Streaming-Plan

Neue Adaption eines Weltbestsellers: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

21.02.2026 von SWYRL

Die BBC-Dramaserie "Lord of the Flies" adaptiert den Roman von William Golding erstmals in Form einer Fernsehserie, zu sehen bei WOW, während Netflix mit "Kacken an der Havel" einen wahnwitzigen Trip unternimmt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Menschen, die urplötzlich aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen und zur Schicksalsgemeinschaft werden - diese Art "Sozialexperiment" übt seit jeher eine große Faszination aus. Was passiert, wenn vertraute Strukturen verschwinden, wenn auf einmal nichts mehr ist, wie es vorher war, wenn sich eine Gruppe ohne äußere Regeln organisiert, wenn die Karten völlig neu gemischt werden - noch dazu in einem archaischen Umfeld? - Dann geht es ans Eingemachte, an den Kern dessen, was Mensch-Sein bedeutet. Und es geht um die ganz großen Fragen: Wer übernimmt die Führung? Wer widersetzt sich ihr? Wer wächst über sich hinaus? Wer offenbart innere Abgründe? Wer überlebt, und wer schafft es nicht? - Epische Serien wie "Lost" (2004-2010), Filme wie "The Experiment" (2010) oder "The Purge" (seit 2013) zeigen eindrucksvoll, wie schnell sich die Machtverhältnisse verschieben können, wenn gesellschaftliche Ordnung wegfällt. Genau an diesem Punkt setzt auch die Serie "Lord of the Flies" bei WOW an. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

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"Lord of the Flies" - WOW

Die vierteilige BBC-Dramaserie "Lord of the Flies" (ab Dienstag, 24. Februar, auf Sky und WOW streamen) basiert auf dem gleichnamigen Weltbestseller von William Golding. Das Drama erzählt die Geschichte einer Gruppe von Jungen, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel stranden. Ohne Erwachsene, ohne Zivilisation und ohne klare Regeln müssen die Überlebenden miteinander auskommen. Die Kinder sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt, vollkommen auf sich allein gestellt - und sich auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Ein Teil der Jungen stammt aus einer Eliteschule und kennt sich bereits. Ihr Anführer ist Jack (Lox Pratt), selbstbewusst, dominant und überzeugt davon, die Kontrolle behalten zu müssen. Die übrigen Jungs schließen sich ebenfalls zusammen und wählen Ralph (Winston Sawyers) zu ihrem Anführer. Gemeinsam mit Piggy (David McKenna) versucht Ralph, Strukturen zu schaffen und vor allem eines zu erreichen: gefunden und gerettet zu werden. Die namenlose Pazifikinsel selbst wirkt zunächst wie ein Paradies. Doch dieser trügerische Frieden hält nicht lange. Die Spannungen zwischen den Jugendlichen wachsen, alte Gegebenheiten verlieren an Bedeutung. Was idyllisch beginnt, kippt zunehmend in eine spannungsgeladene Atmosphäre aus Misstrauen, Angst und Aggression.

"Lord of the Flies" zeigt eindrucksvoll, wie sich der Mensch verändert, wenn Zivilisation und gesellschaftliche Ordnung wegfallen. Die Serie wirft unbequeme Fragen auf: Braucht jede Gruppe zwangsläufig eine Führung? Was passiert, wenn Macht wichtiger wird als Gemeinschaft? Und wie dünn ist die Grenze zwischen Kultur und Wildheit, besonders dann, wenn der Charakter bereits in einer zivilisierten Welt geprägt wurde?

"Kacken an der Havel" - Netflix

Schon von Kacken an der Havel gehört? Dem verschlafenen Örtchen mitten im brandenburgischen Nirgendwo? Wenn nicht, liegt es wohl daran, dass das Dorf fiktiv ist und lediglich die Kulisse für die neue deutsche Netflix-Serie gleichen Namens bietet. Im Gespräch dürfte Kacken trotzdem bald sein, denn so frei drehte der Streamer lange nicht bei einer seiner Produktionen. Die Serie "Kacken an der Havel" (ab 26. Februar) ist gaga, absurd, voller verrückter Ideen, mit Situationskomik bis zum Abwinken.

Von seinem Heimatort wollte Toni (Anton "Fatoni" Schneider) eigentlich nichts mehr wissen. Die angestrebte Rap-Karriere in Berlin führte den Selbstzweifler in 18 Jahren jedoch lediglich in die Backstube eines Pizza-Lieferdienstes. Insofern kehrt der verlorene Sohn von Kacken geschlagen zurück, um seine Mutter zu beerdigen. Die Abschleppdienst-Betreiberin verendete beim Retten einer Ente: Erst stürzte sie von einem Baum, dann schlug ein Blitz in sie ein - oder kurz gesagt: "Sie wollte immer so sterben."

