Ehrung

Heavy Metal aus der Midi-Hölle: Musik aus "Doom" wird amerikanisches Kulturgut

15.05.2026 von SWYRL

Die US-Kongressbibliothek nimmt den Soundtrack des legendären Ego-Shooters "Doom" in ihr nationales Klangarchiv auf. Die Musik ist damit offiziell "kulturell, historisch oder ästhetisch wichtig". Es ist erst das dritte Game, dem diese Ehre zuteilwurde.

Die Musik, die seit 1993 die Höllenfeldzüge in "Doom" begleitet, hat es in die renommierteste Klangdatenbank der Vereinigten Staaten geschafft: Das National Recording Registry der Library of Congress nimmt den von Bobby Prince komponierten Soundtrack des Kult-Shooters in diesem Jahr in seine Sammlung auf - zusammen mit Stücken von Taylor Swift, Beyoncé und Weezer.

Das National Recording Registry archiviert dort Tonaufnahmen, denen die US-Kongressbibliothek "kulturelle, historische oder ästhetische Bedeutung" beimisst. Das Spektrum der bereits gesammelten Aufnahmen ist breit: Neben unzähligen Musikstücken und Alben finden sich dort auch historische Reden wie Martin Luther Kings "I Have a Dream" oder Dwight Eisenhowers Ansprache zum D-Day.

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Erst der dritte Videospiel-Soundtrack überhaupt

Für "Doom" bedeutet die Aufnahme eine besondere Auszeichnung: Es ist erst das dritte Mal, dass Videospielmusik diesen Status erhält. Zuvor hatten es lediglich Koji Kondos "Super Mario"-Theme und der "Minecraft"-Soundtrack in die Liste geschafft, die insgesamt 700 Einträge umfasst.

Prinzipiell kann jeder US-Bürger Vorschläge für das Registry einreichen. Die endgültige Entscheidung liegt beim Librarian of Congress, der diese in Absprache mit Kuratoren und dem Vorstand des Instituts trifft. Derzeit wird das Amt kommissarisch von Robert Newlen geleitet, nachdem Präsident Donald Trump seine Vorgängerin Carla Hayden im Mai 2025 entlassen hatte.

Inspiriert von Alice in Chains und Metallica

In einer Pressemitteilung würdigt die Bibliothek den Soundtrack als einen wesentlichen Faktor für den Erfolg des Spiels. Komponist Bobby Prince habe sich maßgeblich von Bands wie Alice in Chains und Metallica inspirieren lassen und dem Spiel damit seinen unverwechselbaren Sound verliehen.

Besonders betont wird dabei auch die technische Leistung, die Prince unter den damaligen Bedingungen vollbrachte: Angesichts der primitiven Soundkarten der frühen 90er-Jahre musste er durch den gezielten Einsatz von MIDI-Frequenzen sicherstellen, dass Musik und Soundeffekte sauber voneinander getrennt blieben und klar zu hören waren. Mit diesem Ansatz habe er ganze Generationen von Videospielkomponisten geprägt.

Die neueren "Doom"-Titel halten zwar am brachialen Metal-Klangbild fest, Prince selbst war an diesen Produktionen jedoch nicht mehr beteiligt.

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