Unterschiedliche Öle, unterschiedliche Ansprüche
Öle sind nicht wegzudenken aus der Küche - wir verwenden sie zum Braten, Backen, Verfeinern von Salaten oder als Grundlage für Marinaden und Dips. Jedes Öl bringt dabei seine eigenen Aromen und Eigenschaften mit sich. Auch bei der Lagerung haben die unterschiedlichen Öle jeweils ihre eigenen Ansprüche. Damit Qualität und Geschmack erhalten bleiben, ist es wichtig, diese zu kennen.
© iStock/MurzikNataSicher ist sicher - im Kühlschrank?
Wer auf Nummer sicher gehen will, lagert oft einfach alle angebrochenen Lebensmittel im Kühlschrank. Aber bei Ölen ist das oft kontraproduktiv. Sie verändern bei zu niedrigen Temperaturen häufig ihre Konsistenz, werden trüb, dickflüssig oder flocken aus - was zwar meist unbedenklich, aber unpraktisch ist. Für die meisten Speiseöle reicht daher ein dunkler, kühler Vorratsschrank vollkommen aus.
© iStock/Taras GrebinetsRaffinierte Öle
Besonders unkompliziert ist die Lagerung von raffinierten Ölen. Sie werden bei der Herstellung erhitzt, wodurch Geruchs-, Geschmacks- und Trübstoffe sowie freie Fettsäuren neutralisiert werden. Was am Ende bleibt, ist ein weitestgehend geschmacksneutrales und länger haltbares Öl. Bei Sonnenblumen- und Rapsölen handelt es sich meist um raffinierte Produkte.
© iStock/Olga Kostrova Olivenöl
Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass unraffinierte Öle unbedingt gekühlt werden müssen. Olivenöl etwa wird durch zu starke Kühlung trüb und bildet Kristalle. Es nimmt zwar wieder seine normale Konsistenz an, wenn es sich erwärmt, aber wir wünschen uns schließlich kein Öl, das erst auf "Betriebstemperatur" gebracht werden muss - sondern ein allzeit einsatzbereites.
© iStock/angelsimonAllrounder: Kokosöl
Kokosöl ist ein vielseitig einsetzbares Produkt - von der Hautpflege bis hin zum Bratfett gibt es alles her, was man sich vorstellen kann. Seine Lagerung ist unkompliziert, es verträgt auch höhere Temperaturen. Von einer dunklen Umgebung profitiert es dennoch, so wie auch andere Öle. Kühl gelagert härtet es aus.
© iStock/joannawnukSesamöl
Geröstetes Sesamöl zählt zu den beständigsten Pflanzenölen überhaupt - seine natürlichen Antioxidantien wirken wie ein Frischeschutz und bewahren es lange davor, ranzig zu werden. Solange die Flasche dicht verschlossen und vor Licht geschützt ist, kann es problemlos bei Zimmertemperatur gelagert werden. Ein kühler Lagerort ist dennoch die zu bevorzugende Wahl.
© iStock/NikiLitovNussöle
Sie sind aromatisch, gesund - und empfindlich:
Nussöle wie Walnuss-, Haselnuss-, Mandel- oder Macadamiaöle enthalten viele ungesättigte Fettsäuren - und sind genau deshalb so empfindlich gegenüber Wärme, Licht und Sauerstoff. Nach dem Öffnen sollten sie die edlen Tropfen daher stets im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Wochen aufbrauchen. Daher: Lieber kleine Mengen kaufen!
© iStock/nanoyaLeinöl
Auch im Leinöl sind jede Menge Omega-3-Fettsäuren enthalten - ein Plus für seine Gesundheit, ein Minus jedoch für die Haltbarkeit. Durch seine wertvollen Inhaltsstoffe ist Leinöl sehr licht- und oxidationsempfindlich. Bewahren Sie es deshalb immer im Kühlschrank auf - und verbrauchen Sie es nach Anbruch innerhalb von vier bis sechs Wochen.
© iStock/HeikeRauHanföl, Weizenkeimöl, Kürbiskernöl, Traubenkernöl und Distelöl
Hanf-, Weizenkeim- und Kürbiskernöl gehören zu den edelsten, kaltgepressten Pflanzenölen - naturbelassen, reich an wertvollen Fettsäuren und mit einem feinen Eigengeschmack. Doch die Öle sind nicht nur delikat, sondern auch empfindlich. Licht und Sauerstoff lassen sie schnell altern. Auch Traubenkern- und Distelöl bewahren ihr volles Aroma deutlich länger, wenn sie kühl und dunkel gelagert werden.
© iStock/sasimotoKaltgepresste Öle
Es lässt sich also sagen: Umso naturbelassener ein Öl, umso schneller wird es ranzig, wenn es Licht, Wärme und Sauerstoff ausgesetzt ist. Kaltgepresste, ungefilterte Ölsorten sind zwar besonders aromatisch und gesund, haben dafür aber auch spezielle Ansprüche bezüglich ihrer Lagerung. Wer's richtig macht, wird mit intensivem Geschmack, einer flüssigen Konsistenz und maximaler Haltbarkeit belohnt.
© iStock/jchizheWann ist Öl schlecht?
