Klingt die Antwort des Vermieters irgendwie merkwürdig? Oder finden Sie gar keinen Ansprechpartner, dem Sie Fragen stellen könnten? Dann sollten Sie weitere Recherchen unternehmen, anstatt Ihr Unbehagen zu ignorieren! Ein ungutes Bauchgefühl ist selten grundlos.
© iStock/fizkesEs hat Sie erwischt?
Wenn Ihnen etwas seltsam erscheint, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und prüfen Sie Internetseiten, E-Mails oder Buchungsunterlagen noch einmal ganz genau. Liegt eine offizielle Buchungsbestätigung vor? Gibt es ein Impressum, erreichbare Kontaktdaten oder Hinweise auf den Firmensitz? Wenn diese Details fehlen oder Zweifel wachsen, sollten Sie zügig handeln, um den Schaden zu minimieren.
© iStock/ChayTeeWas ist im Falle eines Betruges zu tun?
Wenn es darum geht, bereits bezahltes Geld zurückzubekommen, zählt jede Minute. Verständigen Sie sofort Ihre Bank - mit etwas Glück lässt sich die Zahlung noch stoppen oder zurückholen. Danach heißt es: Anzeige bei der Polizei erstatten. Wenn der Betrug über eine bekannte Buchungsplattform lief, melden Sie den Vorfall auch dort. So können Sie andere Nutzer vor Schaden bewahren.
© iStock/fizkesSie hören von meinem Anwalt...
Kommt es zum Rechtsstreit, so können Screenshots vom Buchungsvorgang wichtige Beweismittel sein - besonders dann, wenn keine Bestätigung eingegangen ist. Auch eine Rechtsschutzversicherung ist in solchen Fällen Gold wert. Denn gegen ausgefuchste Online-Betrüger oder mächtige Airlines anzukommen, ist ohne Rechtsbeistand oft kaum möglich.
© iStock/photovsAnstatt Anwalt: Flightright
Keine Rechtsschutzversicherung und Sorge vor saftigen Anwaltskosten? Dann lassen viele den Streit um 300 Euro lieber gleich bleiben. Genau darauf spekulieren manche Airlines, wenn sie Erstattungen nicht auszahlen. Doch Sie müssen das nicht hinnehmen! Dienstleister wie Flightright übernehmen Ihren Fall gegen eine geringe Provision, die nur im Erfolgsfall fällig wird.
© iStock/sommartRechtliche Grauzonen
Manchmal verläuft die Grenze zwischen cleverem Marketing und handfestem Betrug fließend. Ein paradiesisches Foto, das geschickt den Blick auf die Baustelle nebenan ausspart? Ein Top-Preis, der längst nicht mehr buchbar ist? Oder der Hinweis "Nur noch drei Zimmer verfügbar!", wenn dies gar nicht so ist? Um sich nicht in die Irre führen zu lassen, gilt: Genau hinsehen und nicht überstürzt buchen!
© iStock/Altug GalipAnbieter-Dschungel für Aktivitäten
Auf Plattformen wie GetYourGuide lässt sich heutzutage fast jede erdenkliche Aktivität buchen: von der Stadtführung bis hin zum Elefantenritt. Doch wo das Angebot so vielfältig ist, sind leider auch unseriöse Anbieter nicht weit. Neben engagierten Guides tummeln sich hier auch schwarze Schafe, deren Touren im schlimmsten Fall nicht nur enttäuschen, sondern sogar eine Gefahr für Ihre Gesundheit darstellen können.
© iStock/Thirawatana PhaisalratanaZeit nehmen beim Buchen
Betrugsmaschen sind oft raffiniert - umso wichtiger ist es, sich bei der Buchung Zeit zu nehmen. Lassen Sie sich nicht von einem hübschen Foto oder einem verlockenden Slogan blenden. Wer Zweifel hat, sollte lieber reise-erfahrene Freunde um Rat fragen oder auf die Beratung im Reisebüro setzen. Buchungen über Social Media oder WhatsApp mögen unkompliziert wirken, sind aber riskant!
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