Moderator beim Deutschen Filmpreis

Nach "Zone of Interest" und "White Lotus": Ist Christian Friedel auf dem Weg nach Hollywood?

29.05.2026 von SWYRL/Wilhelm Flemmer

Er gehört zu den großen Charakterdarstellern des deutschen Kinos, und mit Filmen wie "The Zone of Interest" hat er auch internationale Filmluft geschnuppert. Schafft Christian Friedel gar den Sprung nach Hollywood?

Er gehört zu den Talenten in Deutschland, die vielleicht nicht alles, aber doch vieles können: Er ist Film-, TV- und Theater-Schauspieler, er singt, führt Theaterregie und neuerdings gehört er auch zu den Moderatoren hierzulande. Denn nachdem Christian Friedel es schon 2025 getan hatte, wird er auch dieses Jahr durch den Deutschen Filmpreis führen, der am 29. Mai in Berlin vergeben wird. Offenbar hatte er den Job gut gemacht und sich also auch auf dieser Bühne bewährt. Beste Voraussetzungen für ein noch größeres, ein internationales Terrain? Mehr noch: Steht mit Friedel sogar der nächste Deutsche vor einer Hollywood-Karriere?

Gelegenheit, für Aufmerksamkeit auch über Deutschland hinaus zu sorgen, hatte der Dresdner ein ums andere Mal. Als Schauspieler wirkte er bereits in mancher Produktion mit, die internationale Strahlkraft hatte. In der weltweit gefeierten Serie "Babylon Berlin" beispielsweise, wo er überzeugend die Nebenrolle eines Polizeifotografen spielt. Oder in Michael Hanekes Meisterwerk "Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte", das 2009 in Cannes die Goldene Palme gewann und bei den Oscars als bester fremdsprachiger Film und für die herausragende Kameraarbeit nominiert war.

Eine internationale Bühne hatte der gebürtige Magdeburger zuletzt auch mit Jonathan Glazers erschütterndem Holocaust-Drama "The Zone of Interest", wo er wortkarg, dafür mit umso wirkungsvollerer Körperpräsenz den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß spielte. Friedel brillierte neben der nicht weniger beeindruckenden Sandra Hüller als Höß' kaltherzig-opportunistische Ehefrau Hedwig. Hüller ist der Sprung nach Hollywood bereits gelungen - dank dieser Rolle, vor allem aber mit ihrer oscarnominierten Darstellung in dem Justizdrama "Anatomie eines Falls". Wird es Friedel ihr nachtun können?

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Freidel ist für Nazu-Rollen in Hollywood nicht zu haben

Es sieht ganz danach aus, denn mit "The White Lotus" hat der 47-Jährige einen weiteren Schritt auf dem Weg hin zur Traumfabrik gemacht. In dem Serienhit spielte Friedel in der dritten Staffel eine "kleine, aber feine, schöne Rolle", wie er in einem Interview mit "Radio Eins" erklärte, nämlich einen Hotelmanager mit deutschen Wurzeln. Reizvoll war für ihn dieser Fabian offenbar auch deshalb, weil er ein hochkomischer Charakter ist. Nach der "dunklen Reise" in "The Zone of Interest", so Friedel, habe er "viel Spaß" gehabt, mit dieser Rolle auch "sonnig sein zu dürfen".

Mit "The White Lotus" hat sich Friedel weitere Chancen für Hollywood erarbeitet. Die Serie habe dort eine "Neugier" auf ihn geweckt, verriet er in einem Interview mit "epd Film". Und er habe auch schon einige Castings für Hollywood-Produktionen gehabt, doch da sei er nur "eine Option von vielen" gewesen. Abgeneigt gegen Hollywood scheint er jedenfalls nicht zu sein. Nur gegen eines verwehrt er sich, nämlich in die Schublade eines deutschen Schauspielers gesteckt zu werden, der hauptsächlich für Nazi-Rollen angefragt wird. Solche Angebote habe es nach "The Zone of Interest" "natürlich" gegeben, fügte er hinzu, doch die habe er alle abgelehnt.

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