"Markus Lanz"

Schluss mit Öl- und Gasheizungen? Lanz und Hofreiter liefern sich hitzige Debatte: "Das ist eine Frechheit!"

22.03.2023 von SWYRL/Natascha Wittmann

Das Thema Wärmepumpen löst aktuell in Deutschland hitzige Debatten aus. Auch bei "Markus Lanz" diskutierten die Gäste am Dienstagabend über die scharf kritisierten Heizungspläne von Robert Habeck. Grünen-Politiker Anton Hofreiter musste sich in der Debatte heftige Kritik gefallen lassen.

Wie heizt Deutschland ab 2024? Wenn es nach Robert Habeck geht, dann nutzt künftig fast jeder Haushalt sogenannte Wärmepumpen. Seitdem die Pläne des Bundeswirtschaftsministers bekannt wurden, fragen sich die Deutschen, wer die Kosten für die dadurch anfallenden Umrüstungen tragen soll. Bei "Markus Lanz" stellte sich Grünen-Politiker Anton Hofreiter daher den brennendsten Fragen und lieferte sich dabei ein Wortgefecht mit dem ZDF-Moderator sowie mit Journalistin Antje Höning von der "Rheinischen Post", die in der Sendung die Energie- und Klimapolitik der Grünen scharf kritisierte.

Doch nicht nur die Gäste bei "Markus Lanz" äußerten am Dienstagabend ihre Bedenken, was den jüngsten Gesetzesentwurf und die Heizungspläne von Robert Habeck angeht. Der Moderator machte deutlich, dass Bundesfinanzminister Christian Lindner alles andere als glücklich über die Energiepläne zu sein scheint. Dazu sagte Anton Hofreiter jedoch überraschend nüchtern: "Bei der FDP gibt es eine gewisse Panik nach den verlorenen Landtagswahlen und den schlechten Umfragen. Ich glaube, da besteht die Hoffnung, durch klare Abgrenzung von unserer Klimapolitik, seine Wähler zurückzuholen. Ich glaube aber nicht, dass das funktioniert."

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Anton Hofreiter: "Wärmepumpe soll am Ende nicht teurer werden als die Gasheizung"

Statt sich auf seine Kritiker zu fokussieren, versuchte Anton Hofreiter zunächst, den Gesetzesentwurf zu erklären: Der Plan sei, dass kaputte Heizungen, die nicht mehr zu reparieren seien, durch neue ersetzt werden sollen, die zu "65 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden", so der Grünen-Politiker. "Wie Sie das umsetzen, hängt vom Standort ab." Daraufhin merkte Journalistin Antje Höning jedoch zurecht an, dass die Lieferzeit vom Wärmepumpe 10 bis 15 Monaten betrage. Zudem sei die Umrüstung teuer: "Das kostet 30.000 bis 40.000 Euro. Mit staatlichen Förderungen sind wir bei 25.000 Euro. Wer hat das, um eine Heizung einzubauen? Es hätte andere Wege gegeben, um den Gebäudesektor zum Klimaschutz zu bewegen. Sie gehen den völlig falschen Weg und viel sinnvoller wäre es, Anreize zu geben." Die Journalistin weiter: "Machen Sie nicht Klimapolitik gegen, sondern mit der Bevölkerung! Sie sollten die Bevölkerung mitnehmen und nicht mit Verboten finanziell überfordern. Sie machen Klimapolitik mit der Brechstange!"

ZDF-Moderator Markus Lanz wollte deshalb von Anton Hofreiter wissen: "Werden die Menschen ihr Haus verlieren?" Der Grünen-Politiker dementierte mit ernstem Blick: "Es wird Härtefall-Regelungen und Unterstützung geben. Das ist eine Frechheit und ein unsauberer Vorwurf!" Hofreiter weiter: "Der Gesetzentwurf ist noch nicht mal fertig. Es ist extrem ärgerlich, dass er durchgestochen wurde. Wenn der Gesetzentwurf fertig ist, wird es nicht dazu kommen, dass Menschen ihr Haus verlieren. Es soll am Ende für die Verbraucher nicht teurer werden als die Gasheizung." Eine Aussage, die Markus Lanz nicht unkommentiert stehen lassen konnte. Er ergänzte fassungslos: "Herr Hofreiter, das können Sie doch nicht so seriös einfach versprechen! An einer Wärmepumpe hängt noch so viel dran. Das ist am Ende eine riesige Investition, die weit über 40.000 Euro liegt. Wer zahlt das?"

Markus Lanz kritisiert Hofreiter: "In der Wirkung ist das alles katastrophal"

Auf die konkrete Frage des ZDF-Moderators konnte Hofreiter keine Antwort liefern. Er stammelte lediglich: "Insgesamt bezahlt das die Gesellschaft natürlich." Höning stichelte daraufhin in Richtung Hofreiter: "Schade, dass Sie nicht auch noch das Verkehrsministerium in der Hand haben." Zunächst ging der Grünen-Politiker auf die Steilvorlage ein und stellte klar: "Wenn Sie weiter Werbung für uns machen, dann übernehmen wir in Zukunft vielleicht noch mehr Ministerien." Lanz löste die Situation jedoch lachend auf und erklärte: "Das war als Empathie getarnte Niedertracht, weil Sie ja selbst Verkehrsminister sein wollten." Mit ernster Miene sprach der ZDF-Moderator dann erneut den grünen Gesetzentwurf und die Heizungspläne von Robert Habeck an und sagte abschließend in Richtung Hofreiter: "In der Wirkung ist das alles katastrophal."

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