"In Wahrheit - Die Liebe und der Tod" - Fr. 10.04. - ARTE: 20.15 Uhr

Eltern, erzieht eure Söhne richtig!

05.04.2026 von SWYRL/Susanne Bald

Im zehnten Film der Reihe wird ein Mann in der Wohnung seiner Ex-Freundin ermordet aufgefunden, von ihr fehlt jede Spur. Aus ihrem Versteck heraus terrorisiert sie nun ihren neuen Freund und dessen Umfeld. Judith Mohn (Christina Hecke) und Freddy Breyer (Robin Sondermann) ermitteln auf Hochtouren.

Liefe die Reihe "In Wahrheit" im Ersten, hieße sie vermutlich "Der Saarland-Krimi". Denn dort, im deutsch-französischen Grenzgebiet ermittelt Hauptkommissarin Judith Mohn (Christina Hecke) mit ihrem Kollegen Freddy (Robin Sondermann) in Fällen, die, zumindest war das anfangs so, an wahre Verbrechen angelehnt sind. Auch der zehnte Film "In Wahrheit: Die Liebe und der Tod" (Regie: Kirsten Laser, Drehbuch: Dinah Marte Golch, Isabell Serauky) am Freitagabend bei ARTE behandelt einen Mordfall, wie es ihn im wahren Leben immer wieder gibt: eine Beziehungstat, der Stalking vorausging. So scheint es zumindest.

Denn Tobias Schrickers Leiche wurde in der Wohnung seiner Ex-Freundin Katrin Sommer (Maude Andrey) gefunden, sie selbst ist verschwunden. Während Sommers Mutter (Eva Medusa Gühne) erzählt, dass Katrin schon häufiger von einem Mann verlassen wurde und jedesmal heftig litt, berichtet Schrickers Vater (Holger Daemgen), dass sich Tobias von Katrin getrennt habe, weil er sich noch nicht fest binden wollte.

Seit Kurzem war Katrin mit Hannes Großmann (Pascal Houdus) neu liiert. Doch seit einem Streit vor wenigen Tagen überhäuft sie ihn digital mit Beschimpfungen und Drohungen, zuletzt flog sogar ein Stein durch sein Fenster. Bald erhält auch Hannes' Umfeld Morddrohungen - seine Exfreundin Laura (Nurit Hirschfeld), seine Exfrau Natascha (Morgane Ferru), der gemeinsame Sohn ... Es nimmt Züge an, wie man sie aus dem Filmklassiker "Eine verhängnisvolle Affäre" mit Glenn Close als rachsüchtiger Stalkerin kennt.

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Jedem vierten Beziehungsmord geht Stalking voraus

Um Katrin in eine Falle zu locken, bittet Großmann sie, zu einer Tango-Veranstaltung, ihrem gemeinsamen Hobby, zu kommen. Überraschenderweise sagt sie zu, taucht dann jedoch nicht auf, aber ihre Attacken gehen weiter. Warum tickt sie nur ausgerechnet jetzt so aus? Es kostet einiges an Überredung, bis Katrins Psychiater die Ermittler schließlich auf die vermeintlich richtige Spur bringt, die alle überraschen wird ...

Jeder zehnte Mensch in Deutschland ist einmal im Leben von Stalking betroffen, Frauen häufiger als Männer. In Deutschland gibt es zwar mittlerweile ein Stalking-Gesetz, doch "wir haben trotzdem 23.000 Anzeigen im Jahr", erzählt Judith Mohn ihrem Partner Alain (Pierre Kiwitt). Die Dunkelziffer schätze man auf 600.000. Und jedem vierten Beziehungsmord gehe Stalking voraus.

Sie selbst sei in jungen Jahren von einem Kollegen gestalkt worden, habe es aber aus Angst, ihren Job zu verlieren, nicht angezeigt. "Das würde ich heute definitiv anders machen." Zum Glück sei heutzutage ein "nein" ein "nein", fügt Alain hinzu. Judith protestiert, er rudert zurück: Zumindest sei es besser geworden. Aber ja, aber es werde noch "ein bisschen dauern, bis alle Söhne richtig erzogen werden". Das muss Judith gelten lassen, denn Alains Mutter habe "einen richtig guten Job gemacht" - ein schöner, naher Moment zwischen den beiden, der Hoffnung macht.

Ein weiterer Film der Reihe ist kommenden Freitag bei ARTE zu sehen: "In Wahrheit - Verschwiegen".

Übrigens, einen "Saarland-Krimi" im Ersten wird es demnächst tatsächlich geben. Am Donnerstag, 30. April, feiert die neue Reihe mit dem Fall "Der Saarland-Krimi: Bruder, Liebe, Tod" Premiere. Die Hauptrollen spielen Aram Arami und Olga von Luckwald.

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