Zum Start des Kinoerfolgs mit Timothée Chalamet

Kinohit "Marty Supreme": Diese deutsche Tischtennis-Legende spielt mit

26.02.2026 von SWYRL/Wilhelm Flemmer

Bei "Marty Supreme" richten sich alle Augen auf Hauptdarsteller Timothée Chalamet. Was bei der Schwärmerei allerdings untergeht: In dem Film frei nach dem Leben einer Tischtennis-Legende ist auch eine echte Tischtennis-Legende zu sehen. Und die kommt aus Deutschland.

Als am Mittwoch der in aller Welt gefeierte Kinofilm "Marty Supreme" in Düsseldorf Deutschland-Premiere hatte, war Timo Boll mittendrin im Getümmel. Doch nicht als "normaler" Zuschauer und auch nicht als ehemaliger Tischtennis-Profi besuchte er die Vorstellung eines Films, der die Geschichte eines Tischtennis-Spielers erzählt, sondern als einer der am Film mitwirkenden Stars. Denn Boll, die Tischtennis-Legende, ist in "Marty Supreme" an der Seite von Hollywood-Superstar Timothée Chalamet in einer kleinen Rolle zu sehen.

Natürlich spielt Boll einen Tischrtennisprofi und klar auch kommt es in der ein oder anderen Szene zu einem Aufeinandertreffen zwischen ihm und dem Hauptdarsteller. "Marty Supreme" basiert lose auf der Lebensgeschichte der US-amerikanischen Tischtennis-Legende Marty Reisman und zeigt Chalamet als jungen New Yorker Schuhverläufer, der in den 1950er-Jahren zum Tischtennis-Ass aufsteigt. Boll spielt die fiktive Rolle eines tschechoslowakischen Tischtennis-Spielers namens Vladimir Sebek, mit dem sich Marty Mauser dann und wann duelliert.

Über seine neue Aufgabe schwärmt Boll, der im Juni 2025 seine aktive Karriere beendet hat, wenngleich die Arbeit nicht einfach war. Einmal mussten er und Chalamet für eine Szene drei Stunden lang eine Spielsituation wiederholen, bis der Ballwechsel exakt so aussah, wie das Drehbuch es vorgesehen hatte. "Am nächsten Tag hatte ich einen höllischen Muskelkater", sagte Boll der Deutschen Presse Agentur. Hinzu kam die Herausforderung, das Tischtennis-Spiel einer vergangenen Zeit nachzuahmen. "Der 50er-Jahre-Stil, die Bewegung, die Technik, das Spiel mit einem Hartbrett-Schläger: Das alles mussten wir uns aneignen".

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Darum durfte Timo Boll bei "Marty Supreme" mitmachen

Dass Boll die Strapazen auf sich nahm, ist andererseits Folge einer schmeichelnden Ehrerbietung. Denn Josh Safdie, Regisseur und Co-Drehbuchautor von "Marty Supreme", ist nicht nur Tischtennis-Fan, sondern auch ein großer Bewunderer des deutschen Rekord-Europameisters und mehrfachen Weltranglistenersten. Er soll privat sogar mit demselben Schläger spielen wie Boll in seiner aktiven Zeit. Dass die Tischtennis-Legende in seinem Film mitwirkte, wollte sich der Filmemacher Berichten zufolge keinesfalls nehmen lassen.

Dass Boll seinerseits ein großer Filmfan ist, kam Safdies Wunsch entgegen. Schon mit 13 Jahren habe er ein Heimkino in sein Zimmer eingebaut, um seiner Filmleidenschaft zu frönen, sagte er der dpa. Aber dass er deshalb, da seine Sportkarriere dem nicht mehr im Wege steht, ins Schauspielfach wechselt, diese Frage schiebt er lachend beiseite. "Ich glaube eher, dass das mein letztes Filmprojekt war. Schauspieler möchte ich nicht werden."

Schade. Sollte er seine Meinung eines Tages doch ändern, die Türen für eine Schauspielkarriere stünden ihm offen. Immerhin habe er nach dem Drehschluss von "Marty Supreme" Post von der Schauspieler-Gewerkschaft in den USA bekommen, sagte Boll weiter. "Sie könnten mich aufnehmen. Dann wäre ich in einer Datenbank und könnte gecastet werden." Das wäre doch was. Und überhaupt: Warum sollte aus einem großen Tischtennis-Spieler nicht auch ein guter Schauspieler werden. Leute aus dem Film spielen ja auch gut Tischtennis. Josh Safdie zum Beispiel. Oder Timothée Chalamet, der für seine Leistung als Tischtennis-Profi gerade für einen Oscar nominiert ist.

"Marty Supreme" ist ab sofort in den deutschen Kinos zu sehen.

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