30.03.2026 von SWYRL/Rupert Sommer
Kann ein T-Shirt auch nach schweißtreibenden Aktivitäten noch gut duften - und das über Tage hinweg? Davon will ein Kölner Gründer-Ehepaar die Investoren bei "Die Höhle der Löwen" (VOX) überzeugen. Frank Thelen kann der Idee jedoch nichts abgewinnen.
Kai und sein Ehemann Tim wollten "Die Höhle der Löwen" keinesfalls ohne Deal verlassen. Innovativ ist ihr Start-up allemal: "Scharfenstein" steht für die Idee, Textilien dauerhaft duften zu lassen. Möglich macht das ein spezieller Aufdruck mit einer Textilfarbe, die die Gründer selbst in der heimischen Küche ausgetüftelt haben.
Dahinter steckte ein Mikroverkapselungstechnologie, die Düfte in Textilien speichert und bei Körperwärme und Reibung wieder freisetzt. So kann man eine spezielle, äußerlich unsichtbare Fläche auf der Rückseite der Shirts mit dem persönlichen Lieblingsparfum besprühen. Der angenehme Geruch bleibt auch über mehre Tage in den Fasern - bis zum nächsten Waschgang. Dann kann man das Kleidungsstück wieder neu "beduften".
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"Der Mann riecht ganz gut - lecker!"
Klingt spannend, muss man aber eben auch glauben. Und so führen die "Scharfenstein"-Gründer, die ihrer Firma ihren Familiennamen gegeben haben, einen knallharten Praxistest vor: In einem Einspielfilm sieht man, wie Reality-Star Laurenz Pesch ("Too Hot to Handle: Germany", "Temptation Island VIP") zuerst kraftraubende Gartenarbeiten durchführt, das Shirt mittags sogar bekleckert und dann schweißtreibend im Fitness-Studio trainiert.
Und dann steht der 24-Jährige plötzlich auf der Studiobühne - und bietet sich zum Beschnuppern an. Wie bitte? "Ich bin so geruchsempfindlich", stöhnt Judith Williams auf und verzieht zunächst ähnlich angewidert wie Janna Ensthaler ihr Gesicht. Doch dann riecht sie an dem Sportler - und wirkt sehr angetan. "Der Mann riecht ganz gut - lecker."
Aber rechtfertigt das schon einen Deal über 100.000 Euro für die gewünschten 25 Prozent der Firmenanteile an "Scharfenstein"? Nach und nach handeln sich die beiden Kölner dann doch Absagen ein. Frank Thelen meint zunächst sogar: "Das ist unappetitlich." Selbst wenn ein Hemd nicht riecht, sollte es nach dem Sport doch unbedingt gewaschen werden.
Zwei Gründer, die einfach kein Nein akzeptieren wollen
Ein wenig näher am Thema ist Janna Ensthaler, der auch der Gedanke der Nachhaltigkeit gefällt. Vielleicht müsse man wirklich nicht so oft die Waschmaschine in Gang schmeißen. Allerdings hält sie vom Plan, eine eigene "duftige" Modelinie zu etablieren, eher wenig. Besser gefällt ihr die Idee, die Duftfarbe im Business-zu-Business-Bereich an anderer Hersteller oder an Profi-Kunden wie etwa in Hotellerie-Betrieben zu vermarkten.
Es ist ein zähes Hin und Her. Fast alle Löwinnen und Löwen steigen aus, Janna Ensthaler zögert - und Kai kämpft wild entschlossen immer weiter. "Die Punkte, die negativ sind, ändern wir sofort", sagt er. Und auch ein Konzept, wie man etwa Hotels als Duft-Partner für Bettwäsche gewinnen kann, will er in Windeseile mit der Investorin und seinem Ehemann Tim ausarbeiten.
Seine Hartnäckigkeit zeigt Wirkung: Janna Ensthaler schlägt ein und macht den "Scharfenstein"-Deal. "Ihr habt so toll gekämpft." Dann gibt es kein Halten mehr: Kai ist mit den Nerven komplett am Ende und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. "Oh, ich weine", sagt er und freut sich: "Es ist der Deal unseres Lebens!"



