Studie

Digitale Medien: Mehrheit der Eltern sieht Allgegenwärtigkeit kritisch

30.03.2026 von SWYRL

Fast alle Sechs- bis 18-Jährigen nutzen digiale Medien. Laut einer neuen Umfrage sehen das viele Eltern kritisch. Mehr als die Hälfte sorgt sich vor Mediensucht und Konzentrationsproblemen. Auch die Angst vor Cybermobbing und dem Kontakt mit nicht altersgerechten Inhalten ist verbreitet.

Die Verbreitung der Nutzung digitaler Medien bei Kindern und Jugendlichen macht weiterhin keinen Halt. Wie im Rahmen einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse KKH ermittelt wurde, nutzen sie inzwischen fast alle Sechs- bis 18-Jährigen, nämlich 96 Prozent. Die am meisten genutzten digitalen Angebote sind demnach Video-Streaming (80 Prozent), Musik-Streaming (64 Prozent) und Social Media (52 Prozent).

Tendenziell skeptisch sehen diese Entwicklung ihre Erziehungsberechtigten. Laut der Studie sind 53 Prozent der Eltern von Auswirkungen des digitalen Konsumverhaltens auf ihre Sprösslinge überzeugt, und die meisten davon seien negativ. 53 Prozent sorgen sich vor der Entwicklung einer Mediensucht, die Hälfte befürchtet das Auftreten von Konzentrationsproblemen. Auch das Risiko von nicht altersgerechten Inhalten, Cybermobbing, Bewegungsmangel und Schlafstörungen treiben viele Mütter und Väter um.

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Politische Debatt um Social-Media-Verbot für Kinder

37 Prozent der befragten Erziehungsberechtigten gaben an, negative Folgen wie die obigen bereits bei ihren Kindern bemerkt zu haben. Dabei handelt es sich vor allem um Mütter (41 Prozent im Vergleich zu 34 Prozent bei den Vätern). "Für Eltern liegt die Herausforderung darin, die Balance zwischen Chancen und Risiken auszuloten", erklärt die Expertin Franziska Klemm auf der Website der KKH. "Denn entscheidend ist es, das Eintauchen in digitale Welten so zu gestalten, dass es keinen negativen Einfluss auf das körperliche, emotionale und geistige Wohlbefinden von Heranwachsenden hat."

Die Studie erscheint vor dem Hintergrund politischer Diskussionen um ein Verbot der Nutzung von Social-Media-Plattformen durch Kinder. Mehrere Politikerinnen und Politiker der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD haben sich dafür ausgesprochen. Als mögliche Altersgrenze wird 14 Jahre genannt.

Kritik kommt etwa von der Linken. Die Partei hat zuletzt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das auf hohe Hürden bei der Umsetzungen eines solchen Verbots durch EU-Gesetze und das im Grundgesetz garantierte Erziehungsrecht der Eltern hinweist. Die Vorschläge für ein Social-Media-Verbot würden "zu kurz" greifen, "da sie die bestehenden Probleme im Kontext digitaler Plattformen nicht lösen und stattdessen Grundrechte junger Menschen einschränken", erklärte der medienpolitische Sprecher der Partei, David Schliesing.

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