26.01.2026 von SWYRL
Als Gast im BR-"Sonntags-Stammtisch" äußerte sich Hannes Jaenicke gewohnt meinungsstark über Donald Trump und die USA. Als der Schauspieler und Aktivist Parallelen zur deutschen Politik zog, gab es Widerspruch.
Zu den USA hat Hannes Jaenicke seit Jahrzehnten ein inniges Verhältnis. Der Wohnsitz des 65-Jährigen in Kalifornien ist allerdings bei der Brand-Katastrophe vor einem Jahr den Flammen zum Opfer gefallen. "Ich hatte das Haus 30 Jahre lang, da war der gesamte Briefwechsel meiner Mutter, meiner Großmutter", sagte Jaenicke als Gast der BR-Sendung "Sonntags-Stammtisch". "Da ist auch aufgrund meiner eigenen Dummheit und Fahrlässigkeit sehr viel verloren gegangen. Ich hätte das alles digitalisieren können."
Beklagen wollte sich der Schauspieler und Umweltaktivist über sein Schicksal jedoch nicht. Andere Menschen habe es sehr viel härter getroffen. Zum Beispiel eine der weltweit führenden Hai-Forscherinnen, der Jaenicke sein Haus zur Verfügung gestellt hatte: "Die ist seitdem obdachlos, die macht jetzt Couchsurfing."
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"Leider gibt es Copycats auch in der CDU"
Angesprochen auf die Rolle des amerikanischen Präsidenten im Zusammenhang mit den Waldbränden, äußerte sich Jaenicke angriffslustig. Zum einen, weil Donald Trump dem demokratisch regierten Kalifornien Bundesmittel zur Katastrophenbekämpfung gestrichen hat: "Er sponsert nur Staaten, die ihn wählen." Zum zweiten sei Trump "einer der größten Klimaverbrecher, die wir im Moment haben".
Umgehend wandte der BR-Talk-Gast den Blick ins Inland: "Leider gibt es Copycats auch in der CDU, die sagen, Umweltschutz wird abgeschafft, das bremst die Wirtschaft. Herr Kretschmer in Sachsen ist ein solcher Ministerpräsident." Der Schauspieler besorgt: "Leider macht das Schule, was Herr Trump da treibt."
Überhaupt findet es der Bestseller-Autor "bedenklich, dass ganz viel von dem, was die Amerikaner machen, worüber wir uns wahnsinnig aufregen, in Europa teilweise kopiert werden soll". In dem Sinne nannte er den Blick in die USA "obsessiv". Schließlich gäbe es auch in Deutschland Parteien und Parteiflügel, die sich an Trumps Programm ein Beispiel nähmen. Neben der AfD nannte Jaenicke "Teile der CSU, die abschieben wollen auf Teufel komm raus".
Hannes Jaenicke über die USA unter Trump: "Ich glaube, da kippt's gerade"
Den Vergleich von hiesigen Abschiebe-Forderungen mit den Umtrieben der ICE-Behörde in den USA fand allerdings "Sonntags-Stammtisch"-Gastgeber Hans Werner Kilz weit hergeholt. Was derzeit in der US-Metropole Minnesota geschehe, sei "nach europäischen Maßstäben undenkbar", beschied der Moderator.
Hannes Jaenicke äußerte die Vermutung, dass die Anti-ICE-Proteste nach dem zweiten getöteten Demonstranten einen Wandel in Amerika einleiten könnten. "Da überspannt er jetzt den Bogen", attestierte Jaenicke Präsident Trump. "Selbst die konservativen Amerikaner sagen: Jetzt geht es zu weit."
Rock-Superstar Bruce Springsteen habe unlängst bei einem Konzert von "Gestapo-Methoden" gesprochen: "Da jubelt das Publikum, wenn er so etwas sagt. Ich glaube, da kippt's gerade." Zusätzlich negativ auf die Popularität des Präsidenten wirke sich aus, dass das Leben in den Vereinigten Staaten "nicht mehr bezahlbar" sei.


