30.04.2026 von SWYRL/Julia Schöppner-Fleige
Ein zart gearbeitetes Schmuckstück aus der Jugendstil-Ära sorgte am Donnerstag bei "Bares für Rares" für unerwartet klare Meinungen - und bei einem Händler für regelrechte Aversionen.
Manche Menschen haben Angst vor Spinnen. Andere ekeln sich vor Schlangen. Wussten Sie, dass auch Fliegen zu Aversionen führen können - zumindest unter Kunsthändlern? Das zeigte die neue Folge des ZDF-Trödelkults eindrücklich. Das Corpus deliciti: Eine geerbte Brosche der Mutter, die schon beim Experten durch ihr ungewöhnliches Erscheinungsbild auffiel.
Zu erkennen gewesen war ein Blatt, auf dem eine Fliege saß, das sich an einem Tautropfen labte. Teile des Schmuckstücks stammten aus der Jugendstilzeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das gesamte Stück - eine sogenannte Mariage - wurde auf einen Wert von 750 bis 800 Euro geschätzt. "Ich kann Fliegen nicht leiden", wetterte Wolfgang Pauritsch und erklärte das Tier kurzerhand zur Biene. Ob er sich trotz seiner Aversion, wie er es nannte, zum Kauf durchringen würde? Gefallen hatte ihm das Stück nämlich durchaus. Genauso wie seiner Händlerkollegin.
Ob Fliege oder Biene - Susanne Steiger ließ ihm keine Zeit zum Grübeln und sicherte sich das Schmuckstück für 900 Euro. Ein weiterer Schmuck mit Bedeutung sollte den Besitzer wechseln: Ein Navette-Ring aus 750er-Gelbgold mit Platin wurde im Auftrag einer Freundin angeboten und stand ganz im Zeichen der ewigen Liebe.
Das vermutlich aus den 1920er-Jahren stammende Stück präsentierte sich in gutem Zustand und wurde auf 950 bis 1.000 Euro taxiert, bei einem Wunschpreis von gerade einmal 200 Euro.
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"Bares für Rares"-Händler begeistert: "Der gefällt mir mal richtig gut"
"Der gefällt mir mal richtig gut", schwärmte Walter "Waldi" Lehnertz und strahlte mit dem Ring um die Wette. Ganz ohne Aversionen. Dass tatsächlich ausgerechnet Waldi bei diesem filigranen Schmuckstück das höchste Gebot abgab, sorgte für erstaunte Gesichter. Am Ende erhielt er für 700 Euro den Zuschlag.
Als Nächstes nahm Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding ein ansprechendes Gemälde aus Familienbesitz unter die Lupe. Mit einer Reinigung und einem neuen Rahmen würde es wieder in frischem Glanz erstrahlen können. Das 1909 entstandene Ölgemälde von Arnold Lyongrün erfüllte die Preisvorstellungen der Verkäuferin jedoch nicht ganz: Statt der gewünschten 1.000 Euro sah die Expertin den Wert bei 400 bis 600 Euro, da solche Motive derzeit weniger gefragt seien.
Susanne Steiger zeigte sich dennoch begeistert von der Farbintensität und sicherte sich das Werk mit einem Höchstgebot von 700 Euro. Auch ein Glaskunstobjekt fand seinen Weg in die Sendung. Horst Lichter zeigte sich zunächst ratlos: "Kann das irgendwas?"
Coffee-to-go-Set gefällt auch Horst Lichter: "Ich find's sensationell!"
Es handelte sich eben um Kunst. Das Werk "Erebus" von Victor Vasarely spielte raffiniert mit Glas, Licht und sogenannten Pseudoschatten. Trotz einiger Kratzer wurde es auf 500 bis 700 Euro geschätzt. Die Händler interessierten sich sehr für das limitierte Stück. Am meisten gefiel es Julian Schmitz-Avila, der 700 Euro dafür ausgab.
Uschi, passionierte Flohmarktgängerin, stellte ein historisches Coffee-to-go-Set inklusive Ledertasche vor - aus einer Zeit, in der man sich noch bewusst Zeit für den Kaffeegenuss nahm. Der sogenannte Perkulator der Firma Bing aus Nürnberg ermöglichte es, Kaffee unterwegs frisch und in unterschiedlichen Stärken zuzubereiten. Das Gerät präsentierte sich in ausgezeichnetem Zustand und begeisterte auch Moderator Horst Lichter: "Ich find's sensationell!" Ob Uschis Wunschpreis von 50 Euro erreichbar wäre? Expertin Annika Raßbach setzte deutlich höher an und taxierte das Set auf 130 bis 180 Euro.
Waldi zeigte sich skeptisch, ob der Kocher tatsächlich über 100 Jahre alt ist - so gut war er erhalten. Er bot dennoch mit. Am Ende ging das Stück jedoch an jemand anderen: Für 230 Euro sicherte sich Jos van Katwijk den Perkulator. Wolfgang Pauritsch reagiert etwas neidisch, denn er hatte bereits geträumt: "Am Strand, mit einer Gitarre und der Kaffeemaschine ..."



