Nach Beschwerden

Kirchen-kritische Sendung im Kinderfernsehen: ZDF nimmt "logo!"-Beitrag offline

15.05.2026 von SWYRL/Franziska Wenzlick

Mit einem kritischen Beitrag über die Kirche hatte die Kindernachrichtensendung "logo!" im März für Empörung gesorgt. Nun hat das ZDF auf die Beschwerden reagiert - und das entsprechende Video aus dem Archiv entfernt.

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche haben in Deutschland mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Darüber berichtete im März auch die Kindernachrichtensendung "logo!" - und heimste viel Kritik ein. Inzwischen hat das ZDF, das das KiKa-Format produziert, Fehler eingeräumt und den entsprechenden Beitrag aus dem Streamingportal entfernt.

Zuvor hatten Zuschauerinnen und Zuschauer beanstandet, dass das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan in der Sendung überwiegend positiv dargestellt wurde, während die christlichen Kirchen stark kritisiert wurden. Unter anderem wurden in dem anderthalbminütigen Beitrag mittelalterliche Ablassbriefe und die Angst vor der Hölle thematisiert.

Wie ZDF-Intendant Norbert Himmler in einem Schreiben erklärte, sei "die Kombination beider Inhalte innerhalb einer einzigen 'logo!'-Sendung" falsch gewesen, "da dadurch der Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung entstehen konnte". Dies sei nicht die Intention des Redaktionsteams gewesen, stellt Himmler klar.

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ZDF reagiert auf Programmbeschwerden

Darüber hinaus sei man im Rückblick zu der Erkenntnis gelangt, "dass es schwerlich möglich ist, die Fragestellung der historischen Entwicklung der christlichen Kirchen in einem anderthalbminütigen Beitrag angemessen" darzustellen. Trotz der Überprüfung durch zwei Experten vor der Veröffentlichung sei man "mit diesem Thema nicht gut genug umgegangen", schreibt Himmler weiter. Die Redaktion werde den Fall "zum Anlass" nehmen, "interne Workflows im Hinblick auf sensible Themen zu überprüfen".

Unter anderem war der Beitrag von der Christlichen Medieninitiative pro bemängelt worden, deren Geschäftsführer Christoph Irion eine förmliche Programmbeschwerde eingelegt hatte. Auch Thorsten Alsleben, ein früherer Redakteur des ZDF-Hauptstadtstudios, hatte die Sendung öffentlich kritisiert. Auf X hatte Alsleben den Beitrag gar als einen "einseitigen Hetzbericht über die Geschichte der christlichen Kirchen" bezeichnet.

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