Woran erkennt man ein ranziges Öl? Meist riecht es unangenehm muffig oder gar stechend. Sein Geschmack lässt sich als bitter-metallisch beschreiben. Eine Flockenbildung, wie sie bei gekühltem Olivenöl vorkommt, sollten Sie hingegen nicht mit Anzeichen von Verderb verwechseln. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum allein gibt keinen Aufschluss über den Zustand des Öles - es ist lediglich ein Richtwert.
© iStock/Sumeth ChareeAltöl entsorgen
Und wie entsorgt man Öl, wenn es ranzig geworden ist? Genauso wie sonstiges Altöl: Es sollte idealerweise in einem Behälter gesammelt und entweder abgepackt im Restmüll oder an einer Sammelstelle am Recyclinghof entsorgt werden. Einfacher wäre es zwar, das Öl einfach in den Abfluss zu kippen - das verstopft aber auf Dauer die Rohre und belastet die Umwelt.
© iStock/Amfer75Lichtgeschützt lagern
Licht - allen voran UV-Strahlung - wirkt auf Öle wie ein Turbo für den Oxidationsprozess. Die Fettsäuren verbinden sich dann mit Sauerstoff, der Geschmack verändert sich und zuletzt entsteht ein unangenehmer Geruch: Das Öl wird ranzig. Anfällig sind vor allem naturbelassene, kaltgepresste Sorten. Abhilfe schaffen dunkle Flaschen oder Lagerungsorte, die vor Licht geschützt sind.
© iStock/Pawel KacperekLuftdicht verschließen
Ein weiterer Beschleuniger des Alterungsprozesses von Öl ist Sauerstoff. Er trägt ebenfalls dazu bei, dass der Oxidationsprozess schneller voranschreitet - was zuerst einen Qualitätsverlust und schließlich den Verderb zur Folge haben kann. Ölflaschen sollten deshalb immer luftdicht verschlossen werden - am besten mit einem Korken oder Schraubverschluss.
© iStock/Oleg Opryshko Kühl lagern
Hitze trägt ebenfalls dazu bei, dass Öle schneller altern: Je wärmer sie gelagert werden, desto schneller laufen die chemischen Abbauprozesse ab. Dabei verschwinden nicht nur empfindliche Fettsäuren und Vitamine - auch der feine Eigengeschmack leidet. Wer sein Öl dauerhaft neben dem Herd abstellt, riskiert also, dass es rasch an Qualität verliert.
© iStock/Liudmila ChernetskaHochwertige Öle in kleinen Mengen kaufen
Sobald eine Flasche Speiseöl geöffnet ist, beginnt der schleichende Qualitätsverlust: Licht, Sauerstoff und Wärme wirken auf den Inhalt ein. Darum ist es besser, kleinere Mengen zu kaufen, die rasch aufgebraucht werden. Besonders bei edlen, kaltgepressten Ölen ergibt das Sinn, denn sie sind nicht nur empfindlich, sondern auch teuer - es wäre ärgerlich, sie am Ende entsorgen zu müssen.
© iStock/dulezidarBag-in-Box
Sehr praktisch und zugleich schonend für den Inhalt ist die Lagerung im Bag-in-Box-System. Ein luftdichter Innenbeutel verhindert den Kontakt mit Sauerstoff, während die äußere Verpackung aus Karton das Licht zuverlässig abhält. Der integrierte Zapfhahn macht das Entnehmen einfach und sauber. Angeboten wird das System häufig in Größen zwischen drei und zehn Litern.
© iStock/usha negiÖlflecken vermeiden
Ein oft unterschätztes Problem bei der Öllagerung sind die Spuren, die die Flasche hinterlässt. Nach der Verwendung rinnt fast immer ein kleiner Rest am Glas hinab - und landet schließlich auf dem Regal oder der Arbeitsfläche. Besonders ärgerlich ist das auf unbehandeltem Holz, wo sich die dunklen Flecken kaum mehr entfernen lassen. Schützen Sie empfindliche Materialien daher mit einer Unterlage.
© iStock/Miroslav PesekOlivenöl als Souvenir?
Ob Sie ein frisch abgefülltes Olivenöl als kulinarisches Souvenir aus dem Urlaub mitbringen, sollten Sie sich zweimal überlegen. Durch seine hohe Dünnflüssigkeit bahnt sich Öl oft seinen Weg durch Verschlüsse, direkt hinein in Ihr Gepäck. Da ist die Urlaubsentspannung nach der Rückkehr gleich dahin! Neben der Auslaufgefahr kann auch Wärme zum Problem werden beim Transport nach Hause.
© iStock/Kisa_MarkizaDIY-Kräuteröle - ein Risiko
Optisch machen Öle mit eingelegten Kräutern, Knoblauch oder Chili richtig was her - doch die dekorativen Zugaben bergen ein Risiko. In der sauerstoffarmen Umgebung des Öls finden Bakterien wie Clostridium botulinum ideale Bedingungen, sofern die Zutaten nicht zuvor getrocknet oder speziell behandelt wurden (was bei industriellen Kräuterölen meist gemacht wurde).
© iStock/ChamilleWhiteBedürfnisse der Öle kennen
Wenn Sie Ihre Öle kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahren, können Sie die Lebensdauer der feinen Tropfen deutlich erweitern. Nicht jedes Öl hat die gleichen Ansprüche - manche sind robuster, andere empfindlicher. Wer weiß, wie man die unterschiedlichen Öle richtig lagert, erhält Aroma, Qualität und gesundheitsfördernde Wirkung.
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