"Highway to Heaven"

Gospel-Album der Godmother of Punk: So brav sah Nina Hagen früher aus

26.03.2026 von SWYRL/Jan-Niklas Jäger

Mit "Highway to Heaven" veröffentlicht Nina Hagen am Freitag, 27. März, ein neues Gospel-Album. Ein überraschender Schritt der deutschen Godmother of Punk? Eher nicht: Ihre Gläubigkeit hat die Sängerin nie geheim gehalten. Und am Anfang ihrer Karriere machte die heute 71-Jährige ohnehin einen ganz anderen Eindruck ...

Punk, Pop, Schlager, Oper oder Weltmusik: Wenn Nina Hagen Musik aufnimmt, kann es erfahrungsgemäß in jede erdenkliche Richtung gehen. Jetzt richtet die ikonische Sängerin den Blick mal wieder nach ganz oben: 16 Jahre nach ihrem stimmgewaltigen musikalischen Glaubensbekenntnis "Personal Jesus" (2010) interpretiert sie wieder diverse Gospel-Klassiker neu. Die Platte "Highway To Heaven" wird am 27. März 2026 veröffentlicht.

Passt das denn überhaupt zu einer Künstlerin, die sich den Spitznamen "Godmother of Punk" Ende der 70er-Jahre regelrecht verdient hat? Das ist wohl Definitionssache. Die Ärzte definierten ihre Philosophie 1998 in ihrem Song "Punk ist..." so: "Mach dein Ding, steh dazu / Heul nicht rum, wenn andere lachen." Und orientiert man sich daran, so ist Nina Hagen wahrlich stets die deutsche "Godmother of Punk" geblieben.

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Einst sang sie mit einem Ramone, heute über Gott

Denn ihr Ding macht die Künstlerin, die noch nie um eine Kontroverse verlegen war, nun schon seit etwa 50 Jahren - auch wenn sie damit gegen den Strom schwimmt. "Sie ist ein Charakterkopf", sagte Punk-Legende Dee Dee Ramone ein Jahr vor seinem Tod über die deutsche Sängerin, mit der er 1994 zwei Songs aufgenommen hatte, in einem Interview mit dem Musikmagazin "Ox Fanzine". Und der Ramones-Bassist sollte es schließlich wissen.

Auch dem neuen Gospel-Album wohnt ein rebellischer Gestus inne, nicht trotz, sondern wegen seines religiösen Inhalts - eben weil das oberflächlich betrachtet so abwegig scheint. Dabei hat die 71-Jährige nie ein Geheimnis um ihre Gläubigkeit gemacht.

Erst Erfolg, dann Flucht aus der DDR

Auch in ihrer Art, sich zu präsentieren, schlug sich die Exzentrik der Künstlerin stets nieder. Wer den Namen Nina Hagen hört, hat wohl sofort das bleiche, auffällig geschminkte Gesicht und die extravagante Kleidung im Kopf, mit der die Sängerin öffentlich aufzutreten pflegt. Da passt es zur vermeintlichen Unschuld ihres neuen Albums, dass sie zu Beginn ihrer Karriere noch sehr brav aussah - als schließe sich ein Kreis, auch wenn es nur einer aus Schein ist.

Begonnen hatte ihre Karriere auch noch ganz regelkonform: In der DDR machte sie eine Ausbildung zur "staatlich geprüften Schlagersängerin", gemeinsam mit der Band Automobil hatte sie 1974 mit "Du hast den Farbfilm vergessen" einen großen Hit. Doch dann kam die Querdenkerin in ihr zum Vorschein: 1976 solidarisierte sich mit dem aus der DDR ausgebürgerten Liedermacher Wolf Biermann und landete auf der schwarzen Liste des Regimes. Am 28. Dezember floh Nina Hagen nach Großbritannien, wo sie mit der gerade aufblühenden Punk-Szene in Kontakt kam. Der Rest ist Geschichte.

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