Dieser absurde Tod ist nur ein erster Vorgeschmack auf den Wahnsinn, den die Kreativköpfe Alex und Dimitrij Schaad in "Kacken an der Havel" entfesseln. Im titelgebenden Dorf trifft ein fusionierter Laden, halb Frisörsalon und halb Bestattungsunternehmen, auf die Veronica-Ferres-Gesamtschule, in der "Veronica-Ferres-Kunde" zum festen Lehrplan gehört. Dass es sich die Schauspielerin nicht nehmen lässt, als autoritäre Bürgermeisterin selbst aufzutreten, versteht sich von selbst.

Obwohl "Kacken an der Habel" teils wie eine völlig überdrehte Webserie wirkt, betten die Macher die absurden Anekdoten doch in eine Rahmenhandlung: Kurz nach Tonis Rückkehr nach Kacken tut sich eine nicht mehr für möglich gehaltene Karrieremöglichkeit auf. Frau Müller-Müller (Taneshia Abt, "Meine Mutter wollte ihren Namen behalten"), Labelmanagerin von Cutie Heart Records, fliegt per Helikopter ein und bietet Toni einen Plattenvertrag an. Einziges Problem: Der notorische Prokrastinierer muss einen Hit liefern ...

"How to Kill Your Sister" - ZDFmediathek

Viele Menschen beginnen das Leben erst dann wirklich zu würdigen, wenn sie mit seiner Endlichkeit konfrontiert werden. Auf genau dieser melancholischen Wahrheit fußt auch die belgisch-deutsche Dramedy Serie "How to Kill Your Sister" unter Regie von Jonas Geirnaert (ab Freitag, 27. Februar, in der ZDFmediathek), die mit subtilem schwarzem Humor von Abschied, Nähe und verpasster Zeit erzählt. Der provokante Titel lässt zunächst vermuten, es gehe um den Wunsch, eine Schwester auf grausame Weise aus dem Leben zu reißen. Doch der Eindruck täuscht. Im Zentrum der sechsteiligen Serie stehen Kat (Marjan De Schutter) und Anna (Emma Rotsaert), zwei Schwestern, die nach acht Jahren des Schweigens wieder aufeinandertreffen. Der Anlass dafür ist ebenso plötzlich wie erschütternd, denn Anna ist unheilbar krank. Ohne Vorwarnung steht sie vor der Haustür ihrer älteren Schwester, im alten Auto der Eltern, auf dessen Dach ein Sarg befestigt ist. Dieses absurde und zugleich verstörende Bild setzt den Ton für die folgende Reise.

Was als unfreiwillige Begegnung beginnt, entwickelt sich zu einer gemeinsamen Fahrt, auf die sich Kat zunächst nur widerwillig einlässt. Anna hat nun mal diesen einen letzten Wunsch: eine letzte Reise mit ihrer Schwester. Der Weg ist geprägt von Traurigkeit und unausgesprochenem Schmerz, aber auch von Momenten der Leichtigkeit, in denen der trockene Humor der Serie immer wieder aufblitzt. Besonders bewegend ist die Erkenntnis, dass das Ziel Spanien ist, dorthin ist auch die Familie früher gemeinsam gereist. In Rückblenden tauchen die Eltern (Sofie Decleir und Nico Sturm) immer wieder auf und zeichnen nach und nach das Bild einer Vergangenheit, die das Verhältnis der Schwestern nachhaltig geprägt hat.

"Man On The Run" - Prime Video

In seinem oscarprämierten Dokumentarfilm "20 Feet from Stardom" porträtierte Morgan Neville einst Background-Sänger. Nun wechselt der Filmemacher in die erste Reihe und widmet sich dem Leben und Wirken von Paul McCartney. Der Dokumentarfilm "Man On The Run" (ab 25. Februar, Prime Video) konzentriert sich dabei auf die Post-Beatles-Ära: "Die Beatles waren wirklich mein ganzes Leben", erinnert sich der heute 83-Jährige zurück: "Als wir uns trennten, dachte ich, ich würde nie wieder eine einzige Note Musik schreiben."

Seine damalige Ehefrau Linda McCartney gab ihm Halt und Zuversicht. Nach einer ersten Solo-Karriere gründete er mit ihr, dem US-amerikanischen Schlagzeuger Denny Seiwell und dem Gitarristen Denny Laine die Band Wings: "Als wir Wings gegründet haben, ging es um Freiheit", erklärt er heute. In der Dokumentation verbindet Morgan Neville McCartneys Kommentare und Erinnerungen mit teils unveröffentlichten Archivaufnahmen aus jener Zeit. Auch lässt er den gebürtigen Liverpooler über dessen Beziehung zu John Lennon sprechen: "John und ich haben uns einfach auseinandergelebt, wirklich", sagt er: "Wir hatten Streit und all das, aber wir haben uns unser ganzes Leben lang geliebt."

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