37°: Vergewaltigt - Leben mit dem Trauma - Di. 02.09. - ZDF: 22.15 Uhr

Ihre Verletzungen sieht man nicht: Frauen sprechen über "Tabuthema" Vergewaltigung

29.08.2025 von SWYRL/Hans Czerny

"Man ist nicht mehr derselbe Mensch", sagt Ann-Kristin, die vor zwölf Jahren von einem Bekannten vergewaltigt wurde, in der ZDF-Reihe "37°". Sie kämpft bis heute um die Anerkennung der psychischen Verletzungen. Noch immer sind Vergewaltigungen ein Tabuthema in der Gesellschaft.

Noch immer sind Vergewaltigungen ein Tabuthema in der Gesellschaft. Dabei steigt die Zahl der Vergewaltigungsdelikte von Jahr zu Jahr immer weiter an. Mehr als 13.000 Fälle tauchen in der deutschen Kriminalstatistik auf, doch die Dunkelziffer ist hoch, nur jede zehnte Tat wird gemeldet und verfolgt. Die "37°"-Reportage "Vergewaltigt - Leben mit dem Trauma" von Sanja Hardinghaus lässt Frauen zu Wort kommen, die über ihre Erfahrungen mit sexueller Nötigung berichten.

"Man ist nicht mehr derselbe Mensch!", musste Ann-Kristin aus Düren erfahren. "Ein Trauma hat kein Verfallsdatum", so sagt sie. Als sie vor zwölf Jahren von einerm Bekannten in einem Nebenzimmer geschlagen und dann vergewaltigt wurde, nachdem sie ihn bei einem Kussversuch abgelehnt hatte, erlitt sie einen Schock, unter dem sie jahrelang litt. Bis heute kämpft sie vor Gericht um die Anerkennung ihrer psychischen Verletzungen. Der Täter wurde zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, ging jedoch in Berufung und floh ins Ausland. Er ist bis heute nicht gefasst.

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Angst, Wut und Trauer für ein ganzes Leben

Ann-Kristin ist verheiratet, sie hat zwei Kinder, und sie hat ein Buch geschrieben über ihre Erfahrungen. Sie ist noch einmal zurückgegangen in die schlimme Vergangenheit - für sie eine "Supertherapie". Sie hofft, wie sie in diesem aufschlussreichen Beitrag betont, dass das Thema Vergewaltigung endlich kein Tabuthema mehr sei, dass es "laut" wird und "alle auf die Straße gehen und sich keiner mehr schämen muss, weil er vergewaltigt oder missbraucht wurde".

Oft genug wird nach einer Anzeige die Schuld des Täters angezweifelt, der nicht selten erklärt, er sei von einem Einverständnis ausgegangen. Auch Mara, die als 18-Jährige bei der Bundeswehr als Zeitsoldatin diente, widerfuhr Ähnliches. Glücklicherweise gelang es, mithilfe einer Kamera die Schuld zweier Täter nachzuweisen. Sie wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, doch Mara leidet bis heute unter Ängsten. Männer in Uniform lösen bei ihr noch immer Panik aus.

"Ich hab Ängste, ich überlege mir vorher genau, was ich mache, wohin ich gehe, wie viele Menschen sind da und geh' nicht mehr so spontan durch die Welt und durch mein Leben", sagt sie. Viele können nach dem Schock über die Vergewaltigung nicht sprechen oder verlieren gar den Mut, sich selbst zu vertrauen. Ihre Verletzungen sieht man nicht, und nicht selten wird von einer Therapie vor Gerichtsverhandlungen abgeraten. So aber können Angst, Wut und Trauer für ein ganzes Leben bleiben.

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