50 Jahre "Taxi Driver"

Darum kassierte ein Oscar-Preisträger für diesen Klassiker ein Mini-Honorar

08.02.2026 von SWYRL

"Taxi Driver" war einer der erfolgreichsten Filme der 70-er, gewann eine Palme d'Or in Cannes und gehört zu den Meilensteinen der New-Hollywood-Bewegung. Dennoch kassierten Hauptdarsteller Robert De Niro und Regisseur Martin Scorsese für Hollywood-Standards lachhafte Gagen. So kam es dazu.

Der Part gilt als Robert De Niros Paraderolle: Mit dem vereinsamten Vietnam-Veteran und Taxifahrer Travis Bickle, der über die knapp zwei Stunden Spielzeit von "Taxi Driver" in eine Psychopathie abdriftet, schuf er, gemeinsam mit Regisseur Martin Scorsese und Drehbuchautor Paul Schrader eine der ikonischsten Figuren Hollywoods. Am Sonntag, 8. Februar 2026, ist es 50 Jahre her, dass der Film Premiere feierte. Dabei hatte es lange so ausgesehen, als ob das Projekt es gar nicht erst in die Produktion schaffen würde.

Dass es aber doch zu diesem einflussreichen Stück Hollywood-Geschichte kam, hat auch damit zu tun, dass es sowohl De Niro als auch Scorsese am Herz lag. Und zwar so sehr, dass sie für eine Gage arbeiteten, wie sie vor allem De Niro zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere nicht mehr nötig gehabt hätte.

Drehbuchautor Schrader brauchte lange, bis sein Script einen Abnehmer fand, der willens war, einen Film daraus zu machen. Und selbst das gelang nur über mehrere Ecken. Weil Schrader kaum über nennenswerte Kontakte in Hollywood verfügte, musste er sich einen anderen Weg überlegen, jemanden dazu bringen, sein Drehbuch zu lesen. Dieser offenbarte sich über seine berufliche Tätigkeit als Filmkritiker.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

Zuerst wollte niemand "Taxi Driver" produzieren

Bei einem Interview mit dem Regisseur Brian DePalma ("Carrie") erwähnte er sein Script und fasste ihm kurz die Handlung zusammen. DePalma, der zu diesem Zeitpunkt als aufsteigender Regie-Star in Hollywood galt und einen Ruf als der "neue Hitchcock" innehatte, ließ sich überreden, eine Kopie des Scripts mit nach Hause zu nehmen. Er hielt Wort und las es, erkannte das Potenzial, das darin steckte, entschied sich aber dagegen, den Film selbst zu drehen.

Stattdessen gab er das Projekt an ein befreundetes Ehepaar Julia und Michael Phillips weiter, das gemeinsam Filme produzierte. "Das hier ist nicht wirklich was für mich", soll DePalma gesagt haben, als er Michael Phillips das Script reichte, "aber dir wird es gefallen". Er sollte recht behalten. Sowohl Michael als auch Julia gefiel der Stoff, also fingen sie an, nach einem Studio zu suchen, dass das Projekt umsetzen würde.

Da das Paar kurz zuvor einen Oscar für den Heistfilm "Der Clou" mit Robert Redford und Paul Newman gewonnen hatte, standen ihnen die Türen in den Büroräumen Hollywoods offen. Diese schlossen sich jedoch schnell wieder, als sie die Frage, ob Redford und Newman bei diesem deprimierendem Stoff mit von Bord wären, verneinten. Ohne Starpower traute sich kein Studio an Schraders Psychothriller ran.

Ohne "Der Pate 2" wäre "Taxi Driver" nie gedreht worden

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Schrader im Kontakt mit den Phillips'. Eines Tages schwärmte er ihnen von einem Film vor, in dem er eine stilistische Vorlag für das sah, was er sich unter "Taxi Driver" vorgestellt hatte. Bei dem Film handelte es sich um "Hexenkessel" (1973). Regie: Martin Scorsese. Hauptrolle: Robert De Niro. Die Produzenten folgten Schraders Empfehlung, sahen sich den Film an und waren schnell überzeugt. Auch Scorsese und De Niro waren schnell mit an Bord.

Doch auch wenn Scorsese und De Niro mit dem Gangsterfilm Aufsehen erregt hatten, waren ihre Namen eher Insidern bekannt. Ein Studio, das "Taxi Driver" produzieren wollte, konnten sie nicht anziehen, trotz der niedrigen Produktionskosten, die dafür angesetzt waren. Doch das änderte sich schlagartig mit der Oscarverleihung 1975. Für seine Darstellung des jungen Vito Corleone gewann er den Award für den besten Nebendarsteller. Am nächsten Morgen wachte Robert De Niro als waschechter Hollywoodstar auf.

Das Interesse an "Taxi Driver" flammte wieder auf. Der Chef von Columbia Pictures machte aus seiner eigenen Abneigung über die düstere Geschichte zwar kein Geheimnis, erklärte sich aber bereit, dem Film grünes Licht zu geben - unter der Voraussetzung, dass es bei der ursprünglich angesetzten Low-Budget-Produktion bleiben würde. Hätte Robert De Niro auf die ihm nun als Oscar-Gewinner zustehende Gage bestanden, wäre "Taxi Driver" wohl nie gemacht worden. Doch er brennte so sehr für das Projekt, dass er sich mit 35.000 Dollar zufriedengab. Scorsese bekam 65.000. Insgesamt kostete der Film Columbia 1,9 Millionen Dollar. Der Profit, den er einspielte, belief sich auf fast 30 Millionen.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL